Was ist ein Zahnimplantat und wie funktioniert es?
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel aus Titan, die in den Ober- oder Unterkieferknochen eingeschraubt wird, um die Wurzel eines fehlenden Zahns zu ersetzen. Auf diesem Implantat wird eine prothetische Krone, eine Brücke oder eine festsitzende Prothese befestigt. Es ist die Zahnersatzlösung, die einem natürlichen Zahn anatomisch und funktionell am nächsten kommt. Produkte zur Mundhygiene zur Pflege Ihrer Implantate finden Sie im Sortiment an Mundspülungen in unserem Shop.
- Die Osseointegration – der Schlüssel zum Erfolg: Titan ist ein biokompatibles Metall, das eine besondere Knochenreaktion auslöst – die Knochenzellen (Osteoblasten) besiedeln die Oberfläche des Implantats und bilden eine direkte Knochen-Metall-Verbindung ohne Zwischengewebe — dieser Prozess dauert 3 bis 6 Monate und ist ausschlaggebend für die langfristige Stabilität des Implantats — die Erfolgsquote nach 10 Jahren liegt bei über 95 %, sofern keine Komplikationen auftreten
- Zweistufiges Verfahren: erste Stufe (Einsetzen des Implantats in den Knochen unter Lokalanästhesie – Naht – Heilung und Osseointegration über 3 bis 6 Monate) — Zweiter Schritt (Freilegung des Implantats + Einsetzen eines Einheilpfostens – Zahnabdruck – Anfertigung und Einsetzen der endgültigen Krone oder Prothese)
- Indikationen: Ersatz eines einzelnen fehlenden Zahns – Ersatz mehrerer Zähne, ohne die Nachbarzähne zu beschleifen (im Gegensatz zur Brücke) – Stabilisierung einer herausnehmbaren Prothese (Implantate, auf denen die Prothese einrastet) — Vollständige Rekonstruktion auf Implantaten (All-on-4, All-on-6)
- Wichtigste Kontraindikationen: unzureichendes Knochenvolumen oder unzureichende Knochendichte (vorherige Knochentransplantation möglich) – schlecht eingestellter Diabetes (beeinträchtigte Wundheilung) — schwere Immunschwäche — intravenös verabreichte Bisphosphonate (Kieferosteonekrose) — starkes Rauchen (beeinträchtigt die Osseointegration erheblich) — kürzlich durchgeführte Strahlentherapie im Hals- und Gesichtsbereich
Postoperative Verläufe und Nachsorge nach dem Einsetzen eines Zahnimplantats
Die postoperativen Beschwerden nach einer Implantatoperation sind in der Regel moderat – durch Schmerzmittel kontrollierbare Schmerzen, lokale Schwellung für 48 bis 72 Stunden, mögliche Blutergüsse. Die Einhaltung der postoperativen Anweisungen hat direkten Einfluss auf die Qualität der Osseointegration. Eine gute und gründliche Zahnhygiene im Bereich des Implantats ist während dessen gesamter Lebensdauer unerlässlich.
- Erste Tage nach dem Einsetzen: kalte oder lauwarme Nahrung (heiße Speisen in den ersten 48 Stunden vermeiden) – weiche Speisen (keine harten oder knusprigen Speisen) – nicht rauchen (Nikotin verringert die Durchblutung des Knochens und beeinträchtigt die Osseointegration) — vom Chirurgen verschriebene antiseptische Mundspülungen — die Implantatstelle weder mit der Zunge noch mit den Fingern berühren — in den ersten Stunden zeitweise äußerlich kühlen (zur Verringerung der Schwellung)
- Hygiene rund um das Implantat: zweimal täglich sanftes Putzen mit einer weichen Zahnbürste (Titan ist zwar nicht kariesanfällig, doch Zahnstein und Plaque, die sich um das Implantat herum ablagern, können eine Periimplantitis verursachen – eine zerstörerische Entzündung des periimplantären Knochens) — für den Implantataufbau geeignete Interdentalbürsten — nicht ausfransender Zahnseide — alkoholfreies, antiseptisches Mundwasser
- Periimplantitis – eine Komplikation, die es zu vermeiden gilt: entspricht einer Parodontitis rund um ein Implantat — subgingivale Bakterien zerstören den das Implantat umgebenden Knochen — schwierige Behandlung (Implantatoberflächenbehandlung, chirurgischer Eingriff) — Vorbeugung durch einwandfreie Mundhygiene und zweimal jährlich eine professionelle Zahnsteinentfernung
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Kontrollröntgenaufnahme nach 6 Monaten, nach 1 Jahr und anschließend alle 2 bis 3 Jahre — zweimal jährlich professionelle Zahnsteinentfernung — anhaltende Schmerzen, Lockerung des Implantats oder Zahnfleischbluten im Bereich des Abutments unverzüglich melden
Wichtige Nährstoffe zur Förderung der Osseointegration und der periimplantären Gesundheit
Die Qualität der Osseointegration und die periimplantäre Knochengesundheit hängen zum Teil vom Ernährungszustand ab. Mehrere Nährstoffe spielen eine nachgewiesene Rolle bei der Knochen- und Schleimhautheilung nach einer Implantatoperation – eine gezielte Nahrungsergänzung in den Wochen vor und nach dem Eingriff kann die Heilung unterstützen.
- Vitamin D3 und Kalzium: Vitamin D3 ist für die Kalziumaufnahme im Darm und die Knochenmineralisierung unverzichtbar – ein Vitamin-D-Mangel ist häufig und beeinträchtigt die Osseointegration – eine Supplementierung wird präoperativ empfohlen, wenn ein Mangel nachgewiesen ist (25-OH-D3-Bestimmung) — 1.000 bis 1.200 mg Kalzium pro Tag über die Ernährung (Milchprodukte, grünes Gemüse) oder durch Nahrungsergänzungsmittel
- Vitamin C: unverzichtbarer Cofaktor für die Kollagensynthese (Knochenmatrix und Wundheilung des Zahnfleischgewebes) — beschleunigt die postoperative Heilung der Schleimhaut — stärkt das periimplantäre Zahnfleisch — 500 mg/Tag als 4- bis 6-wöchige Kur rund um den Eingriff
- Zink und Magnesium: Zink (Kofaktor für Knochenbildung und -umbau – Gewebeheilung) – Magnesium (Kofaktor für die Aktivität der Osteoblasten – die Hälfte des körpereigenen Magnesiums ist im Knochen gespeichert) — als 6- bis 8-wöchige Kur rund um den chirurgischen Eingriff
- Rauchen und Osseointegration: Nikotin verringert die Durchblutung des Knochens, beeinträchtigt die Aktivität der Osteoblasten und erhöht das Risiko eines Implantatversagens um das 2- bis 4-Fache — Die Raucherentwöhnung mindestens 2 Wochen vor und 8 Wochen nach der Implantation wird von den Fachgesellschaften für Implantologie dringend empfohlen