Kopfschmerzen sind oft die körperliche Ausprägung chronischer Muskelverspannungen oder anhaltenden Stresses. Die Mechanismen:
Rhodiola rosea moduliert die Reaktion auf chronischen Stress – ein direkter Mechanismus bei wiederkehrenden Spannungskopfschmerzen. Seine Rosavine und Salidroside:
Randomisierte Studien zeigen nach 2 bis 4 Wochen eine signifikante Verringerung der körperlichen Stresssymptome (einschließlich Kopfschmerzen). Vorsichtsmaßnahme: Nicht zusammen mit MAO-Hemmern einnehmen.
Ein erheblicher Teil der morgendlichen Kopfschmerzen hängt mit Schlafstörungen (Apnoen, Bruxismus, Schlaflosigkeit) zusammen. Baldrian (Valeriana officinalis) verbessert die Qualität des Tiefschlafs durch die Potenzierung von GABA. Metaanalysen bestätigen seine Wirksamkeit bei Schlafstörungen und leichten Angstzuständen nach 2 bis 4 Wochen, ohne dass eine Gewöhnung nachgewiesen wurde. Durch die Verbesserung der Schlafqualität verringert es indirekt die Häufigkeit morgendlicher Kopfschmerzen, die mit einer nächtlichen Überaktivität des Sympathikus zusammenhängen.
Ein Drittel der Menschen mit leichter bis mittelschwerer Depression berichtet von chronischen Kopfschmerzen als Begleitsymptom. Johanniskraut (Hypericum perforatum) hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Cochrane-Metaanalysen bestätigen seine Wirksamkeit, die bei leichten bis mittelschweren Depressionen mit der von trizyklischen Antidepressiva vergleichbar ist. Unbedingt zu beachtende Vorsichtsmaßnahmen: CYP3A4-Induktor (verringert die Wirksamkeit von Verhütungsmitteln, Antikoagulanzien und Immunsuppressiva), kontraindiziert bei Einnahme von SSRI (Serotonin-Syndrom), während der Schwangerschaft und Stillzeit. Bei laufender Behandlung ist unbedingt ärztlicher Rat einzuholen.
Zwei Mikronährstoffe, die bei wiederkehrenden Kopfschmerzen oft vernachlässigt werden:
Ubiquinol (die reduzierte Form von CoQ10) optimiert die mitochondriale Atmungskette der Gehirnneuronen. Klinische Studien (Sandor, 2005) zeigen, dass 300 mg/Tag CoQ10 oder 100 bis 150 mg Ubiquinol die Migränehäufigkeit nach 3 Monaten im Vergleich zu Placebo um 47 % senken. Die körpereigene Synthese nimmt zwischen dem 20. und 80. Lebensjahr um 50 % ab, und Statine reduzieren sie um weitere 30 bis 50 % – dies sollte bei Patienten unter Statinen, die unter Kopfschmerzen leiden, im Auge behalten werden.