Was ist Osteoporose und warum wird sie als „stille Krankheit“ bezeichnet?
Osteoporose ist eine systemische Knochenerkrankung, die durch eine Abnahme der Knochenmineraldichte und eine Veränderung der trabekulären Mikroarchitektur gekennzeichnet ist – zwei Faktoren, die das Frakturrisiko exponentiell erhöhen. Sie wird als „stille Krankheit“ bezeichnet, da sie über Jahre hinweg symptomfrei verläuft, bis eine Fraktur die Knochenbrüchigkeit offenbart. Für präventive Nahrungsergänzungsmittel sehen Sie sich unser Sortiment an Knochenremineralisierungsmitteln an.
- Indikatorfrakturen: Hüfte (1-Jahres-Sterblichkeit: 20–30 %), Wirbel (oft asymptomatische Kompressionsfrakturen), Handgelenk (Sturz auf die ausgestreckte Hand) – jede Fraktur, die nach einem geringfügigen Trauma auftritt, sollte den Verdacht auf eine zugrunde liegende Osteoporose wecken
- Silent Fractures der Wirbelsäule: Zwei Drittel der osteoporotischen Wirbelkörperkompressionsfrakturen sind schmerzfrei – sie werden zufällig im Röntgenbild entdeckt –, führen jedoch zu einer fortschreitenden Verringerung der Körpergröße und begünstigen eine Kyphose („Altersrücken“)
- T-Score ≤ -2,5 im DEXA-Scan: diagnostischer Schwellenwert – zwischen -1 und -2,5 = Osteopenie (ideales Präventionsstadium für eine Intervention) – siehe unsere Seite zu Frakturen
- Osteoporose bei Männern: 20 % der Osteoporose-Patienten sind Männer – unterdiagnostiziert, da sie weniger überwacht werden – niedriger Testosteronspiegel + Kortikoide + Alkohol = Hauptrisikofaktoren
Welche Risikofaktoren und Erkrankungen begünstigen Osteoporose?
Neben dem Alter und den Wechseljahren erhöhen zahlreiche medizinische und medikamentöse Faktoren das Risiko für eine sekundäre Osteoporose – diese müssen erkannt werden, um eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen.
- Langzeitbehandlung mit Kortikosteroiden: wichtigster iatrogener Risikofaktor für Osteoporose – bereits ab 3 Monaten Kortikosteroidgabe in einer Dosis von ≥ 7,5 mg Prednison pro Tag wird eine systematische Kalzium- und Vitamin-D3-Supplementierung empfohlen
- Intestinale Malabsorption: Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED), bariatrische Chirurgie – unzureichende Aufnahme von Kalzium und Vitamin D – systematische Knochenuntersuchung
- Hyperparathyreoidismus: übermäßige Stimulation der Osteoklasten durch PTH – beschleunigter Knochenverlust unabhängig vom Alter
- Unbehandelte Hyperthyreose: Beschleunigung des Knochenumbaus mit Nettoverlust – eine Schilddrüsenbehandlung stellt die Knochendichte teilweise wieder her
- Sonstiges: Typ-1-Diabetes (beeinträchtigte Qualität des Knochenkollagens), Anorexia nervosa (Ernährungsmangel + Amenorrhö), längere Immobilisierung
Welche Nahrungsergänzungsmittel zur Vorbeugung und Unterstützung bei Osteoporose?
Die Nahrungsergänzung ist die nichtmedikamentöse Säule der Osteoporose – zur optimalen Wirksamkeit sollte sie mit den verschriebenen medizinischen Behandlungen kombiniert werden. Die entsprechenden Präparate finden Sie in unseren Kalzium- und Vitamin-D-Sortimenten.
- Kalzium: 1.000–1.500 mg/Tag je nach Profil – Kalziumcitrat wird bei Senioren und Personen unter PPI-Behandlung bevorzugt (von der Magensäure unabhängige Aufnahme) – max. 500 mg pro Einnahme
- Vitamin D3: Wert von ≥ 30 ng/ml aufrechterhalten – bei nachgewiesener Osteoporose 1.500–2.000 IE/Tag oder sogar mehr bei schwerem Mangel – jährliche Blutuntersuchung empfohlen
- Vitamin K2 (MK-7): Aktiviert Osteocalcin und leitet Kalzium in die Knochen — senkt das Risiko einer arteriellen Verkalkung im Zusammenhang mit Kalziumpräparaten — 100–200 μg/Tag
- Magnesium: Cofaktor von Vitamin D3 und Bestandteil von Hydroxylapatit — 300–400 mg/Tag
- Organisches Silizium: regt die Synthese von Knochenkollagen an – verbessert die Qualität des Proteingerüsts über die reine Mineralstoffdichte hinaus
Welche medizinischen Behandlungen gibt es bei nachgewiesener Osteoporose?
Medizinische Behandlungen der Osteoporose senken das Frakturrisiko deutlich – sie sollten für eine optimale Wirksamkeit systematisch mit Kalzium- und D3-Nahrungsergänzungsmitteln kombiniert werden.
- Bisphosphonate (Alendronat, Risedronat, Zoledronat): hemmen die Osteoklasten – Reduzierung der Wirbelkörperfrakturen um 40–70 % – Erstlinientherapie – orale Einnahme morgens auf nüchternen Magen mit einem großen Glas Wasser, 30 Minuten im Stehen verharren
- Denosumab: Anti-RANK-L-Antikörper – subkutane Injektion alle 6 Monate – starkes Resorptionshemmer – schrittweises Absetzen zwingend erforderlich (Risiko eines Fraktur-Rebounds)
- Teriparatid: rekombinantes PTH — knochenanabol (stimuliert den Knochenaufbau) — nur bei schwerer Osteoporose mit multiplen Frakturen
- Kalzium + D3: müssen bei allen medikamentösen Osteoporose-Behandlungen eingenommen werden – ohne sie sinkt die Wirksamkeit deutlich
- Hormonelle Menopausentherapie (HMT): schützt die Knochenmasse, wenn sie in den ersten 10 Jahren verschrieben wird – individuelle medizinische Entscheidung gemeinsam mit dem Gynäkologen oder Endokrinologen