Säuglingsmilch, auch Säuglingsnahrung genannt, ist ein Milchprodukt, das speziell entwickelt wurde, um die Muttermilch zu ersetzen oder zu ergänzen, wenn Stillen nicht möglich, unzureichend oder nicht erwünscht ist. Ihre Zusammensetzung unterliegt strengen europäischen Vorschriften, um den Ernährungsbedürfnissen des Säuglings gerecht zu werden.
Sie liefert Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in altersgerechten Anteilen. Laut der WHO und der Französischen Gesellschaft für Pädiatrie wird das ausschließliche Stillen nach Möglichkeit bis zum 6. Lebensmonat empfohlen. Wenn kein Stillen stattfindet oder als Ergänzung dazu dient, ist Säuglingsnahrung die Referenznahrung für Säuglinge bis mindestens zum 1. Lebensjahr, danach Folgemilch bis zum 3. Lebensjahr. ZurErnährung von Babys undzum Stillen im Allgemeinen stehen zusätzliche Informationsquellen zur Verfügung.
Säuglingsmilch wird je nach Alter und spezifischen Bedürfnissen angeboten:
Für Bio- Säuglingsmilch im Allgemeinen stehen spezifische Informationsquellen zur Verfügung.
Die Wahl der Säuglingsmilch richtet sich nach dem Alter, der Verdauungstoleranz und eventuellen Besonderheiten des Babys. Eine kinderärztliche Beratung wird weiterhin empfohlen, insbesondere bei der ersten Verschreibung und bei Schwierigkeiten (Erbrechen, Koliken, Verdacht auf Allergien).
Einige praktische Hinweise: Sofern keine Besonderheiten vorliegen, ist eine Standard-Säuglingsmilch der ersten Stufe für die Mehrheit der Säuglinge geeignet. DHA (Omega-3), ARA und Präbiotika (Oligosaccharide) sind heute in den meisten Säuglingsnahrungen standardmäßig enthalten. Wiederholte Milchwechsel ohne ärztlichen Rat sind zu vermeiden: Sie können die Verdauungsverträglichkeit des Säuglings beeinträchtigen. Jedes Anzeichen einer anhaltenden Unverträglichkeit rechtfertigt eine kinderärztliche Beratung, bevor die Milch gewechselt wird.
Die Zubereitung erfordert strenge Hygiene, um Infektionen vorzubeugen:
Jede Flasche erst unmittelbar vor dem Füttern zuzubereiten, ist nach wie vor die Regel, um das Risiko einer bakteriellen Kontamination zu minimieren. Für Säuglingskoliken und Erbrechen im Allgemeinen gibt es spezielle Hilfsmittel.
Die zubereitete Flasche sollte idealerweise innerhalb einer Stunde nach der Zubereitung bei Raumtemperatur getrunken werden. Danach steigt das Risiko einer bakteriellen Vermehrung erheblich an und die Sicherheit kann nicht mehr gewährleistet werden. Eine abgelehnte oder nicht ausgetrunkene Flasche muss entsorgt und darf nicht für die nächste Mahlzeit aufbewahrt werden.
Von einer Zubereitung im Voraus wird abgeraten. Ist dies jedoch unvermeidbar (Ausflug, Kinderbetreuung), kann die Flasche unter strengen hygienischen Bedingungen maximal 24 Stunden lang im Kühlschrank bei unter 4 °C aufbewahrt werden. Das Erwärmen erfolgt im Wasserbad oder im Flaschenwärmer, niemals in der Mikrowelle (ungleichmäßige Erwärmung, Verbrennungsgefahr und Zerstörung bestimmter Nährstoffe). Die Flasche darf nur einmal erwärmt werden.
Eine gute Verträglichkeit zeigt sich durch mehrere positive Anzeichen: regelmäßige Gewichtszunahme gemäß den Wachstumskurven, Stuhl von einheitlicher Konsistenz und altersgerechter Häufigkeit, ruhiges Baby nach dem Stillen, guter Schlaf, munteres Wachsein, keine Hautausschläge oder ausgeprägten Verdauungsstörungen.
Bestimmte Warnzeichen rechtfertigen einen Besuch beim Kinderarzt:
Bei einer schweren allergischen Reaktion (Gesichtsschwellung, Atembeschwerden, Unwohlsein, generalisierte Nesselsucht) muss sofort die 15 oder die 112 angerufen werden: Diese Anzeichen können auf eine Anaphylaxie hindeuten, die eine Notfallversorgung erfordert. Eine Kuhmilchproteinallergie (KMP-Allergie) muss von einer einfachen Unverträglichkeit unterschieden werden und erfordert eine genaue pädiatrische Diagnose, bevor eine Umstellung der Säuglingsnahrung erfolgt.
Das gemischte Stillen (abwechselnd Muttermilch und Säuglingsnahrung) ist mit einem guten Wachstum vereinbar: Die schrittweise Einführung der Flasche erhält die Milchbildung aufrecht und erleichtert den Übergang. Ihr Apotheker ist neben der regelmäßigen pädiatrischen Betreuung ein wertvoller Ansprechpartner, der Sie bei der Auswahl und Verwendung von Säuglingsnahrung unterstützt. Für die Beikost und Säuglinge im Allgemeinen stehen spezifische Informationsquellen zur Verfügung.