Was ist der Lymphkreislauf und welche Funktion hat er?
Der Lymphkreislauf ist ein Netzwerk aus Gefäßen, Kapillaren und Lymphknoten, das den Blutkreislauf ergänzt, indem es überschüssige interstitielle Flüssigkeit aufnimmt und in den Blutkreislauf zurückführt – etwa 2 bis 4 Liter Lymphe pro Tag. Sie erfüllt eine dreifache Funktion: den Wasserhaushalt des Gewebes, den Transport der im Darm resorbierten Fette (Chylus) und die Immunabwehr (Filterung von Krankheitserregern in den Lymphknoten). Produkte zur Unterstützung des Lymph- und Kreislaufsystems finden Sie im Sortiment „Venenkreislauf“ unseres Shops.
- Funktionsanatomie: Lymphkapillaren (blindend – sammeln die interstitielle Flüssigkeit) → Sammellymphgefäße (mit Rückflussventilen ausgestattet) → Lymphknoten (immunologische Filterung – Achselhöhlen, Hals, Leisten, Mesenterium) → Lymphstämme → linker Ductus thoracicus und rechte große Lymphvene → münden in den Blutkreislauf auf Höhe der Venen subclaviae
- Förderung der Lymphe: Im Gegensatz zum Blut verfügt die Lymphe über keine eigene Pumpe — sie wird durch Muskelkontraktionen (Gehen, körperliche Aktivität), Atembewegungen (Zwerchfell), benachbarte arterielle Pulsationen sowie durch die autonome Kontraktion der Lymphgefäßwände vorangetrieben
- Rolle im Immunsystem: Die Lymphknoten enthalten B-Lymphozyten (Antikörper) und T-Lymphozyten (zelluläre Immunität) – Lymphknotenschwellung (Adenopathie) = aktive Immunreaktion – Mandeln, Milz und Peyer-Plaques im Darm gehören zum Lymphsystem
Welche Anzeichen deuten auf einen gestörten Lymphfluss hin und wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
- Lymphödem: Ansammlung von Lymphe im Gewebe → fortschreitende und chronische Schwellung – betrifft vor allem die Gliedmaßen – kann primär (angeborene Fehlbildung der Gefäße) oder sekundär (Lymphknotenentfernung, Strahlentherapie, parasitäre Infektion – Filariose) – spezialisierte Behandlung (Physiotherapie, manuelle Lymphdrainage, Kompression)
- Funktionale Anzeichen einer verlangsamten Lymphzirkulation: anhaltendes Müdigkeitsgefühl — Schweregefühl in den Gliedmaßen — vorübergehende Schwellung am Ende des Tages (unterscheidet sich vom eigentlichen Lymphödem) — erhöhte Anfälligkeit für wiederholte Infektionen — Cellulite
- Einen Arzt aufsuchen bei: unerklärlicher und anhaltender einseitiger Schwellung – anhaltenden multiplen Lymphknotenschwellungen – postoperativem oder strahlenbedingtem Lymphödem – Fieber in Verbindung mit schmerzhaften Lymphknoten (Infektion oder Lymphsystemerkrankung)
Wie lässt sich der Lymphfluss auf natürliche Weise anregen?
- Körperliche Aktivität: erste Maßnahme – Gehen, Schwimmen, Yoga und das Hüpfen auf einem Mini-Trampolin sind besonders wirksam, um den Lymphfluss anzuregen – mindestens 30 Minuten täglich – lange Phasen der Inaktivität vermeiden – siehe Behandlungen zur Verbesserung des Kreislaufs
- Manuelle Lymphdrainage: spezifische therapeutische Massage – leichter, rhythmischer Druck in Richtung des Lymphabflusses – muss von einem ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführt werden – kontraindiziert bei aktivem Krebs, akuter Infektion oder Thrombose
- Flüssigkeitszufuhr: 1,5 bis 2 l Wasser pro Tag – sorgt für die Fließfähigkeit der Lymphe – lauwarmes Wasser ist kaltem Wasser vorzuziehen, um den Gewebeaustausch zu unterstützen
- Bromelain (Ananas-Enzym): entzündungshemmende und entwässernde Eigenschaften – reduziert posttraumatische und lymphatische Schwellungen – 250 bis 500 mg/Tag zwischen den Mahlzeiten – Kontraindikation bei Einnahme von Antikoagulanzien
- Vitamin C: Unterstützung der lymphatischen Gefäßwände (Kollagensynthese) — immunstimulierende Eigenschaften — 500 bis 1.000 mg/Tag
- Selen: lymphatisches Antioxidans — Cofaktor der Glutathionperoxidase — 55 bis 200 µg/Tag — siehe Lymphsystem und Maßnahmen zur Förderung der Durchblutung
- Harntreibende Pflanzen (Löwenzahn, Orthosiphon, Mädesüß): fördern die Ausscheidung überschüssiger Flüssigkeit über die Nieren — Unterstützung bei leichten Lymphstauungen — in Verbindung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr