Was sind Hautrisse und wie unterscheidet man sie von rissiger Haut?
Hautrisse sind mehr oder weniger tiefe Risse in der Haut, die von einem einfachen oberflächlichen Schnitt bis hin zu einer tiefen, oft schmerzhaften und blutenden Risswunde reichen können, die bis in die Dermis reicht. Sie unterscheiden sich von rissiger Haut (oberflächliche, nicht blutende Risse) durch ihre Tiefe und ihr potenzielles Infektionsrisiko. Produkte zur Wund-, Verbrennungs- und Narbenpflege finden Sie im Sortiment „Wunden und Verbrennungen“, gezielte Pflegeprodukte für rissige Hände im Sortiment „Handrisse“.
- Oberflächliche Risse: betreffen nur die Epidermis – leicht schmerzhaft – keine Blutung – erfordern eine topische Pflege mit feuchtigkeitsspendenden und hautpflegenden Mitteln
- Tiefe Risse: reichen bis in die Dermis — Blutungen möglich — starke Schmerzen — Risiko einer bakteriellen (Staphylococcus aureus) oder pilzbedingten Sekundärinfektion — erfordern eine antiseptische Behandlung vor dem Auftragen eines Wundheilmittels
- Häufige Lokalisationen: Fersen (rissige plantare Hyperkeratose), Hände (wiederholter Kontakt mit Wasser oder Reizstoffen), Finger und Zehenzwischenräume, Lippen, Mundwinkel (Angularcheilitis – kann auf einen Mangel an Vitamin B2 oder Zink hinweisen)
- Hauptursachen: chronisch trockene oder atopische Haut – kaltes und trockenes Klima – übermäßige Reinigung mit alkalischen Seifen – Alter (Verlust der Elastizität und der Talgproduktion) – Diabetes (Neuropathie und trockene Fußsohlen) – Psoriasis – Schilddrüsenunterfunktion
Welche natürlichen und wirksamen Mittel gibt es zur Behandlung von Hautrissen?
- Honig: das natürliche Wundheilmittel schlechthin – breitbandige antibakterielle Wirkung (Wasserstoffperoxid, Defensine-1) – osmotisch (bindet Wasser, trocknet Bakterien aus) — dünne Schicht auf die gereinigte Rissstelle auftragen, mit einem Verband abdecken — besonders geeignet bei sekundär infizierten Rissen — kontraindiziert bei Säuglingen unter 1 Jahr
- Harnstoff (10–40 %): mildes Keratolytikum und starker Feuchtigkeitsspender — bei 10–20 %: macht die Hyperkeratose weich und spendet trockenen Rissen Feuchtigkeit — bei 30–40 %: Aufweichen von Fersenspalten, wirksamster Wirkstoff für diese Indikation — abends unter einer Baumwollsocke auftragen
- Aloe-Vera-Gel: beruhigend, entzündungshemmend und wundheilend — sofortige Linderung bei oberflächlichen, entzündeten Rissen — als erste Anwendung nach der Reinigung der Läsion, vor dem Schutzbalsam
- Kokosöl: filmbildend und leicht antibakteriell (Laurinsäure) – schützt Risse vor äußeren Reizstoffen – bildet einen Okklusivfilm, der die Feuchtigkeit in den rissigen Stellen bindet
- Sheabutter: unverseifbare Bestandteile (Vitamine A, E) und ungesättigte Fettsäuren – pflegt und schützt Risse an Händen und Füßen – als dickflüssiger Balsam vor dem Schlafengehen unter Baumwollhandschuhen oder -socken auftragen, um die Aufnahme zu maximieren
- Ätherische Öle: Ätherisches Öl aus echtem Lavendel (wundheilend und antiseptisch) – auf 2–5 % in einem pflanzlichen Trägeröl verdünnen (Süßmandel, Jojoba) – niemals unverdünnt auf rissige Haut auftragen – vorher 48-Stunden-Test durchführen – nicht empfohlen für Schwangere und Kinder unter 6 Jahren
Welche Ernährung ist empfehlenswert und wann sollte man bei Hautrissen einen Arzt aufsuchen?
- Omega-3 (EPA-DHA): Erhaltung der Membranfluidität der Keratinozyten — Verringerung chronischer Hautentzündungen — fetter Fisch zweimal pro Woche, Nahrungsergänzung mit 2–3 g/Tag
- Vitamin C: Cofaktor bei der Synthese von Hautkollagen – beschleunigt die Wundheilung – 500 mg bis 1 g/Tag als Kur
- Vitamin E: antioxidativer Schutz der Zellmembranen — zur äußerlichen Anwendung und als Nahrungsergänzungsmittel
- Vitamin A: Regulierung der epidermalen Zellerneuerung — Mangel geht mit ausgeprägter Xerosis einher — Nahrungsquellen (Leber, Eigelb, orangefarbenes Gemüse)
- Flüssigkeitszufuhr 1,5 bis 2 l/Tag — Zink (Wundheilung und Hautbarriere) — Sonnenschutz LSF 30+ im Sommer auf exponierten, rissigen Hautstellen
- Arzt oder Dermatologen konsultieren bei: tiefen Rissen mit anhaltenden Blutungen – Sekundärinfektion (Rötung, Überwärmung, Eiter, Lymphangitis) – trotz ordnungsgemäßer Pflege immer wiederkehrende Risse – Diabetes oder begleitende systemische Erkrankung – Wunden, die nicht innerhalb von 2 Wochen verheilen