Unter Verstopfung bei Babys versteht man eine verminderte Stuhlfrequenz oder den Abgang von hartem, trockenem Stuhl, dessen Ausscheidung manchmal schmerzhaft ist. Sie lässt sich nicht allein anhand einer Zahl definieren: Vor allem das Aussehen des Stuhls und das Unwohlsein des Babys sind für die Diagnose ausschlaggebend, mehr noch als die Häufigkeit des Stuhlgangs.
Die physiologischen Rhythmen variieren je nach Alter und Ernährungsweise erheblich: Ein gestilltes Säugling kann bis zu 5 bis 7 Tage zwischen den Stuhlgängen liegen, ohne verstopft zu sein, solange der Stuhl weich bleibt und ohne Anstrengung ausgeschieden wird. Flaschengefütterte Babys haben in der Regel häufigeren und fester geformten Stuhlgang. Ab Beginn der Beikost nähert sich der Rhythmus dem eines Erwachsenen an, oft ein Stuhlgang pro Tag oder alle zwei Tage. Für Säuglinge und Babys im Allgemeinen gibt es zusätzliche Informationsquellen.
Mehrere Anzeichen deuten auf eine echte Verstopfung hin:
Ein isolierter unregelmäßiger Stuhlgang ohne Beschwerden oder Veränderungen im Stuhlbild stellt keine Verstopfung dar, insbesondere bei gestillten Babys. Erst das Zusammenspiel der Anzeichen liefert den Anhaltspunkt für die Diagnose. Für Säuglingskoliken im Allgemeinen gibt es spezifische Informationsquellen.
Mehrere Faktoren können eine Verstopfung beim Säugling erklären:
Die Identifizierung des auslösenden Faktors bestimmt die Behandlung. Die meisten Verstopfungen lassen sich durch eine einfache Anpassung der Ernährung und Flüssigkeitszufuhr beheben. Fürdie Ernährung von Babys und die Beikost im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.
Mehrere einfache Maßnahmen lindern die Beschwerden eines Babys mit Verstopfung:
Auf den Rhythmus des Babyseinzugehen und Geduld zu bewahren, ist nach wie vor unerlässlich: Das Erzwingen eines Stuhlgangs verschlimmert oft die Beschwerden. Glycerin-Zäpfchen oder rektale Sonden sollten ohne ärztlichen Rat zunächst vermieden werden, da das Risiko einer Abhängigkeit und von Reizungen besteht. Für die Babymassage im Allgemeinen gibt es spezielle Anleitungen.
Die Anpassung der Ernährung ist der wichtigste Ansatzpunkt bei der Behandlung:
Bei gestillten Babys tritt Verstopfung selten auf. Sollte sie auftreten, überprüfen Sie vor jeder Ernährungsumstellung das Anlegen und die Stillhäufigkeit. Bei Flaschenkindern überprüfen Sie die Dosierung (genau ein gestrichener Messlöffel pro 30 ml Wasser). Ein eventueller Wechsel der Säuglingsnahrung erfolgt auf Anraten des Kinderarztes. Für den Ernährungsbedarf des Babys, Säuglingsnahrung unddas Stillen im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.
Mehrere Probiotika wurden im Zusammenhang mit funktioneller Verstopfung bei Säuglingen untersucht:
Probiotika werden als 2- bis 4-wöchige Kur empfohlen, idealerweise nicht während einer Antibiotikabehandlung. Sie ersetzen nicht die grundlegenden Ernährungs- und Trinkmaßnahmen. Magnesium in Form von Nahrungsmitteln (geeignete Mineralwässer) bleibt bei älteren Kindern sinnvoll. Für Probiotika und zur allgemeinen Verbesserung der Verdauung gibt es spezielle Hilfsmittel. Bei Säuglingen ist eine Selbstmedikation zu vermeiden: Abführmittel für Erwachsene, routinemäßig verabreichte reizende Zäpfchen, selbst durchgeführte Einläufe, konzentrierte abführende Pflanzen (Sennesblätter, Faulbaumrinde, Cascara), Microlax ohne pädiatrische Beratung.
Es gibt verschiedene Situationen, die einen Besuch beim Kinderarzt rechtfertigen:
Der Kinderarzt bestätigt die Diagnose, schließt medizinische Ursachen aus (Kuhmilchproteinallergie, Schilddrüsenunterfunktion, Fehlbildungen des Verdauungstrakts) und leitet die weitere Behandlung ein. Je nach Situation kann er ein pädiatrisches Macrogol (ein mildes, gut verträgliches osmotisches Abführmittel bei funktioneller Verstopfung) verschreiben, weitere Untersuchungen in Betracht ziehen oder an einen Kinder-Gastroenterologen überweisen. Für Verstopfung bei Kindern und Verstopfung im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen. Ihr Apothekeninhaber bleibt ein wertvoller Ansprechpartner für erste Ratschläge zum Alltag, ergänzend zur regelmäßigen pädiatrischen Betreuung.