Die Bakterienflora ist die traditionelle Bezeichnung für die Gesamtheit der Mikroorganismen, die auf den Oberflächen des Organismus ansiedeln – der aktuelle wissenschaftliche Begriff lautet Mikrobiota. Sie beschränkt sich nicht nur auf den Darm: Man unterscheidet zwischen Darm-, Haut-, Mund-, Vaginal- und Atemwegsflora, die jeweils eine spezifische Zusammensetzung und spezifische Funktionen aufweisen. Ihr Gleichgewicht ist entscheidend für die Gesundheit des Verdauungstrakts, des Immunsystems und der Haut. Entdecken Sie unsere Probiotika und Milchsäurebakterien.
Was ist die Bakterienflora?
Die Bakterienflora bezeichnet die Gemeinschaften von Mikroorganismen (Bakterien, Hefen, Archaea, Viren), die in Symbiose mit dem menschlichen Organismus leben. Der Mensch beherbergt mehr als 38.000 Milliarden Mikroorganismen – eine Zahl, die die Anzahl der menschlichen Zellen übersteigt. Jede anatomische Region verfügt über eine eigene Flora: Die Darmflora wird von Firmicutes und Bacteroidetes dominiert, die Hautflora von Staphylococcus und Cutibacterium, die Vaginalflora von Lactobacillus und die Mundflora von Streptococcus. Diese Floren kommunizieren miteinander und beeinflussen sich gegenseitig über das Immunsystem und den Blutkreislauf.
Darmflora: Der Dreh- und Angelpunkt der allgemeinen Gesundheit?
Die Darmflora ist am besten erforscht – sie ist an zahlreichen physiologischen Funktionen beteiligt.
- Verdauung von Ballaststoffen: Produktion kurzkettiger Fettsäuren (Butyrat, Propionat, Acetat), die die Kolonozyten ernähren
- Teilweise Synthese der Vitamine K2, B1, B2, B6, B9 und B12
- Regulierung des mukosalen und systemischen Immunsystems
- Produktion von Serotonin im Darm (90 % des körpereigenen Serotonins)
- Schutz vor der Besiedlung durch Krankheitserreger (Barrierewirkung durch Konkurrenz)
- Siehe unser Sortiment für Verdauungskomfort und Präbiotika
Haut-, Vaginal- und Mundflora?
Jede Flora hat ihre eigenen Bedürfnisse hinsichtlich des Gleichgewichts und ihre eigenen Störfaktoren.
- Hautflora: Staphylococcus epidermidis schützt vor dem pathogenen S. aureus – gestört durch wiederholte Anwendung antiseptischer Seifen, topischer Antibiotika und aggressiver Kosmetika
- Vaginale Flora: zu 90 % von milchsäureproduzierenden Lactobacillus-Arten (crispatus, jensenii) dominiert – Aufrechterhaltung eines schützenden sauren pH-Werts (3,8–4,5); Ungleichgewicht = bakterielle Vaginose oder Pilzinfektion
- Mundflora: über 700 identifizierte Arten – ihr Ungleichgewicht steht im Zusammenhang mit Zahnkaries (S. mutans), Gingivitis und Parodontitis
- Für jede Flora gibt es gezielte orale Probiotika – wählen Sie eine auf den Wirkort (vaginal, oral, intestinal) abgestimmte Formulierung
Welche Faktoren stören die Bakterienflora?
Eine Dysbiose (Florastörung) kann durch zahlreiche Faktoren ausgelöst werden.
- Antibiotika: erhebliche und unmittelbare Störung – Verlust von bis zu 30 % der Darmvielfalt bereits in den ersten Tagen; Milchsäurebakterien sollten ab dem ersten Tag eingenommen werden, im Abstand von 2 bis 3 Stunden zur Antibiotikaeinnahme
- Hochverarbeitete Lebensmittel: Raffinierter Zucker und gesättigte Fette begünstigen opportunistische Bakterienarten
- Chronischer Stress: Über die Hypothalamus-Hypophysen-Achse erhöht er die Darmpermeabilität und verändert die Darmmotilität – was die Dysbiose begünstigt
- Tabak, Alkohol, Schlafmangel, Bewegungsmangel – nachweislich Störfaktoren der mikrobiellen Vielfalt
- Wiederholte Anwendung topischer Antiseptika für die Hautflora – lieber eine milde, rückfettende Seife verwenden
Wie lässt sich die Bakterienflora wiederherstellen und unterstützen?
Die Wiederherstellung der Flora erfordert gezielte Strategien, die auf die jeweilige Flora abgestimmt sind.
- Darmflora: Probiotika mit identifizierten Stämmen + Präbiotika (Inulin, FOS) + Verzehr von 30 Pflanzen pro Woche + fermentierte Lebensmittel
- Vaginalflora: Probiotika mit Lactobacillus crispatus oder rhamnosus oral oder lokal – als Ergänzung zu einer medizinischen Behandlung bei nachgewiesener Pilzinfektion oder Bakteriovaginose
- Hautflora: Kosmetika mit hautfreundlichem pH-Wert (5,5), ohne SLS und denaturierten Alkohol, mit topischen Präbiotika (Beta-Glucane, Fructooligosaccharide)
- Nach einer Antibiotikatherapie: Saccharomyces boulardii + Mehrstamm-Formel – 7 bis 14 Tage nach Beendigung der Behandlung fortsetzen
- Glutamin: Unterstützung der Integrität der intestinalen Epithelbarriere
Bakterienflora und Immunsystem?
Die Bakterienflora ist einer der wichtigsten „Erzieher“ des Immunsystems.
- 70 bis 80 % der Immunzellen befinden sich in der Darmschleimhaut – ihre Aktivierung und Regulierung hängen ständig von den Signalen ab, die von der Darmflora gesendet werden
- Eine vielfältige Darmflora reguliert die Immuntoleranz und verringert das Risiko unangemessener Entzündungsreaktionen
- Bifidobakterien stimulieren sekretorisches IgA – die Antikörper der ersten Verteidigungslinie der Schleimhäute
- Ungleichgewichte in der Darmflora stehen im Zusammenhang mit einer erhöhten Durchlässigkeit und einem systemischen, leichtgradigen Entzündungszustand