Die Rosskastanie ist die Frucht desAesculus hippocastanum, eines Baumes aus der Familie der Sapindaceae, der ursprünglich vom Balkan stammt und in Europa weit verbreitet ist. Diese Frucht ist nicht mit der essbaren Kastanie zu verwechseln und in ihrer rohen Form nicht zum Verzehr geeignet. Die Extraktion und Standardisierung ihrer Wirkstoffe machen sie zu einem der am besten dokumentierten pflanzlichen Venenstärkungsmittel. Ihre Anwendung wird von der EMA und der ESCOP zur symptomatischen Behandlung der chronischen Veneninsuffizienz anerkannt.
Aescin, eine Mischung aus Triterpensaponinen, ist der maßgebliche Wirkstoff. Es wirkt synergistisch mit Flavonoiden (Quercetol, Kaempferol) und Cumarinen (Esculosid). Zu seinen Eigenschaften gehören:
Aescin wirkt über mehrere zusammenwirkende Mechanismen: Es verringert die Kapillardurchlässigkeit (begrenzt den Plasmaaustritt ins Gewebe und damit das Ödem), erhöht den Tonus der Venenwand, wirkt gegen freie Radikale und hemmt bestimmte lysosomale Enzyme, die am Abbau des venösen Kollagens beteiligt sind. Dieses facettenreiche pharmakologische Wirkprofil erklärt seine zentrale Stellung in der Phytotherapie zur Förderung der Durchblutung und seine Erwähnung in den Cochrane-Reviews zur venösen Insuffizienz.
Ja, und dies ist eine der in der wissenschaftlichen Literatur am besten belegten Indikationen. Bei Krampfadern und chronischen Venenerkrankungen bewirken standardisierte Escin-Extrakte eine nachgewiesene Verbesserung von Schweregefühl, Juckreiz und Ödemen, die in bestimmten Parametern mit der Wirkung von Kompressionsstrümpfen vergleichbar ist. Bei Hämorrhoiden erklärt seine ödemhemmende und venotonische Wirkung den Nutzen einer innerlichen Kur als Ergänzung zu einer lokalen Behandlung. Anhaltende Schmerzen im Analbereich, Blutungen oder Veränderungen der Stuhlgewohnheiten rechtfertigen einen Arztbesuch.
Seine Fähigkeit, die Kapillardurchlässigkeit zu verringern, macht es zu einem Mittel der Wahl bei der natürlichen Behandlung von Ödemen in den unteren Extremitäten, die durch langes Stehen, Hitze oder einen unzureichenden venösen Rückfluss verursacht werden. Es unterstützt zudem bei Episoden von Wassereinlagerungen, ergänzend zu einem angepassten Lebensstil (Bewegung, Hochlegen der Beine, Flüssigkeitszufuhr, Kompressionsstrümpfe, falls empfohlen).
Die Darreichungsformen hängen vom jeweiligen Ziel ab:
Es gibt zahlreiche sich ergänzende venotonische Synergien: