Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), die im Mittelmeerraum und in Zentralasien beheimatet ist. Ihre Wurzel enthält in hoher Konzentration Glycyrrhizin, ein Molekül, das 50-mal süßer ist als Saccharose, sowie Flavonoide (Liquiritin, Isoliquiritin) und Triterpensaponine. Sie ist im Europäischen Arzneibuch aufgeführt und gehört zu den Pflanzen, über die in der Phytotherapie am längsten berichtet wird – bleibt jedoch aufgrund der kardiovaskulären Wirkung von Glycyrrhizin eine der am strengsten regulierten Pflanzen.
Ihre von der EMA anerkannten traditionellen Anwendungsgebiete betreffen hauptsächlich zwei Bereiche:
Die Darreichungsformen variieren je nach Zielsetzung und Profil:
Süßholz regt die Sekretion von schützendem Schleim an, verlängert die Lebensdauer der Magenepithelzellen und wirkt lokal lindernd. Diese Wirkung erklärt seine historische Bedeutung bei der natürlichen Behandlung von Magenbeschwerden und leichten Magengeschwüren. Anhaltende Oberbauchschmerzen, schwarzes Erbrechen oder Gewichtsverlust erfordern unverzüglich einen Arztbesuch.
Seine lindernden Flavonoide und Saponine erklären seine Wirksamkeit bei Halsschmerzen, Heiserkeit und Reizhusten. Es wird traditionell zusammen mit Eibisch in Präparaten zur Linderung der oberen Atemwege verwendet. Ein fieberhafter, produktiver oder anhaltender Husten sollte Anlass für einen Arztbesuch sein.
DGL ist eine Form, bei der Glycyrrhizin durch ein technologisches Verfahren entfernt wurde. Es behält die magenschonenden Flavonoide bei, birgt jedoch kein Risiko mehr für Bluthochdruck und Hypokaliämie. Diese Form ist vorzuziehen bei einer Kur von mehr als zwei Wochen, bei Personen mit kardiovaskulärem Risiko sowie bei längerer täglicher Anwendung im Magenbereich.
Herkömmliches Süßholz unterliegt den Vorgaben der EFSA: Die Tagesdosis von 100 mg Glycyrrhizin sollte nicht überschritten werden, ebenso wenig wie eine kontinuierliche Einnahme von mehr als 6 Wochen ohne ärztlichen Rat.
Die pflanzlichen Synergien hängen von der jeweiligen Indikation ab: