Ubiquinol ist die reduzierte und direkt wirksame Form des Coenzyms Q10 (CoQ10). Im Körper wechselt CoQ10 je nach seiner Rolle in der mitochondrialen Atmungskette ständig zwischen seiner oxidierten Form (Ubichinon) und seiner reduzierten Form (Ubiquinol) hin und her. Ubiquinol ist die im Blut vorherrschende Form und die direkt antioxidativ wirkende Form – ohne dass eine vorherige Umwandlung erforderlich ist.
Was ist Ubiquinol?
Ubiquinol (CoQ10H₂) ist die reduzierte Form des Coenzyms Q10 – zwei zusätzliche Elektronen verleihen ihm seine direkte antioxidative Wirkung auf Lipidmembranen. Es ist die vorherrschende Form im Blut (> 90 % des gesamten CoQ10 im Plasma) und in den meisten Geweben. Es wird in den Mitochondrien bei der oxidativen Phosphorylierung gebildet. Ihre Bioverfügbarkeit ist bei Menschen mit verminderter Umwandlungsfähigkeit – Senioren, Personen unter Statin-Einnahme – höher als die von Ubichinon.
Ubiquinol vs. Ubichinon: Was ist der Unterschied?
Beide Formen sind dasselbe Molekül in zwei unterschiedlichen Oxidationszuständen – jede hat je nach Profil des Anwenders ihre Vorteile.
- Ubichinon (oxidiertes CoQ10): aktive Form in der Atmungskette, wird bei jungen Erwachsenen gut in Ubichinol umgewandelt – optimales Preis-Leistungs-Verhältnis
- Ubiquinol (reduziertes CoQ10): direkt antioxidativ wirkende Form, die bei Senioren und Personen, die Statine einnehmen – bei denen die Umwandlung von Ubiquinon zu Ubiquinol weniger effizient ist – besser resorbiert wird
- Liposomale oder phospholipidische Formulierungen beider Formen: höhere Bioverfügbarkeit als bei Standardformulierungen
- Der klinische Unterschied zwischen den beiden Formen ist bei jungen, gesunden Erwachsenen nach wie vor gering
Wie unterstützt Ubiquinol die Energieversorgung?
Ubiquinol spielt eine zentrale Rolle bei der mitochondrialen ATP-Produktion und beim Zellschutz.
- Es ist das bewegliche Element der Elektronentransportkette – es überträgt Elektronen vom Komplex I/II zum Komplex III
- In seiner reduzierten Form neutralisiert es direkt die bei der oxidativen Phosphorylierung entstehenden freien Radikale – Schutz der Mitochondrienmembranen
- Es regeneriert Vitamin E und andere verbrauchte lipidische Antioxidantien
- Seine Konzentration ist im Herzen, in den Nieren, in der Leber und in den Muskeln am höchsten – Organe mit hohem Energiebedarf
- Trägt dazu bei, die zelluläre Ermüdung in Zeiten erhöhten Energiebedarfs zu verringern
Ubiquinol und Herz-Kreislauf-Gesundheit?
Das Herz ist das Organ mit der höchsten CoQ10-Konzentration – sein Bedarf an Ubiquinol für die Funktion ist besonders hoch.
- Unterstützt die optimale Funktion des Myokards (Herzzellen) durch die Produktion von ATP
- Schützt die Gefäßwände vor oxidativem Lipidstress
- Besonders relevant für Personen, die Statine einnehmen: Diese Medikamente hemmen den Mevalonatweg und verringern so die körpereigene CoQ10-Synthese – Ubiquinol gleicht diesen Mangel aus
- Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine Behandlung mit Antikoagulanzien erhalten – mögliche Wechselwirkung
Wer profitiert am meisten von Ubiquinol?
Es gibt verschiedene Personengruppen, die einen erhöhten Bedarf an Ubiquinol haben oder deren Umwandlungsfähigkeit eingeschränkt ist.
- Personen über 40 Jahre: Rückgang der körpereigenen Produktion und der Umwandlungsfähigkeit – Ubiquinol gleicht dies wirksamer aus
- Personen unter Statintherapie: nachgewiesener CoQ10-Mangel – eine Ubiquinol-Supplementierung wird in der klinischen Praxis häufig empfohlen
- Sportler mit hohem Trainingspensum: hoher mitochondrialer Bedarf – siehe unser Sortiment zur sportlichen Regeneration
- Senioren: Vitalität, Herz-Kreislauf-Komfort und kognitive Unterstützung durch den Schutz der Nervenzellen vor oxidativem Stress
- Gesunde junge Erwachsene: Standard-Ubichinon ist oft ausreichend und kostengünstiger
Dosierung und Vorsichtsmaßnahmen bei Ubiquinol?
Die Dosierung richtet sich nach dem Ziel und dem individuellen Profil.
- Vorbeugung und allgemeines Wohlbefinden: 50 bis 100 mg/Tag
- Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems oder bei Personen, die Statine einnehmen: 100 bis 200 mg/Tag
- Situationen mit erhöhtem Bedarf: bis zu 300 mg/Tag nach ärztlicher Absprache
- Mit einer fettreichen Mahlzeit einnehmen (fettlöslich) – Weichkapseln mit Pflanzenöl sorgen für die beste Resorption
- Antikoagulanzien (Warfarin): mögliche Wechselwirkung – informieren Sie Ihren Arzt
- Leichte Verdauungsstörungen oder Schlaflosigkeit bei hoher Dosierung möglich – mit einer moderaten Dosis beginnen
- Schwangerschaft und Stillzeit: vorsichtshalber vermeiden (unzureichende Datenlage)