Schlaflosigkeit ist eine Schlafstörung, die durch anhaltende Schwierigkeiten beim Einschlafen, beim Durchschlafen oder beim Erreichen einer ausreichenden Schlafdauer trotz günstiger Bedingungen gekennzeichnet ist. Man unterscheidet drei klinische Profile:
Man unterscheidet außerdem zwischen akuter Schlaflosigkeit (< 3 Monate, als Reaktion auf ein belastendes Ereignis) und chronischer Schlaflosigkeit (> 3 Monate, ≥ 3 Nächte pro Woche). Eine Passionsblume (Flavonoide + Harmane, mildes GABAergisches Beruhigungsmittel) als Kur stellt den ersten Ansatz bei angstbedingten Einschlafstörungen dar.
Schlaflosigkeit deutet meist auf eine zugrunde liegende Ursache hin, die es zu ermitteln gilt. Die häufigsten Ursachen sind:
Zitronenmelisse (Melissa officinalis, Rosmarinsäure, GABA-Transaminase-Hemmer) wirkt angstlösend und leicht beruhigend – besonders geeignet bei Schlaflosigkeit aufgrund von Angstzuständen oder situativem Stress.
Drei beruhigende Pflanzen sind die erste Wahl bei leichter bis mittelschwerer Schlaflosigkeit. Baldrian (Valepotrioside + Valeriansäure, 450–900 mg/Tag standardisierter Extrakt) ist hinsichtlich der Einschlafzeit und der Qualität des Tiefschlafs am besten dokumentiert. Die Passionsblume (Harmane + Flavonoide) verringert nächtliche Angstzustände und erleichtert das Einschlafen, ohne dass eine Gewöhnung eintritt. Lavendel (Linalool + Linalylacetat, Wirkung auf GABA-A-Rezeptoren und die Serotoninausschüttung) ist als ätherisches Öl (15 Minuten vor dem Schlafengehen verdampfen) oder als Extraktkapseln (80 mg/Tag, nachgewiesene Wirksamkeit bei leichten Angstzuständen) erhältlich.
Melatonin ist das Hormon der Dunkelheit – es wird von der Zirbeldrüse als Reaktion auf Dunkelheit ausgeschüttet und leitet den Übergang vom Wachzustand in den Schlaf ein. Zwei Darreichungsformen decken unterschiedliche Bedürfnisse ab:
Jetlag ist eine der besten Indikationen für Melatonin mit sofortiger Wirkung (1–3 mg zur Schlafenszeit der Zielzeitzone).
Die Homöopathie passt die Behandlung individuell an das klinische Profil an:
5 Globuli vor dem Schlafengehen über einen Zeitraum von 1 bis 3 Monaten.Bei Schlafstörungen bei Kindern helfen zudem speziell angepasste pädiatrische Rezepturen (Chamomilla, Coffea, Passiflora).
Eine chronische Schlaflosigkeit (> 3 Monate, ≥ 3 Nächte pro Woche) mit erheblichen Auswirkungen auf den Tagesablauf (starke Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit) erfordert eine ärztliche Behandlung. Die kognitive Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit (KVT-I) ist laut der französischen Gesundheitsbehörde „Haute Autorité de Santé“ die Standardbehandlung – langfristig wirksamer als Schlafmittel, ohne Nebenwirkungen und ohne Suchtgefahr. Schlafmittel (Benzodiazepine, Z-Hypnotika) sollten nur für eine Kurzzeitbehandlung (< 4 Wochen) eingesetzt werden – sie führen zu Abhängigkeit und Rebound-Schlaflosigkeit nach Absetzen. Die Linde (Flavonoide, Abendtee) bietet eine sanfte Unterstützung während des gesamten nichtmedikamentösen Behandlungsansatzes.