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Verstopfung beim Säugling: Was kann man tun?

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Was ist Verstopfung bei Babys?

Unter Verstopfung bei Babys versteht man eine verminderte Stuhlfrequenz oder den Abgang von hartem, trockenem Stuhl, dessen Ausscheidung manchmal schmerzhaft ist. Sie lässt sich nicht allein anhand einer Zahl definieren: Vor allem das Aussehen des Stuhls und das Unwohlsein des Babys sind für die Diagnose ausschlaggebend, mehr noch als die Häufigkeit des Stuhlgangs.

Die physiologischen Rhythmen variieren je nach Alter und Ernährungsweise erheblich: Ein gestilltes Säugling kann bis zu 5 bis 7 Tage zwischen den Stuhlgängen liegen, ohne verstopft zu sein, solange der Stuhl weich bleibt und ohne Anstrengung ausgeschieden wird. Flaschengefütterte Babys haben in der Regel häufigeren und fester geformten Stuhlgang. Ab Beginn der Beikost nähert sich der Rhythmus dem eines Erwachsenen an, oft ein Stuhlgang pro Tag oder alle zwei Tage. Für Säuglinge und Babys im Allgemeinen gibt es zusätzliche Informationsquellen.

Welche Anzeichen sind zu erkennen?

Mehrere Anzeichen deuten auf eine echte Verstopfung hin:

  • Harter, trockener Stuhl, der in kleine Klümpchenzerfällt oder wie Murmeln aussieht
  • Schwieriger Stuhlgang, begleitet von sichtbaren Anstrengungen und Gesichtsrötung
  • Weinen oder Unwohlsein beim Stuhlgang
  • Harter, aufgeblähter Bauch, der manchmal bei Berührung empfindlich ist
  • Deutliche Verlängerung der Abstände im Vergleich zum gewohnten Rhythmus des Babys
  • damit einhergehenderAppetitverlust oder Schlafstörungen
  • Leichte Blutungen (Analfissur) aufgrund der Anstrengung
  • Das Baby ist weniger verspielt und gereizter

Ein isolierter unregelmäßiger Stuhlgang ohne Beschwerden oder Veränderungen im Stuhlbild stellt keine Verstopfung dar, insbesondere bei gestillten Babys. Erst das Zusammenspiel der Anzeichen liefert den Anhaltspunkt für die Diagnose. Für Säuglingskoliken im Allgemeinen gibt es spezifische Informationsquellen.

Welche möglichen Ursachen gibt es?

Mehrere Faktoren können eine Verstopfung beim Säugling erklären:

  • Ernährungsumstellungen: Umstellung von Muttermilch auf Säuglingsnahrung, Wechsel der Marke, Beginn der Beikost
  • Unzureichende Flüssigkeitszufuhr, insbesondere bei Säuglingen, die bereits Beikost erhalten
  • Geringe Ballaststoffzufuhr ab Beginn der Beikost
  • Falsch zubereiteteSäuglingsnahrung (zu hohe Konzentration)
  • Veränderung der Darmtätigkeit im Zuge der Reifung des Verdauungssystems
  • Emotionen, Stress, Veränderungen (Umzug, Kinderbetreuung, Trennungen)
  • Töpfchentraining bei älteren Kindern mit willentlichem Stuhlaufhalten
  • Medikamente: bestimmte Behandlungen (Eisenpräparate, verschreibungspflichtige Hustenmittel mit Codein, bestimmte Antazida)
  • Seltenemedizinische Ursachen: Kuhmilchproteinallergie, Schilddrüsenunterfunktion, Fehlbildungen des Verdauungstrakts (Hirschsprung-Krankheit)

Die Identifizierung des auslösenden Faktors bestimmt die Behandlung. Die meisten Verstopfungen lassen sich durch eine einfache Anpassung der Ernährung und Flüssigkeitszufuhr beheben. Fürdie Ernährung von Babys und die Beikost im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.

Wie kann man dem Baby im Alltag Linderung verschaffen?

Mehrere einfache Maßnahmen lindern die Beschwerden eines Babys mit Verstopfung:

  • Bauchmassage mit sanften kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn um den Nabel herum, 5 bis 10 Minuten mehrmals täglich
  • Beinbewegungen: Die Knie abwechselnd einige Minuten lang sanft zum Bauch hinführen
  • Tiger-Position: Das Baby liegt mit dem Bauch nach unten auf dem Unterarm des Elternteils
  • Ein wohltuendes,lauwarmes Bad bei 37 °C, das die Bauchmuskeln entspannt
  • Sanfte Wärme auf dem Bauch (lauwarmes Wärmfläschchen, gut durch ein Tuch gesichert)
  • Enges Tragen in physiologischer Haltung
  • Hockstellung bei älteren Kindern (fördert den Stuhlgang)

Auf den Rhythmus des Babyseinzugehen und Geduld zu bewahren, ist nach wie vor unerlässlich: Das Erzwingen eines Stuhlgangs verschlimmert oft die Beschwerden. Glycerin-Zäpfchen oder rektale Sonden sollten ohne ärztlichen Rat zunächst vermieden werden, da das Risiko einer Abhängigkeit und von Reizungen besteht. Für die Babymassage im Allgemeinen gibt es spezielle Anleitungen.

