Was ist ein Niesen und wie entsteht es?
Das Niesen ist ein unwillkürlicher Schutzreflex, bei dem die Luft mit hoher Geschwindigkeit (≈ 150 km/h) aus den Lungen durch Nase und Mund ausgestoßen wird. Es wird ausgelöst, wenn Nervenfasern des Trigeminusnervs in der Nasenschleimhaut durch einen Reizstoff stimuliert werden – das Signal wird an das Nieszentrum im Medulla oblongata weitergeleitet, das die synchrone Kontraktion des Zwerchfells, der Interkostalmuskeln, der Rachenmuskulatur und des Gaumensegels koordiniert. HNO-Pflegeprodukte und Nahrungsergänzungsmittel gegen Allergien sind im Shop erhältlich.
- Allergische Rhinitis: häufigste Ursache für Niesanfälle – Freisetzung von Histamin durch die nasalen Mastzellen als Reaktion auf Allergene (Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze) – begleitet von Juckreiz in Nase und Augen, klarem Nasenausfluss und Tränenfluss – siehe Pflegeprodukte fürsaisonale Allergien
- Virusinfektionen: Schnupfen (Rhinovirus) – Grippe (Influenza) – Niesen gehört zu den ersten Symptomen, gefolgt von verstopfter Nase und Schleim
- Physikalische und chemische Reizstoffe: Staub, Umweltverschmutzung, Rauch, starke Parfüms – durch trockene Luft gereizte Nase (Luftfeuchtigkeit < 40 %) – Gewürze (Pfeffer, Chili – direkte Stimulation der TRPV1-Rezeptoren)
- Lichtreflex (ACHOO-Syndrom): Niesen, ausgelöst durch plötzliche Einwirkung von grellem Licht — Prävalenz bei 18 bis 35 % der Bevölkerung — autosomal-dominant vererbt — gutartig
Wie lassen sich allergisches Niesen und infektiöses Niesen unterscheiden?
- Allergisches Niesen: in Schüben (≥ 5 hintereinander) – Juckreiz in der Nase, Augenjuckreiz und manchmal Gaumenjuckreiz – klarer, wässriger Ausfluss – kein Fieber – Dauer abhängig von der Allergenbelastung – saisonal (Frühlings- und Sommerpollen) oder ganzjährig (Hausstaubmilben zu jeder Jahreszeit)
- Infektiöses Niesen (Erkältung): seltener in Schüben, eher vereinzelt — Schleim, der von klar zu gelblich wechselt — mäßiges Fieber möglich (< 38,5 °C) — Halsschmerzen, Gliederschmerzen — spontane Besserung innerhalb von 7 bis 10 Tagen
- Warnzeichen: Niesen in Verbindung mit Fieber > 38,5 °C, Atembeschwerden oder Hautausschlag – kann auf eine schwere systemische allergische Reaktion oder eine komplizierte Atemwegsinfektion hinweisen
Welche natürlichen Heilmittel und Behandlungen gibt es bei häufigem Niesen?
- Nasenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung: entfernt Allergene und Viren mechanisch aus den Nasenhöhlen – verringert den Kontakt zwischen dem Reizstoff und den Nervenfasern der Schleimhaut – siehe Nasenspülung
- Kamille (Matricaria chamomilla): Apigenin und Bisabolol – wirkt entzündungshemmend auf die Schleimhäute – als lauwarmer Aufguss oder zur sanften Inhalation – eine Kreuzallergie mit den Korbblütlern (Gänseblümchen) ist möglich: vorheriger Verträglichkeitstest
- Quercetin: natürliches Flavonoid (Äpfel, Zwiebeln, Kapern, grüner Tee) – natürlicher Hemmstoff der Histaminfreisetzung durch Mastzellen – als Kur 2 bis 4 Wochen vor der Pollensaison – in Kombination mit Vitamin C für eine antihistaminische Synergie
- LokalerHonig: traditionell zur Desensibilisierung gegenüber regionalen Pollen verwendet – nicht als medizinische Desensibilisierung validiert, wird jedoch gut vertragen – einen Löffel in einem heißen Kräutertee
- Orale Antihistaminika (Cetirizin, Loratadin – 2. Generation, nicht sedierend): Standardtherapie bei allergischer Rhinitis – Einnahme vor dem Kontakt mit Allergenen in der Risikosaison – nach ärztlicher oder pharmazeutischer Beratung
- Vorbeugung: HEPA-Luftreiniger – geschlossene Fenster während Pollenhochsaisonen (RNSA – lokale Pollenberichte) – Haare abends waschen – morgens und abends 10 Minuten lang lüften, außer in Zeiten hoher Pollenbelastung