Unter Regurgitation versteht man das passive, mühelose Zurückfließen des Mageninhalts in den Mund oder nach außen. Im Gegensatz zum Erbrechen geht dies weder mit heftigen Bauchkrämpfen noch mit vorangegangener Übelkeit einher: Die Milch oder die Nahrung fließt einfach passiv in kleinen Mengen zurück, oft nach den Mahlzeiten.
Bei Säuglingen kommt es äußerst häufig zu Regurgitationen, die meist physiologischer Natur sind. Sie lassen sich durch die Unreife des unteren Ösophagussphinkters (Cardia) erklären, verbunden mit einem kleinen Magen, großen Milchmengen im Verhältnis zum Magenvolumen und der häufigen Rückenlage. Die meisten Babys spucken in den ersten Monaten ohne Beschwerden, wobei sich dies im Alter von 6 bis 12 Monaten allmählich bessert und in der Regel vor dem 18. Monat ganz verschwindet. Für Säuglinge und besonders für „gefräßige“ Babys gibt es ergänzende Hilfsmittel.
Mehrere Faktoren begünstigen das Aufstoßen, insbesondere bei Säuglingen:
Bei Erwachsenen sind Erbrechen in der Regel auf einen gastroösophagealen Reflux zurückzuführen, der durch bestimmte Faktoren begünstigt wird: Übergewicht, Rauchen, unausgewogene Ernährung, späte Mahlzeiten, Hiatushernie, Schwangerschaft, bestimmte Medikamente. Für Säuglingskoliken im Allgemeinen stehen spezifische Informationsquellen zur Verfügung.
Die Unterscheidung ist entscheidend für die Wahl der Behandlung. Physiologisches Erbrechen zeichnet sich aus durch:
Pathologisches Erbrechen (pathologischer gastroösophagealer Reflux) kann begleitet sein von:
Diese Anzeichen rechtfertigen einen Besuch beim Kinderarzt zur Abklärung und gezielten Behandlung.
Mehrere einfache Maßnahmen verringern die Häufigkeit und Intensität des Erbrechens bei Säuglingen:
Für Säuglingsnahrung unddas Stillen im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen. Bei starkem Erbrechen können auf ärztlichen Rat hin mit Johannisbrot oder Stärke verdickte Milchnahrung gegen Erbrechen (AR) angeboten werden.
Bei Säuglingen basiertdie Anpassung der Ernährung hauptsächlich auf dem Rhythmus und der Menge der Mahlzeiten:
BeiErwachsenen tragen verschiedene Ernährungsumstellungen dazu bei, das Aufstoßen zu reduzieren: leichtere und häufiger verteilte Mahlzeiten, Abendessen mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen, relative Vermeidung von auslösenden Lebensmitteln (Frittiertes, Fettes, Scharfes, Zitrusfrüchte, Tomatenkonzentrat, Schokolade, Pfefferminze, starker Kaffee, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke), Einschränkung des Tabakkonsums und Abbau von Übergewicht, falls vorhanden. Für die Beikost unddie Ernährung von Babys im Allgemeinen stehen spezifische Informationsquellen zur Verfügung.
Mehrere Anzeichen rechtfertigen eine unverzügliche ärztliche Konsultation:
Der Kinderarzt oder Hausarzt beurteilt die Situation und kann je nach Diagnose weitere Untersuchungen (Ösophagus-pH-Messung, Endoskopie, Ultraschall) oder eine geeignete Behandlung verordnen.
Bei Säuglingen reichen in den meisten Fällen Maßnahmen zur Körperhaltung und Ernährung aus. Bei nachweisbarem pathologischem gastroösophagealem Reflux kann der Kinderarzt Folgendes verschreiben:
Bei Erwachsenen umfasst die Behandlung eine Kombination aus Änderungen der Lebensweise, Antazida, Alginaten, PPI als Kurzzeittherapie auf ärztliche Verschreibung bei nachgewiesenen Symptomen sowie in selteneren Fällen einen chirurgischen Eingriff gegen Reflux.Eine längere Selbstmedikation mit PPI ohne ärztliche Beratung ist aufgrund möglicher langfristiger Nebenwirkungen zu vermeiden. Zur Verbesserung der Verdauung, bei Verdauungsproblemen und Magenbeschwerden im Allgemeinen stehen spezifische Hilfsmittel zur Verfügung. Ihr Apotheker ist nach wie vor ein wertvoller Ansprechpartner, der Sie bei der Behandlung berät, ergänzend zur entsprechenden pädiatrischen oder medizinischen Betreuung.