Mate (Ilex paraguariensis) ist eine südamerikanische Pflanze, deren getrocknete und leicht geröstete Blätter seit Jahrhunderten als traditioneller Aufguss verwendet werden. Seine wichtigsten Wirkstoffe sind:
Die antioxidative Kapazität der Polyphenole des Mate (ORAC-Index) ist einigen Studien zufolge höher als die von grünem Tee.
Mate bietet dank der Kombination aus Koffein, Theobromin, Theophyllin und Saponinen ein anderes anregendes Profil als Kaffee. Seine anregende Wirkung setzt allmählicher ein und hält länger an – unter anderem, weil die Polyphenole und Saponine der Pflanze die Geschwindigkeit der Koffeinaufnahme im Darm regulieren – ohne den oft beschriebenen Energieabfall nach dem Kaffeekonsum. Theobromin trägt zum „Wohlbefindenseffekt“ und zu einer leichten Erweiterung der Hirngefäße bei. Die Auswirkungen auf die geistige Ermüdung (Wachsamkeit, Reaktionszeit, Kurzzeitgedächtnis) sind in vorläufigen Studien dokumentiert – 2 Tassen Mate verbessern die kognitiven Parameter über 4 bis 6 Stunden hinweg, ohne die mit hohen Dosen von reinem Koffein verbundenen Angstspitzen.
Mate zählt zu den thermogenen Pflanzen – er regt den Grundumsatz an und beschleunigt den Fettstoffwechsel durch verschiedene Mechanismen. Chlorogensäure hemmt Verdauungsenzyme (α-Glucosidase, Pankreaslipase) und verringert die Aufnahme von Kohlenhydraten und Fetten aus der Nahrung. Koffein mobilisiert freie Fettsäuren (Lipolyse) und verbessert deren Nutzung als Energiesubstrat während körperlicher Betätigung. Saponine wirken emulgierend auf Darmlipide. Die vorliegenden klinischen Studien zeigen eine moderate, aber signifikante Wirkung auf die Senkung des BMI und des Taillenumfangs nach 12-wöchiger Einnahme. Die mit kalorienarmen Diäten verbundene chronische Müdigkeit wird durch die belebende Wirkung von Mate gemildert.
Chlorogensäure hemmt die Glukose-6-Phosphatase in der Leber (ein Schlüsselenzym der Glykogenolyse) und verzögert die Glukoseaufnahme im Darm – wodurch der postprandiale Blutzuckerspitzenwert gesenkt wird. Klinische Studien an Patienten mit Prädiabetes zeigen eine Verbesserung der Insulinsensitivität nach 12 Wochen regelmäßiger Einnahme. Was den Cholesterinspiegel betrifft, so üben die Saponine des Mate eine leicht cholesterinsenkende Wirkung aus (Senkung von LDL und Triglyceriden), indem sie die Aufnahme von Nahrungscholesterin im Darm hemmen. Probiotika können mit Mate kombiniert werden, um dessen metabolische Wirkung zu optimieren – ein ausgeglichenes Mikrobiom verbessert die Bioverfügbarkeit der Polyphenole durch Darmfermentation.
Sein Koffeingehalt (3–5 % der getrockneten Blätter, 40–90 mg pro Tasse) erfordert dieselben Einschränkungen wie bei Kaffee: Angststörungen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaflosigkeit oder Schwangerschaft (begrenzt auf insgesamt 200 mg Koffein pro Tag). Der Verzehr von sehr heißem Mate (65–70 °C) ist mit einem erhöhten Risiko für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs verbunden – dieses Risiko hängt mit der Hitze und nicht mit der Pflanze selbst zusammen. Mate, der nach 15 Uhr eingenommen wird, kann die Melatoninausschüttung hemmen und die Schlafqualität für 6 bis 8 Stunden beeinträchtigen. Wechselwirkungen mit Medikamenten sollten ohne ärztlichen Rat nicht eingenommen werden: Antikoagulanzien (Vitamin K im Mate), blutdrucksenkende Mittel, MAO-Hemmer.