Was ist Herzerethismus und wie unterscheidet er sich von Herzklopfen?
Unter Herzereethismus versteht man eine Übererregbarkeit oder Reizbarkeit des Herzmuskels – einen Zustand, in dem das Herz übermäßig auf normale oder abnormale Reize reagiert. Dieser medizinische Begriff umfasst die Symptome abnormaler Herzempfindungen (starkes Herzklopfen, Beschleunigung, wahrgenommene Unregelmäßigkeiten) vor dem Hintergrund einer neurovegetativen Hyperaktivität oder eines Stoffwechselungleichgewichts, ohne dass zwangsläufig eine organische Arrhythmie vorliegt. Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Herzfunktion sind im Sortiment für Herz-Kreislauf-Gesundheit des Shops erhältlich.
- Nosologische Unterscheidung: Herzklopfen bezeichnet die subjektive Wahrnehmung der Herzschläge – Herzerethismus bezeichnet den zugrunde liegenden Zustand der Übererregbarkeit (myokardial und neurovegetativ) – eine Arrhythmie ist ein objektiver EKG-Befund einer Unregelmäßigkeit des Herzrhythmus – eine Erregbarkeit kann ohne nachgewiesene Arrhythmie vorliegen
- Klinische Symptome: Herzschläge, die als zu stark, zu schnell oder unregelmäßig empfunden werden – das Gefühl eines „klopfenden Herzens“ in ruhigen Momenten – häufige gutartige Extrasystolen – erhöhte Empfindlichkeit gegenüber leichter Anstrengung oder Emotionen – damit verbundene Müdigkeit und Asthenie
- Häufige klinische Kontexte: Hyperthyreose (Herzerethismus ist eines der Leitsymptome: Sinustachykardie, sympathische Überempfindlichkeit) – Anämie (tachykardische Kompensation, Übererregbarkeit durch Hypoxie) – prämenstruelle Phase und Menopause (Östrogenschwankungen, die den sympathischen Tonus beeinflussen) – Schwangerschaft (physiologische Hypervolämie)
Welche Ursachen und welche medizinische Abklärung?
- Funktionelle und verhaltensbedingte Ursachen: übermäßiger Koffeinkonsum (blockiert die Adenosinrezeptoren – positiv chronotrop) – Tabakkonsum – Alkohol – chronischer Stress und Angstzustände (anhaltende sympathische Aktivierung – Anstieg des Noradrenalinspiegels) — Schlafmangel — bestimmte Medikamente (abschwellende Mittel, Kortikoide, Schilddrüsenhormone, Beta-2-Agonisten)
- Organische Ursachen, die durch eine medizinische Abklärung ausgeschlossen werden müssen: Hyperthyreose (TSH, freies T3/T4) – Anämie (Blutbild, Ferritin, B12, Folsäure) – Hypomagnesiämie und Hypokaliämie – hypertrophe Kardiomyopathie – Herzklappenerkrankung – Phäochromozytom (selten)
- Zielgerichtete Diagnostik: Ruhe-EKG — 24–48-Stunden-Holter-EKG bei intermittierenden Episoden — systematische Schilddrüsenuntersuchung und Blutbild — Bestimmung des Magnesiumspiegels in den Erythrozyten — Echokardiographie bei auffälligem EKG — Durchführung durch den Hausarzt oder Kardiologen
- Notfallkonsultation (Rufnummer 15 anrufen): Erregungszustand mit Brustschmerzen — Synkope — schwere Dyspnoe in Ruhe — Herzklopfen bei Anstrengung — bei bekannter Herzerkrankung
Wie lässt sich eine Herzüberreizung auf natürliche Weise lindern?
Diese Ansätze eignen sich für leichte funktionelle Formen ohne festgestellte organische Pathologie – sie ersetzen nicht die ursächliche Behandlung einer diagnostizierten Hyperthyreose, Anämie oder Arrhythmie. Bei Patienten, die mit Antiarrhythmika behandelt werden, ist eine ärztliche Beratung unerlässlich.
- Magnesium: physiologischer Regulator der myokardialen Erregbarkeit — natürlicher Kalziumantagonist in den Kardiomyozyten — sehr häufiger Mangel bei chronischem Stress, Alkoholkonsum oder unzureichender Ernährung — 300 bis 400 mg/Tag als Bisglycinat oder Malat — erste Wahl bei funktioneller Erregbarkeit
- Weißdorn: Herztonikum und sedierendes Mittel für das vegetative Nervensystem – reduziert die angstbedingte Übererregbarkeit des Herzens – gut etablierte EMA-Monografie – Kontraindikationen bei Antiarrhythmika und Digoxin – ärztliche Beratung bei Herzpatienten in Behandlung
- Herzkohärenz: Atmung mit 5 Zyklen/Min. (5 s Einatmen, 5 s Ausatmen) — erhöht die Herzfrequenzvariabilität — reduziert die für die Übererregbarkeit verantwortliche sympathische Aktivierung — 3 Sitzungen à 5 Min. pro Tag
- Lebensstil: Koffeinkonsum reduzieren (< 2–3 Tassen Kaffee/Tag) — Raucherentwöhnung (Tabak-Info-Service: 3989) — Alkoholkonsum einschränken — für ausreichend Schlaf sorgen (7 bis 9 Stunden/Nacht) — Flüssigkeitszufuhr 1,5 bis 2 l/Tag — siehe Behandlungsmaßnahmen bei Herzerkrankungen