Der Schmalblättrige Wegerich (Plantago lanceolata) ist eine mehrjährige krautige Pflanze, deren Blätter seit der Antike wegen ihrer lindernden und entzündungshemmenden Wirkung auf die Schleimhäute verwendet werden. Seine wichtigsten Wirkstoffe sind:
Trockener, reizender Husten ist die klassische Indikation für Wegerich – seine Schleimstoffe umhüllen die gereizten Schleimhäute von Luftröhre und Bronchien und dämpfen den Hustenreflex.
Der Wegerich wird von der Kommission E (1985) und der EMA (2011) als Pflanze zur Linderung von Beschwerden der oberen Atemwege eingestuft. Er ist besonders angezeigt bei Halsschmerzen mit Schleimhautentzündung, leichten Pharyngitiden und trockenem, reizendem Husten nach einer Virusinfektion. Wegerich-Sirup ist ein linderndes Mittel, das bei trockenem, reizendem Husten bei Kindern und Erwachsenen angezeigt ist. Der standardisierte physiologische Extrakt (EPS) aus Spitzwegerich ist die konzentrierteste Darreichungsform mit dem höchsten Wirkstoffgehalt. Thymian ist die Pflanze, die in Hustenmitteln am häufigsten mit Wegerich kombiniert wird – ihre Kombination wirkt synergistisch: Thymian wirkt schleimlösend und antiseptisch (Thymol, Carvacrol), Wegerich wirkt beruhigend und entzündungshemmend.
Das in Wegerich enthaltene Aucubin wirkt leicht antiallergisch und beruhigend auf die Nasen- und Bindehautschleimhäute – was es zu einer interessanten Ergänzung bei saisonalen Allergien macht. Die Kombination aus Schwarzer Johannisbeere und Wegerich (standardisierte Extrakte in Tablettenform) ist die umfassendste Formel bei Allergien und chronischen Entzündungen der Schleimhäute – die Schwarze Johannisbeere (Polyphenole) übt eine ergänzende entzündungshemmende und antihistaminische Wirkung aus. Hinweis: Der Spitzwegerich ist für manche Patienten, die empfindlich auf Pollen der Wegerichgewächse reagieren, selbst ein Allergen – bei Patienten mit Pollenallergie wird vor jeder Kur ein Allergietest empfohlen.
Der Spitzwegerich besitzt beruhigende und leicht entzündungshemmende Eigenschaften für die Augenschleimhäute – diese werden in Augentropfen auf Basis eines wässrigen Spitzwegerich-Extrakts bei geröteten, gereizten und allergischen Augen genutzt (Staub, Umweltverschmutzung, übermüdete Augen, leichte allergische Bindehautentzündung). Diese Augentropfen enthalten keine gefäßverengenden Wirkstoffe – sie haben keine sofortige „aufhellende“ Wirkung, lindern die Reizung jedoch nach und nach durch ihre schleimige Wirkung. Sie können mehrmals täglich angewendet werden, ohne dass die Gefahr einer vasomotorischen Abhängigkeit besteht. Der Holunder (Sambucus nigra) ist eine ergänzende Pflanze für die Atemwege und die HNO-Schleimhäute in der Winterzeit.
Wegerich ist in zahlreichen Formen erhältlich. Der Kräutertee (1 Esslöffel Blätter auf 250 ml leicht köchelndes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, 3 Tassen täglich mit Honig gesüßt) ist die traditionellste und am leichtesten zugängliche Form. Der EFG (Glycerin-Flüssigextrakt, alkoholfrei) eignet sich für Kinder und alkoholempfindliche Personen. Der EPP (Frischpflanzenextrakt) bewahrt die flüchtigen Wirkstoffe und Enzyme der lebenden Pflanze. Kapseln sind praktisch für längere Kuren. Bei saisonaler allergischer Rhinitis kann eine vorbeugende Kur, die 4 bis 6 Wochen vor der Pollensaison begonnen wird, hilfreich sein.
Wegerich wird in den empfohlenen Dosierungen im Allgemeinen gut vertragen. Die wichtigsten Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen sind: bekannte Allergie gegen Wegerichgewächse oder Wegerichpollen (bei Patienten mit Pollenallergie vor der Anwendung systematisch überprüfen); Schwangerschaft und Stillzeit (vorsorglich, da keine ausreichenden Daten zu Aucubin vorliegen); schwere Atemwegsobstruktion (Wegerich wirkt lindernd, ist jedoch kein Bronchodilatator – er ersetzt keine medizinische Behandlung bei Asthma oder COPD). Die empfohlene Anwendungsdauer bei Atemwegsbeschwerden beträgt 1 bis 4 Wochen – bei längerer Anwendung wird die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen. Augentropfen mit Wegerich dürfen nicht angewendet werden, wenn weiche Kontaktlinsen getragen werden, ohne diese zuvor zu entfernen. Bei Zweifeln hinsichtlich der Ursache eines anhaltenden Hustens ist eine ärztliche Konsultation unerlässlich.