Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Krampfadern?
Die Behandlung von Krampfadern umfasst alle Ansätze zur Therapie der Krampfadererkrankung: von konservativen Alltagsmaßnahmen bis hin zu spezialisierten medizinischen Eingriffen. Die Wahl der Behandlung hängt vom CEAP-Stadium, dem Durchmesser der Krampfadern, der Venenanatomie und der Krankengeschichte der Patientin oder des Patienten ab – sie orientiert sich an der vom Angiologen oder Phlebologen durchgeführten venösen Doppler-Sonographie. Produkte zur Venenpflege finden Sie in den Sortimenten „Schwere Beine “ und „Venenkreislauf“ im Shop.
- Konservative Behandlung (tägliche Basisbehandlung): Kompressionsstrümpfe und -socken der Klasse 2–3 (20–36 mmHg) auf ärztliche Verschreibung – morgens vor dem Aufstehen anziehen – den ganzen Tag tragen – 30 Min./Tag gehen – Beine in Ruhe hochlegen – siehe „Venenkreislauf“ für die vollständigen Maßnahmen
- Sklerotherapie: Injektion eines Sklerosierungsmittels (als Flüssigkeit oder in Form von Schaum) in die Vene – chemischer Verschluss und allmähliche Resorption – angezeigt bei retikulären Krampfadern und Teleangiektasien (Besenreiser) – mehrere Sitzungen im Abstand von 4–6 Wochen erforderlich – wird in der Praxis vom Angiologen oder Phlebologen durchgeführt
- Thermische endovenöse Verfahren: endovenöser Laser (ELV) oder Radiofrequenz (RFA) — Thermokoagulation der Vena saphena magna oder Vena saphena parva unter Doppler-Ultraschallführung — ambulant unter Tumeszenz-Lokalanästhesie — Wiederaufnahme der Arbeit nach 24–48 Stunden — Standardbehandlung bei großen saphenösen Krampfadern (Erfolgsrate > 90 % nach 5 Jahren)
- Ambulante Phlebektomie (Mikrochirurgie): Entfernung voluminöser Krampfadern durch 2-mm-Mini-Schnitte — unter Lokalanästhesie — oft in Kombination mit Laser oder Radiofrequenz — keine sichtbaren Narben
- Venenchirurgie (Stripping): Cross-Operation (Ligatur der Vena saphena magna) + Stripping (Entfernung der Vena saphena magna) – indiziert bei schweren Formen – unter Vollnarkose oder Regionalanästhesie – ambulante oder kurze stationäre Behandlung – Arbeitsunfähigkeit von 2 bis 4 Wochen
Tägliche Pflege zu Hause und Vorbeugung von Rückfällen
- Topische venotonische Pflege: Gele und Cremes auf Basisvon Aescin (Rosskastanie), Hamamelis oder Rotem Weinlaub – morgendliche und abendliche Massage der Beine von unten nach oben – Linderung der täglichen Venenbeschwerden – Wirksamkeit bei Symptomen (Schweregefühl, leichte Ödeme)
- Bioflavonoide (Diosmin, Hesperidin): Senkung des venösen Überdrucks und der Kapillardurchlässigkeit — fundierte klinische Daten zur tiefen Venentherapie (IVC) — als 4- bis 8-wöchige Kur, die wiederholt werden sollte — ersetzen weder Kompression noch invasive Behandlungen
- Vorbeugung von Rückfällen nach der Behandlung: Tragen von Kompressionsstrümpfen der Klasse 2 über mindestens 6 Monate — tägliche Spaziergänge — Vermeidung übermäßiger Hitze (zu heiße Bäder, längerer Aufenthalt in der Sonne) — Gewichtskontrolle — Raucherentwöhnung (Tabak-Info-Service: 3989) — Doppler-Ultraschall-Nachuntersuchung nach einem Jahr
- Medizinische Versorgung und Kostenerstattung: Symptomatische Krampfadern mit funktionellen Beeinträchtigungen werden von der Krankenkasse übernommen — rein ästhetische Behandlungen (isolierte, symptomfreie Teleangiektasien) werden nicht erstattet — Konsultation eines Angiologen oder Phlebologen zur Einweisung — siehe „Krampfadern“ für die vollständige Diagnose
Wann sollte man einen Facharzt aufsuchen und wie sieht die Nachsorge nach einer Krampfaderbehandlung aus?
- Suchen Sie einen Angiologen oder Phlebologen auf, wenn: sichtbare Krampfadern mit schweren Beinen, Ödemen oder nächtlichen Krämpfen einhergehen — Hautveränderungen im Bereich der Krampfadern (ockerfarbene Dermatitis, Hyperpigmentierung) – ausgeprägte Krampfadern vor einer geplanten Schwangerschaft – Phlebitis in der Vorgeschichte – Auftreten von Teleangiektasien nach dem 40. Lebensjahr bei Männern
- Suchen Sie dringend einen Arzt auf (rufen Sie die 15 an oder begeben Sie sich in die Notaufnahme): plötzliche, einseitige und schmerzhafte Schwellung einer Extremität (Verdacht auf tiefe Venenthrombose) — Varikusruptur mit äußerer Blutung (sofortige direkte Kompression) — Anzeicheneines infiziertenVarikusgeschwürs (Fieber, ausgedehnte Rötung, Geruch)
- Nachsorge nach der Behandlung: Kontroll-Doppler-Ultraschall 1 Monat und dann 1 Jahr nach jeder invasiven Behandlung — Tragen von Kompressionsstrümpfen der Klasse 2 für mindestens 6 Monate nach Sklerotherapie oder Laserbehandlung — Vermeidung von Langstreckenreisen ohne Kompression innerhalb von 4 Wochen nach dem Eingriff — Jährliche Kontrolluntersuchung beim Angiologen zur Erkennung früher Rezidive
- Schwangerschaft und Krampfadern: Während der Schwangerschaft aufgetretene Krampfadern bilden sich oft innerhalb von 3 bis 6 Monaten nach der Entbindung zurück — Behandlung der verbleibenden Krampfadern nach Ablauf dieser Wartezeit — Das Tragen von Kompressionsstrümpfen der Klasse 1–2 ist ab dem 1. Trimester bei Vorliegen von Krampfadern in der Vorgeschichte obligatorisch — Keine Sklerotherapie oder Laserbehandlung während der Schwangerschaft und Stillzeit
- Beteiligte Fachärzte: Angiologe (Diagnose + Doppler-Ultraschall + Sklerotherapie) — Phlebologe (spezialisierte Sklerotherapie) — Gefäßchirurg (Stripping + Phlebektomie + endovenöse Laserbehandlung) — Dermatologe (isolierte Teleangiektasien) — Hausarzt für die Überweisung und die Verschreibung von Kompressionsstrümpfen