Was ist Parodontitis und wie kann man sie rechtzeitig stoppen?

Filtern
Anzahl der Produkte : 15
Sortieren
Sortieren
Schließen
HEXTRIL 0,1 % Mundspülung für empfindliches Zahnfleisch 200 ml HEXTRIL 0,1 % Mundspülung für empfindliches Zahnfleisch 200 ml
5,39 €
Versendet innerhalb von 24 Stunden
Listerine Mundwasser Schutz für Zähne & Zahnfleisch Listerine Mundwasser Schutz für Zähne & Zahnfleisch
250 ml 500 ml
6,76 €
In den Warenkorb
Versendet innerhalb von 24 Stunden
Parogencyl Zahnpasta Intensivpflege Zahnfleisch 75ml Parogencyl Zahnpasta Intensivpflege Zahnfleisch 75ml
75 ml Lot de 2 x 75 ml
5,39 €
In den Warenkorb
Versendet innerhalb von 24 Stunden
Parogencyl Parodontitis Zahnbürste 15/100 Extra Weich Parogencyl Parodontitis Zahnbürste 15/100 Extra Weich
3,76 €
Versendet innerhalb von 24 Stunden
Meridol Zahnbürste Zerbrechliches Zahnfleisch Meridol Zahnbürste Zerbrechliches Zahnfleisch
1 Einheit Souple +
3,99 €
In den Warenkorb
Versendet innerhalb von 24 Stunden
Parodontax Mundspülung „Aktiver Zahnfleischschutz“ 500 ml Parodontax Mundspülung „Aktiver Zahnfleischschutz“ 500 ml
7,19 €
Versendet innerhalb von 24 Stunden
HEXTRIL MINZE Mundwasser für empfindliches Zahnfleisch 400 ml HEXTRIL MINZE Mundwasser für empfindliches Zahnfleisch 400 ml
7,99 €
Versendet innerhalb von 24 Stunden
Cattier Dentargile Zitrone Zahnpasta für gereiztes Zahnfleisch, Bio, 75 ml Cattier Dentargile Zitrone Zahnpasta für gereiztes Zahnfleisch, Bio, 75 ml
5,29 €
Versendet innerhalb von 24 Stunden
TRIFOLIUM PRATENSE 4C 5C 7C 9C 15C  Granulat Boiron Homöopathie TRIFOLIUM PRATENSE 4C 5C 7C 9C 15C Granulat Boiron Homöopathie
5 CH
2,99 €
In den Warenkorb
Auf Lager - Vorbereitung innerhalb von 1 bis 2 Werktagen

Was ist Parodontitis und worin unterscheidet sie sich von einer Gingivitis?

Parodontitis ist eine chronische Infektionserkrankung des Parodontiums – also des Zahnhalteapparats (Zahnfleisch, Parodontalligament, Alveolarknochen, Zahnzement). Im Gegensatz zur Gingivitis (einer reversiblen, auf das Zahnfleisch beschränkten Entzündung) geht die Parodontitis mit einer fortschreitenden und irreversiblen Zerstörung des Alveolarknochens und des Parodontalligaments einher. Die Zähne bleiben lange Zeit stabil, doch sobald der Knochen zerstört ist, regeneriert er sich nicht von selbst. Jede Parodontitis erfordert eine Betreuung durch einen Zahnmediziner – Zahnarzt oder Parodontologen –, um ihr Fortschreiten zu stoppen. Produktezur Mundhygiene und geeignete Zahn seide sind im Shop erhältlich.

  • Zerstörungsmechanismus: Anaerobe Bakterien in den Parodontaltaschen (Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia, Treponema denticola – der „rote Komplex“) lösen eine übermäßige Immunreaktion aus – proinflammatorische Zytokine (IL-1β, TNF-α, PGE₂) aktivieren die Osteoklasten → Knochenresorption – es ist das Immunsystem des Wirts, mehr als die Bakterien selbst, das den Knochen zerstört
  • Internationale Klassifikation 2017: Grad A (langsames Fortschreiten, wenige Risikofaktoren) – Grad B (mäßiges Fortschreiten) – Grad C (schnelles Fortschreiten, wesentliche Risikofaktoren – Rauchen, Diabetes) – Stadium I bis IV je nach Schweregrad des Knochenverlusts und therapeutischer Komplexität
  • Klinische Anzeichen: Blutungen bei Zahnfleischsondierung (Frühzeichen – siehe Seite „Zahnfleischbluten“) — Parodontaltaschen > 4 mm — Zahnfleischrückgang (Zahnfleisch „zieht sich zurück“) — fortschreitende Zahnlockerung — Diastemen (sich vergrößernde Zahnlücken) — anhaltender Mundgeruch
  • Prävalenz: Schwere Parodontitis betrifft 10–15 % der Erwachsenen – moderate Parodontitis betrifft etwa 50 % der Erwachsenen über 30 Jahre – sie ist in den Industrieländern die häufigste Ursache für Zahnverlust ab dem 40. Lebensjahr

Was sind die Risikofaktoren und welche Zusammenhänge bestehen mit der allgemeinen Gesundheit?

