Warum blutet das Zahnfleisch und was sind die Ursachen dafür?
Zahnfleischbluten ist ein Anzeichen für eine Schwächung oder Entzündung der Zahnfleischschleimhaut – ihre Kapillargefäße reißen bereits bei geringem Druck (Zahnputzen, Zahnseide). In den allermeisten Fällen handelt es sich um ein Anzeichen für eine Gingivitis (reversibles Stadium) oder eine Parodontitis (fortgeschritteneres Stadium). Eine frühzeitige zahnärztliche Behandlung ist unerlässlich, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Produkte zur Mundpflege finden Sie in den Sortimenten „Mundspülungen“ und „Zahnpflege“ im Shop.
- Gingivitis: Ansammlung von Zahnbelag (bakterieller Biofilm) am Zahnfleischsaum → lokale Entzündung → gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch, das schon bei geringster Berührung blutet – durch angemessene Hygiene und professionelle Zahnsteinentfernung rückbildbar
- Parodontitis: unbehandelte Gingivitis → fortschreitende Zerstörung des Alveolarknochens und des Parodontalligaments → Zahnfleischrückgang, Zahnlockerung — erfordert eine spezialisierte parodontologische Behandlung
- Häufige verschlimmernde Faktoren: zu aggressives Zähneputzen (harte Zahnbürste) — unsachgemäße Verwendung von Zahnseide — Rauchen (verringert die Durchblutung des Zahnfleisches und verschleiert die Entzündung — Raucher bluten paradoxerweise weniger, aber die Läsionen sind tiefer) — Schwangerschaft und Menopause (hormonelle Veränderungen) — schlecht eingestellter Diabetes (erhöhte Anfälligkeit für Zahnfleischentzündungen)
- Medikamente, die Zahnfleischbluten begünstigen können: Antikoagulanzien (Warfarin, AOD) — Thrombozytenaggregationshemmer (Aspirin) — bestimmte Blutdrucksenker (Kalziumkanalblocker — Zahnfleischhyperplasie) — Antiepileptika (Phenytoin) — jede ungewöhnliche Zahnfleischblutung dem Arzt oder Zahnarzt melden
- Nährstoffmangel: Vitamin-C-Mangel (Skorbut – starke Kapillarschwäche im Zahnfleisch) – Vitamin-K-Mangel (Gerinnungsstörung)
Welche natürlichen Heilmittel helfen bei Zahnfleischbluten?
- Propolis: antibakterielle und entzündungshemmende Flavonoide – als Spray oder Mundspülung – bildet einen Schutzfilm auf der Zahnfleischschleimhaut – reduziert pathogene Bakterien im Zahnbelag – Allergie gegen Bienenprodukte: kontraindiziert
- Spülen mit Meersalz: lauwarmes Wasser + 1/2 Teelöffel Salz – osmotisch und entzündungshemmend – reduziert Zahnfleischschwellungen – 2 bis 3 Mal täglich – ersetzt nicht das Zähneputzen
- Kokosöl (Oil Pulling): Gurgeln mit nativem Kokosöl, 10–20 Minuten auf nüchternen Magen – antimikrobielle Laurinsäure – Reduzierung von Zahnbelag und des Zahnfleischindexes in mehreren Studien belegt – nicht schlucken
- Aloe-Vera-Gel: beruhigend und entzündungshemmend – direkt auf das Zahnfleisch auftragen – lindert Zahnfleischempfindlichkeit und fördert die Heilung der Schleimhaut
- Kamillentee als Mundspülung: entzündungshemmendes Apigenin – Linderung von Zahnfleischreizungen – abgekühlt anwenden, um eine Gefäßerweiterung zu vermeiden
Welche Ernährung und welche Nahrungsergänzungsmittel sind für gesundes Zahnfleisch empfehlenswert?
- Vitamin C: unverzichtbarer Cofaktor für die Kollagensynthese im Zahnfleisch – stärkt die Kapillarwände – 500 bis 1.000 mg/Tag – Zitrusfrüchte, Kiwi, Paprika, schwarze Johannisbeeren, Petersilie – Mangel → skorbütische Gingivitis
- Bioflavonoide (Rutin, Hesperidin): verstärken die Wirkung von Vitamin C – verringern die Zerbrechlichkeit und Durchlässigkeit der Zahnfleischkapillaren
- Vitamin D3: entzündungshemmende und immunmodulierende Eigenschaften – ein Mangel steht im Zusammenhang mit Parodontitis – 1.000 bis 2.000 IE/Tag
- Kalzium und Zink: Erhaltung der Alveolarknochenmineralisierung – Unterstützung der Schleimhautheilung
- Einschränken: raffinierter Zucker (fördert das Wachstum pathogener Bakterien im Zahnbelag) – Tabak (Tabac Info Service: 3989) — Alkohol (trocknet die Schleimhaut aus) — Bei anhaltenden Blutungen > 2 Wochen trotz gründlicher Mundhygiene einen Zahnarzt aufsuchen