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Wie lässt sich die Zahnprothese besser befestigen und ein Verrutschen verhindern?

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Wiederauffüllung in Arbeit

Warum verrutscht eine Zahnprothese und welche Lösungen gibt es?

Der Halt der Zahnprothese ist für viele Träger eine tägliche Herausforderung – insbesondere im Unterkiefer, wo das Fehlen des Gaumens die Auflagefläche und die Saugkraft verringert. Mit der Zeit verändert der Knochenabbau (Verlust des Alveolarknochens nach der Zahnentfernung) die Konturen des Zahnfleisches, und die ursprünglich gut sitzende Zahnprothese beginnt zu wackeln. Die Lösungen reichen von einfachen Haftmitteln bis hin zu implantatgetragenen Overdentures. Alles rund um die verschiedenen Arten von Zahnersatz, deren Pflege und Lebensdauer wird auf der entsprechenden Seite ausführlich beschrieben. Zubehör für Zahnersatz und Produktezur Mundhygiene sind im Shop erhältlich.

  • Knochenresorption – Hauptursache für Instabilität: Ohne Zahnwurzeln, die den Knochen stimulieren, baut sich dieser mit einer Geschwindigkeit von etwa 1 mm pro Jahr ab – das Zahnfleisch verändert sein Volumen und seine Form – die Zahnprothese verliert ihren Halt – Folgen: Verrutschen beim Kauen und Sprechen, schmerzhafte Stellen, Zahnfleischgeschwüre
  • Zahnkleber: füllen vorübergehend den durch den Knochenabbau entstandenen Raum aus – ersetzen weder eine Unterfütterung noch einen prothetischen Ersatz – kurz- und mittelfristige Komfortlösung
  • Implantatgetragene Überprothese: 2 bis 4 Titanimplantate im Kiefer + Befestigungen (Clips/Kugeln/Stege) — die Prothese wird auf die Implantate „aufgesteckt“ — deutlich höhere Stabilität — erhält den Alveolarknochen (mechanische Stimulation über die Implantate) – zahnärztlicher Eingriff – empfohlene dauerhafte Lösung bei schwerer Instabilität
  • Prothetische Unterfütterung: Auffüllung der Innenseite der Prothese durch den Zahntechniker — passt die Prothesenbasis an das neue Zahnfleischvolumen an — nicht-chirurgischer Eingriff — verlängerte Lebensdauer der vorhandenen Prothese — je nach Verlauf der Resorption alle 3–5 Jahre durchzuführen

Wie wendet man Zahnkleber richtig an?

  • Verfügbare Haftmittelarten: Haftcreme (am weitesten verbreitet – punktweise oder in feinen Strichen auf die saubere und trockene Innenseite auftragen – hält 8 bis 12 Stunden) — Haftpulver (auf die angefeuchtete Innenseite streuen – schnelle Aushärtung, leichterer Halt – bevorzugt im Sommer oder bei warmem Wetter) — Haftstreifen (vorgezchnitten – feste Dosierung – praktisch für unterwegs)
  • Optimale Anwendungstechnik: Reinigen und trocknen Sie die Zahnprothese vor dem Auftragen – tragen Sie Klebstoffpunkte oder -striche in einem Abstand von 5 mm zu den Rändern auf (verhindert ein Überlaufen in den Mund) — die Zahnprothese einsetzen und 10 Sekunden lang fest andrücken — nicht zu viel verwenden (der Halt verbessert sich ab einer bestimmten Menge nicht mehr — zu viel = Überlaufen + unangenehmer Geschmack)
  • Zinkfreie Haftmittel — empfohlen: Herkömmliche Formulierungen enthalten Zink (verbessert die Fließfähigkeit der Creme) — eine längere tägliche Anwendung mit Verschlucken von überschüssigem Haftmittel kann zu einer Zinkansammlung führen → dokumentierte periphere Neuropathie — zinkfreie Formulierungen (ausdrücklicher Hinweis auf der Verpackung) bieten denselben Halt ohne dieses Risiko
  • Entfernung von Haftmittelresten: Die Zahnprothese abends herausnehmen — das Haftmittel mit einer Bürste unter lauwarmem Wasser von der Zahnprothese entfernen — Mund und Zahnfleisch ausspülen, um Rückstände am Zahnfleisch zu entfernen — Das Haftmittel darf sich nicht ansammeln (fördert Stomatitis und Mundgeruch)

Wann verursacht die Zahnprothese Schmerzen und wie geht man mit Zahnfleischschmerzen um?

  • Ursachen für Schmerzen unter der Prothese: lokale Druckstellen (ungleichmäßige Resorption → ungeeignete Kontakte) — zu lange oder zu scharfe Prothesenränder — prothetische Stomatitis (chronische Entzündung der Schleimhaut unter der Prothese — verursacht durch Candida und unzureichende Hygiene) — Geschwüre durch Reibung bei Kaubewegungen
  • Was ist zu tun: niemals selbst schleifen (Gefahr, die Prothese aus dem Gleichgewicht zu bringen) — den Zahntechniker oder Zahnarzt für ein gezieltes Abschleifen konsultieren — Mundspülungen mit lauwarmem Salzwasser oder verdünntem Chlorhexidin lindern gereizte Schleimhäute — Anhaltende Geschwüre (> 2 Wochen ohne Zahnersatz) erfordern einen Arztbesuch, um eine pathologische Ursache auszuschließen
  • Behandlung der prothetischen Stomatitis: Die Zahnprothese nachts systematisch herausnehmen — Gründliche Reinigung der Innenseite + antifungale Reinigungsbrausetablette — Antifungale Mundspülungen (Amphotericin B) bei bestätigter Candidose — Siehe Seite „Parodontitis“ für begleitende Zahnfleischerkrankungen
  • Resorption vorbeugen und Stabilität verlängern: Eine implantatgetragene Overdenture ist die einzige Lösung, die den Knochen wirklich erhält – falls diese nicht vorhanden ist, die Schleimhaut gesund halten, regelmäßig neu anpassen lassen und alle 5–8 Jahre einen prothetischen Ersatz in Kauf nehmen

Welche Anzeichen deuten darauf hin, dass man seinen Zahnarzt oder Zahntechniker aufsuchen sollte?

  • Anzeichen einer Fehlanpassung, die nicht ignoriert werden dürfen: Die Zahnprothese verrutscht oder fällt beim geringsten Öffnen des Mundes oder beim Essen heraus – Unmöglichkeit, normale Nahrung zu sich zu nehmen – Veränderungen der Aussprache (Zischlaute, schlecht artikulierte Konsonanten) – sichtbares Absinken der Wangen oder Lippen (fortgeschrittene Resorption)
  • Warnzeichen im Bereich des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut: Geschwüre, die auch ohne Zahnersatz länger als zwei Wochen bestehen bleiben – schmerzhafte rote Flecken unter der Prothese (Stomatitis) – Schwellungen oder Knoten – jede verdächtige Läsion der Mundschleimhaut muss von einem Zahnarzt oder Arzt untersucht werden
  • Empfohlene Kontrollintervalle: 1 bis 2 Mal pro Jahr einen Termin beim Zahntechniker/Zahnarzt vereinbaren, auch wenn keine Schmerzen vorliegen — Unterfütterung alle 3–5 Jahre je nach Verlauf — vollständiger Austausch alle 5–8 Jahre — Träger von implantatgetragenen Overdentures benötigen eine spezielle Nachsorge (Überprüfung der Befestigungen, Reinigung der Abutments)