  • Tabak — wesentlicher Risikofaktor: erhöht das Risiko einer schweren Parodontitis um das 3- bis 7-Fache — verschleiert Zahnfleischbluten (Gefäßverengung = trügerisches Zeichen für Gesundheit) – mindert die Wirksamkeit der Parodontalbehandlung – die Parodontitis bei Rauchern schreitet schneller fort und spricht weniger gut auf Zahnsteinentfernung und Glättung an – der Rauchverzicht verbessert die Prognose deutlich
  • Diabetes – wechselseitiger Zusammenhang: Schlecht eingestellter Diabetes verdreifacht das Risiko einer schweren Parodontitis (Glykierung von Gewebeproteinen, lokale Immunsuppression) — Parodontitis erhöht im Gegenzug die Insulinresistenz und verschlechtert die Blutzuckerkontrolle — die Behandlung der Parodontitis kann den HbA1c-Wert um 0,3 bis 0,5 % senken — dieser Zusammenhang wird von der Internationalen Diabetes-Föderation anerkannt
  • Kardiovaskuläre Zusammenhänge: Parodontale Bakterien (insbesondere P. gingivalis) können in den Blutkreislauf gelangen und zur Atherosklerose beitragen — epidemiologische Studien, die einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz – Mechanismus: chronische systemische Entzündung + vorübergehende Bakteriämie beim Kauen
  • Weitere Zusammenhänge: Schwangerschaft (Parodontitis im Zusammenhang mit Frühgeburt und niedrigem Geburtsgewicht – Vorsorgeuntersuchung empfohlen) – Atemwegserkrankungen (Aspiration von Mundbakterien → bakterielle Lungenentzündung bei geschwächten Personen) – rheumatoide Arthritis (P. gingivalis produziert Enzyme, die Proteine citrullinieren – gemeinsames Antigen)

Wie wird Parodontitis diagnostiziert und behandelt?

  • Diagnose: Parodontale Sondierung (Messung der Taschen mit einer Skalensonde um jeden Zahn herum – Tiefe, Blutung, Eiterbildung) — Panorama- und retroalveoläre Röntgenaufnahmen (Knochenniveau, betroffene Furkationen) — Plaque- und Blutungsindex — umfassende parodontale Untersuchung = unverzichtbarer erster Schritt vor jeder Behandlung
  • Ätiologische Behandlung (Phase 1) — Zahnsteinentfernung und Wurzelglättung (DSR): mechanische Entfernung von subgingivalem Zahnstein und am Zahnwurzel anhaftendem pathogenem Biofilm — Schall- oder Ultraschallinstrument + Küretten — unter Lokalanästhesie (Quadrant für Quadrant) — von der HAS anerkannte Standardmaßnahme — maximale Wirksamkeit bei anschließender regelmäßiger Erhaltungsphase
  • Parodontale Chirurgie (Phase 2, falls erforderlich): Zugangslappen (chirurgischer Zugang zu den Zahnwurzeln für tiefliegende, unzugängliche Stellen) — geführte Knochenregeneration (GPR – Membranen + Knochenersatzmaterial) — Zahnfleischtransplantate (zur Abdeckung von Rezessionen) — indiziert bei Versagen der DSR oder bei sehr tiefen Taschen (> 6 mm) — durchgeführt von einem Parodontologen
  • Erhaltungsphase: Der langfristige Erfolg hängt von der Nachsorge ab — professionelle Kontrolluntersuchungen alle 3–6 Monate — Beurteilung der verbleibenden Taschen und gegebenenfalls erneute Instrumentierung — ohne regelmäßige Nachsorge tritt die Parodontitis in 70–80 % der Fälle innerhalb von 5 Jahren erneut auf — die tägliche Mundhygiene durch Zähneputzen und die Verwendung von Interdentalbürsten ist unerlässlich

Was kann man im Alltag tun, um die Parodontitis zu verlangsamen?

  • Gründliche tägliche Plaque-Kontrolle: zweimal tägliches Zähneputzen (weiche Zahnbürste – modifizierte Bass-Technik, um den Zahnfleischsaum zu erreichen) – Interdentalbürsten in passender Größe (besser als Zahnseide bei parodontal geschädigten Zahnzwischenräumen) – Zungenschaber (reduziert die Bakterienlast) – ohne tägliche Kontrolle ist jede professionelle Parodontalbehandlung vergeblich
  • Mundspülungen mit Chlorhexidin: das Standard-Antibakterium (0,12–0,2 %) — zeitlich begrenzte Anwendung (2–4 Wochen) als Ergänzung zur aktiven Behandlung — Erhaltungstherapie mit milderen Formulierungen (0,06 %) oder mit Zinnfluorid möglich — chronische Anwendung vermeiden (Verfärbungen + Geschmacksstörungen)
  • Raucherentwöhnung: verbessert das Ansprechen auf die Behandlung bereits in den ersten Wochen — normalisiert schrittweise die Durchblutung des Zahnfleisches — ist gemäß den Empfehlungen der HAS ein fester Bestandteil des parodontalen Behandlungsplans
  • Diabetes-Kontrolle: Bei Diabetikern verbessert ein ausgeglichener Blutzuckerspiegel (HbA1c < 7 %) das Ansprechen auf die parodontale Behandlung – und umgekehrt – bei Diabetes + Parodontitis wird eine Abstimmung zwischen Zahnarzt und behandelndem Arzt empfohlen – bei parodontalem Abszess ist eine unverzügliche Konsultation erforderlich