Was ist ein Zahnersatz und welche Arten gibt es?
Ein Zahnersatz ist ein maßgefertigtes medizinisches Hilfsmittel, das dazu dient, einen oder mehrere fehlende Zähne zu ersetzen, um die Kaufunktion, die Sprachbildung und das Aussehen wiederherzustellen. Man unterscheidet zwei große Gruppen – herausnehmbare Prothesen (die der Patient selbst herausnehmen kann) und festsitzende Prothesen (die an den Zähnen oder Implantaten zementiert oder verschraubt sind). Die Wahl hängt von der Anzahl der fehlenden Zähne, dem Knochen- und Zahnfleischbestand sowie dem Budget ab. Pflegezubehör für Zahnprothesen und Produktezur Mundhygiene sind im Shop erhältlich.
- Teilprothese: Ersetzt einen oder mehrere Zähne und stützt sich dabei auf die verbleibenden natürlichen Zähne ab – Metallgerüst (Cr-Co) oder Kunststoff – Klammern an den Stützzähnen – kostengünstiger – tägliche Reinigung erforderlich – nächtliches Herausnehmen empfohlen
- Herausnehmbare Vollprothese (Zahnprothese): Ersetzt alle Zähne eines Kiefers – Halt durch Saugwirkung (randseitige Verbindung zwischen Zahnfleisch und Kunststoff) und/oder Haftmittel – auf Implantaten (Overdenture): deutlich verbesserte Stabilität — ohne Zähne baut sich der Alveolarknochen allmählich ab → Umformung des Zahnfleisches → mit der Zeit passt die Zahnprothese nicht mehr richtig → regelmäßige Anpassungen unerlässlich
- Festsitzende Prothese – Brücke: Auf die benachbarten Zähne (abgeschliffene Pfeilerzähne) zementierte Krone zum Ersatz von 1 bis 3 Zähnen – nicht herausnehmbar – Lebensdauer 10–15 Jahre
- Implantatprothese: Krone, Brücke oder Vollprothese, die auf osseointegrierten Titanimplantaten befestigt wird — Lösung, die dem natürlichen Zahn am nächsten kommt — vorheriger zahnärztlicher Eingriff erforderlich — überlegene Haltbarkeit
Wie pflegt man seinen Zahnersatz im Alltag?
- Mechanische Reinigung ist unerlässlich: spezielle Bürste (mit weicheren Borsten als bei gewöhnlichen Zahnbürsten) + spezielles Prothesenreinigungsmittel (nicht scheuernd) – mindestens zweimal täglich – Wasser und Seife allein reichen nicht aus – niemals gewöhnliche Zahnpasta verwenden (scheuernd → zerkratzt den Kunststoff → begünstigt die Ansammlung von Bakterien)
- Reinigungsbrausetabletten: Tägliches Einweichen für 15–30 Minuten in einer desinfizierenden und reinigenden Lösung — entfernt Plaque, Zahnstein und anaerobe Bakterien, die für Mundgeruch und Mundsoor (Candidiasis ) verantwortlich sind
- Nächtliches Herausnehmen: Das Zahnfleisch zur Ruhe kommen lassen – fördert dessen Revaskularisierung und Gesundheit – in Wasser oder der Einweichlösung aufbewahren (niemals trocknen lassen – das Kunststoffmaterial schrumpft und bekommt Risse) — Personen, die unter Schlafapnoe oder Bruxismus leiden, erhalten möglicherweise spezifische Empfehlungen von ihrem Arzt
- Pflege von Zahnfleisch und Mundschleimhaut: Auch ohne natürliche Zähne das Zahnfleisch und den Gaumen mit einer weichen Bürste reinigen — beugt einer subprothetischen Candidose (Soor) und Entzündungen (prothetische Stomatitis) vor — Mundtrockenheit verstärkt die Ansammlung von Hefepilzen unter der Prothese
Wie lange hält eine Prothese und wann muss sie erneuert werden?
- Lebensdauer je nach Art: herausnehmbare Kunststoffprothese – 5 bis 8 Jahre (der Kunststoff nutzt sich ab und verfärbt sich) – herausnehmbare Metallprothese – 8 bis 15 Jahre (stabilere Konstruktion) – Brücke — 10 bis 15 Jahre — Implantatprothese — 15 bis 20 Jahre oder länger
- Anzeichen für eine mangelnde Passform, auf die man achten sollte: Die Prothese bewegt sich oder fällt beim Essen heraus — Zahnfleischschmerzen oder schmerzhafte Druckstellen — Schwierigkeiten beim Kauen — Veränderungen in der Aussprache — Veränderungen im Gesichtsausdruck (Abflachung der Wangen, ausgeprägte Falten um den Mund herum) — bei Auftreten dieser Anzeichen immer den Zahntechniker oder Zahnarzt konsultieren
- Knochenabbau und mangelnde Passform: Ohne Zähne baut sich der Alveolarknochen mit einer Geschwindigkeit von etwa 1 mm pro Jahr ab — das Zahnfleisch verändert sein Volumen und seine Form → die Prothese passt nicht mehr → Druckstellen, Geschwüre, Mundgeruch – Unterfütterung (Auffüllung der Innenseite der Prothese) – wird vom Zahntechniker oder Zahnarzt durchgeführt
- Handhabung und Aufbewahrung: niemals auskochen (irreversible Verformung des Kunststoffs) – Stürze vermeiden (Brüchigkeit) – über einer Wasserschüssel oder einem Handtuch reinigen – zum Transport ein Hartschalenetui verwenden
Wie gewöhnt man sich an eine neue Prothese und geht mit Beschwerden um?
- Normale Eingewöhnungsphase: die ersten Wochen – Schwierigkeiten beim Kauen, Fremdkörpergefühl, vorübergehender übermäßiger Speichelfluss, Veränderungen der Aussprache – normal und vorübergehend – nach und nach wieder feste Nahrung zu sich nehmen – sich nicht überanstrengen
- Schmerzstellen und Geschwüre: Eine schlecht sitzende Prothese verursacht Bereiche mit übermäßigem Druck → schmerzhafte Zahnfleischgeschwüre – den Zahnarzt oder Zahntechniker für eine gezielte Anpassung konsultieren (niemals selbst mit Schleifmitteln nachbessern) – milde antiseptische Mundspülungen (Salzwasser, Chlorhexidin in geringer Konzentration) lindern gereizte Schleimhäute
- Prothesenhaftmittel: Creme oder Pulver — verbessern die Stabilität und den Tragekomfort der herausnehmbaren Prothese — hilfreich in der Eingewöhnungsphase — dürfen nicht als Ersatz für eine notwendige Unterfütterung verwendet werden — zinkfreie Formulierungen werden empfohlen (bei bestimmten Haftcremes wurde langfristig das Risiko einer Zinkneuropathie gemeldet)
- Zahnpflege der verbleibenden natürlichen Zähne: Bei Teilprothesen ist die Hygiene der natürlichen Zähne noch wichtiger — die Pfeilerzähne, an denen die Klammern befestigt sind, sind besonders anfällig für zervikale Karies — sorgfältiges Zähneputzen + Zahnseide unerlässlich — Pflegeprodukte aus dem Bereich der Mundhygiene verfügbar