Was sind Nasensekrete und welche Schutzfunktion haben sie?
Nasensekrete (Nasenschleim) bilden die erste Abwehrbarriere der Atemwege: Sie fangen eingeatmete Staubpartikel, Bakterien, Viren und Allergene auf, bevor diese die Bronchien erreichen. Ihre Produktion ist keineswegs nur ein Ärgernis, sondern ein unverzichtbarer physiologischer Mechanismus zur Erhaltung der Gesundheit der Atemwege. Nasenpflegeprodukte und HNO-Ergänzungsmittel sind im Sortiment „sphère ORL“ des Shops erhältlich.
- Zusammensetzung: Wasser (95 %), Mucine (gelbildende Glykoproteine), sekretorisches IgA (lokale Antikörper), Lysozym (antibakterielles Enzym), Lactoferrin – werden kontinuierlich von den submukösen Drüsen in einer Menge von 1 bis 1,5 l/Tag bei Erwachsenen produziert – der größte Teil wird unbewusst geschluckt
- Mukoziliäre Clearance: Die Nasenzilien befördern den mit Schadstoffen beladenen Schleim in den Nasenrachenraum (Erneuerung innerhalb von 10 bis 20 Minuten) – erstes Reinigungssystem der Atemwege
- Deutung der Schleimfarbe:
- Klar und flüssig: Normalzustand oder Beginn einer Virusinfektion (Erkältung) oder allergische Rhinitis
- Dickflüssig und weiß: Dehydrierung oder Ende einer viralen Erkältung
- Gelb oder grün: Immunreaktion – Neutrophile im Schleim – Anzeichen einer aktiven Infektion (virale Infektion im Endstadium oder bakterielle Infektion) – nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit einer Antibiotikatherapie
- Blutig: Empfindlichkeit der submukösen Kapillaren (trockene Luft, kräftiges Schnäuzen) – siehe Pflegehinweise für gereizte Nasen
Was sind die Ursachen für eine übermäßige Nasensekretion und wie sind die Symptome zu deuten?
- Virusinfektionen: Schnupfen (Rhinovirus) und Grippe – akute Hypersekretion über 7 bis 10 Tage – Schleim, der sich von klar zu gelblich verändert – siehe HNO-Infektionen
- Allergische Rhinitis: reichlich klarer, wässriger Schleim – Niesanfälle – Juckreiz in Nase und Augen – saisonale Pollenallergie oder ganzjährige Hausstaubmilbenallergie
- Sinusitis: zäher Schleim, der in den Nasennebenhöhlen staut – unzureichender Abfluss – Druckschmerzen im Gesicht – möglicherweise bakteriell, wenn grünlicher Schleim länger als 10 Tage anhält und Fieber auftritt
- Nicht-allergische (vasomotorische)Rhinitis: ausgelöst durch Temperaturschwankungen, starke Gerüche, Alkohol, Stress – klarer Schleim ohne infektiöse oder allergische Komponente
- Ansteckungsgefahr: Die Nasensekrete selbst sind nicht ansteckend – die verantwortlichen Viren hingegen schon – regelmäßiges Händewaschen + keine gemeinsamen persönlichen Gegenstände (Taschentücher, Besteck)
Wie lässt sich der Nasenausfluss auf natürliche Weise reduzieren und einem erneuten Auftreten vorbeugen?
- Nasenspülung mit Kochsalzlösung: wirksamste Methode – isotonisches Meerwasser oder physiologische Kochsalzlösung – mechanische Spülung von Schleim, Allergenen und Krankheitserregern – siehe Nasenspülung undNasenhygiene
- Honig und Zitrone in heißem Kräutertee: beruhigend für den Rachen, leicht antibakteriell – Linderung von Halsreizungen im Zusammenhang mit hinterem Nasenausfluss – kontraindiziert bei Säuglingen unter 1 Jahr
- Kräutertees: Thymian (schleimlösend und schleimhautantiseptisch – EMA: gut etablierte Anwendung) – Ingwer (entzündungshemmend für die Atemwege) – Kamille (schleimhautberuhigend)
- Ätherische Öle zur Inhalation: Eukalyptus globulus (Cineol wirkt schleimlösend und abschwellend) – Pfefferminze (Menthol wirkt schleimverflüssigend) – Wasser bei 42–45 °C, 2 bis 3 Tropfen verdünnt, 10 Min. – kontraindiziert vor dem 7. Lebensjahr
- Vorbeugung: Flüssigkeitszufuhr 1,5 bis 2 l/Tag (Verflüssigung des Schleims) — Luftbefeuchter bei Luftfeuchtigkeit < 40 % — HEPA-Luftreiniger (Allergene) — jährliche Grippeimpfung — identifizierte Allergene vermeiden