Wie sollte die Ernährung gestaltet werden?

Die Anpassung der Ernährung ist der wichtigste Ansatzpunkt bei der Behandlung:

  • Flüssigkeitszufuhr: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, ab dem 6. Monat stilles Wasser mit geringem Mineralgehalt, in kleinen Mengen während der Mahlzeiten
  • Magnesiumreiche Wässer (Hépar, Contrex) gelegentlich ab dem 6. Monat auf Empfehlung des Kinderarztes
  • Ballaststoffreiches Gemüse: Zucchini, Brokkoli, Spinat, grüne Bohnen, Erbsen, schrittweise einführen
  • Abführende Obstsorten: zuckerfreies Pflaumenkompott, reife Birne, Pfirsich, Aprikose, Kiwi (ab 8–10 Monaten)
  • Vollkorngetreide: Haferflocken, Vollkorngrieß ab 8–10 Monaten
  • Gut gegarte und pürierteHülsenfrüchte ab 8–10 Monaten (Linsen, Spalterbsen)
  • Rohe Pflanzenöle zu jeder Mahlzeit (abwechselnd Raps-, Walnuss- und Leinöl)
  • Einschränkung von übermäßigverstopfenden Lebensmitteln: weißer Reis, reife Banane, gekochte Möhre, Kartoffel

Bei gestillten Babys tritt Verstopfung selten auf. Sollte sie auftreten, überprüfen Sie vor jeder Ernährungsumstellung das Anlegen und die Stillhäufigkeit. Bei Flaschenkindern überprüfen Sie die Dosierung (genau ein gestrichener Messlöffel pro 30 ml Wasser). Ein eventueller Wechsel der Säuglingsnahrung erfolgt auf Anraten des Kinderarztes. Für den Ernährungsbedarf des Babys, Säuglingsnahrung unddas Stillen im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.

Sind Probiotika und Nahrungsergänzungsmittel hilfreich?

Mehrere Probiotika wurden im Zusammenhang mit funktioneller Verstopfung bei Säuglingen untersucht:

  • Lactobacillus reuteri DSM 17938: In mehreren Studien dokumentierte positive Wirkung auf die Verbesserung der Darmtätigkeit bei Säuglingen
  • Bifidobacterium animalis subsp. lactis: In mehreren Studien bei Kindern wurde ein positiver Einfluss auf die Stuhlfrequenz festgestellt
  • Spezielle pädiatrische Präparate in Tropfen- oder Pulverform, auf Empfehlung eines Apothekers oder Kinderarztes

Probiotika werden als 2- bis 4-wöchige Kur empfohlen, idealerweise nicht während einer Antibiotikabehandlung. Sie ersetzen nicht die grundlegenden Ernährungs- und Trinkmaßnahmen. Magnesium in Form von Nahrungsmitteln (geeignete Mineralwässer) bleibt bei älteren Kindern sinnvoll. Für Probiotika und zur allgemeinen Verbesserung der Verdauung gibt es spezielle Hilfsmittel. Bei Säuglingen ist eine Selbstmedikation zu vermeiden: Abführmittel für Erwachsene, routinemäßig verabreichte reizende Zäpfchen, selbst durchgeführte Einläufe, konzentrierte abführende Pflanzen (Sennesblätter, Faulbaumrinde, Cascara), Microlax ohne pädiatrische Beratung.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es gibt verschiedene Situationen, die einen Besuch beim Kinderarzt rechtfertigen:

  • Anhaltende Verstopfung über 5 bis 7 Tage hinaus trotz korrekt durchgeführter Maßnahmen
  • Das Baby leidet sichtlich, hat Schmerzen und verweigert die Nahrungsaufnahme
  • Begleitendes Erbrechen, ausgeprägte Bauchauftreibung, anhaltende Blähungen
  • Vorhandensein von frischem Blut oder schwärzlichem Stuhl
  • Gewichtsstillstand oder Abbruch der Wachstumskurve
  • Sichtbare Analfissur, perianale Wunden
  • Begleitendes Fieber
  • Blässe, ungewöhnliche Schläfrigkeit, ausgeprägte Reizbarkeit
  • Erste Verstopfung bei einem Neugeborenen vor dem ersten Mekoniumabgang (muss innerhalb der ersten 24 bis 48 Lebensstunden bestätigt werden)
  • Chronische Verstopfung mit willentlichem Stuhlaufhalten bei älteren Kindern
  • Familiäre Vorbelastung mit Verdauungserkrankungen

Der Kinderarzt bestätigt die Diagnose, schließt medizinische Ursachen aus (Kuhmilchproteinallergie, Schilddrüsenunterfunktion, Fehlbildungen des Verdauungstrakts) und leitet die weitere Behandlung ein. Je nach Situation kann er ein pädiatrisches Macrogol (ein mildes, gut verträgliches osmotisches Abführmittel bei funktioneller Verstopfung) verschreiben, weitere Untersuchungen in Betracht ziehen oder an einen Kinder-Gastroenterologen überweisen. Für Verstopfung bei Kindern und Verstopfung im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen. Ihr Apothekeninhaber bleibt ein wertvoller Ansprechpartner für erste Ratschläge zum Alltag, ergänzend zur regelmäßigen pädiatrischen Betreuung.