Unter Verstopfung bei Kindern versteht man eine verminderte Stuhlfrequenz oder den Abgang von hartem, trockenem und schmerzhaftem Stuhl. Bei Kindern über 1 Jahr basiert die Diagnose auf dem gleichzeitigen Vorliegen von mindestens zwei Kriterien über einen Zeitraum von einem Monat: weniger als 3 Stuhlgänge pro Woche, mehr als ein Fall von schmerzhaftem oder hartem Stuhlgang, sehr voluminöser Stuhl, willentliches Zurückhalten des Stuhls, Enkopresis (Überlaufinkontinenz).
Verstopfung tritt sehr häufig auf und betrifft etwa 10 bis 15 % der Kinder zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Kindheit. Meistens handelt es sich um eine funktionelle Verstopfung (ohne schwerwiegende medizinische Ursache), die mit dem Lebensstil, der Ernährung oder psycho-verhaltensbezogenen Faktoren zusammenhängt. Eine frühzeitige Behandlung verhindert die Entwicklung zu einer chronischen Verstopfung, die mitunter schwer zu behandeln ist. Für Verstopfung und Verstopfung bei Säuglingen im Allgemeinen stehen ergänzende Hilfsmittel zur Verfügung.
Mehrere Faktoren können eine Verstopfung bei Kindern erklären:
Die Identifizierung des Hauptauslösers bestimmt die Behandlung. Eine einfache funktionelle Verstopfung spricht in der Regel gut auf Maßnahmen zur Lebens- und Ernährungsumstellung an. Für Verdauungsprobleme im Allgemeinen gibt es spezifische Hilfsmittel.
Die Behandlung basiert auf einfachen, aber konsequenten Maßnahmen zur Lebens- und Ernährungsumstellung:
Eine schrittweise Verbesserung kann mehrere Wochen dauern: Geduld ist daher unerlässlich. Um die Verdauung allgemein zu verbessern, gibt es spezielle Hilfsmittel.
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle. Verschiedene Lebensmittel unterstützen eine gute Verdauung:
Traditionelle abführende Obstsorten sind besonders hilfreich: Pflaumenkompott am Morgen (50 bis 100 g je nach Alter), verdünnter Pflaumensaft (60–120 ml je nach Alter), reife Birnen als Zwischenmahlzeit. Im Gegensatz dazu sollten folgende Lebensmittel nur in Maßen verzehrt werden: weißer Reis, sehr reife Bananen, übermäßig gekochte Möhren, Kartoffeln, stark verarbeitete Produkte, schnell verfügbarer Zucker, Limonaden. Für die Beikost unddie Ernährung von Babys im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für eine regelmäßige Verdauung unerlässlich. Die empfohlenen Mengen variieren je nach Alter:
Stilles Wasser bleibt das Getränk der Wahl. Magnesiumreiche Mineralwässer (Hépar, Contrex) können bei Verstopfung gelegentlich angeboten werden, insbesondere morgens. 100 % reine Fruchtsäfte in Maßen (maximal 1 Glas pro Tag) liefern Ballaststoffe und Flüssigkeit. Eingeschränkt zu genießen: gezuckerte Limonaden, Energy-Drinks, industriell hergestellte Säfte mit Zuckerzusatz (fördern Entzündungen im Verdauungstrakt), starker Tee, der adstringierend wirken kann. Für Magnesium im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.
Verschiedene Aspekte der Lebensweise beeinflussen die Verdauung direkt:
Anhaltende Verstopfung ohne offensichtliche Ursache kann auf einen zugrunde liegenden Stress hinweisen, der gemeinsam mit dem Kind abgeklärt werden sollte. Für Stress und den Schlaf des Kindes im Allgemeinen gibt es spezielle Hilfsangebote.
In mehreren Situationen ist eine ärztliche Konsultation angebracht:
Abführmittel für Kinder müssen von einem Arzt verschrieben werden. Pädiatrisches Macrogol (PEG) ist das Mittel der Wahl bei funktioneller Verstopfung im Kindesalter: Es ist gut verträglich, nicht reizend, macht nicht abhängig und kann auf ärztliche Verschreibung über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Bestimmte milde pflanzliche Abführmittel (Malve, Eibisch) können nach Beratung durch den Apotheker zur gelegentlichen Selbstmedikation angeboten werden. Für Malve im Allgemeinen gibt es spezifische Informationsquellen.
Stimulierende Abführmittel (Sennesblätter, Bisacodyl, Picosulfat) sollten bei Kindern in der Selbstmedikation vermieden werden: Risiko von Magen-Darm-Reizungen und Abhängigkeit. Probiotika können auf Empfehlung des Apothekers als sinnvolle Ergänzung in einer 2- bis 4-wöchigen Kur dienen. Ihr Apotheker ist nach wie vor ein wertvoller Ansprechpartner, der Ihnen im Alltag mit Rat zur Seite steht und Sie bei den ersten Maßnahmen unterstützt – ergänzend zur regelmäßigen pädiatrischen Betreuung. Für Probiotika im Allgemeinen stehen spezifische Informationsquellen zur Verfügung.