Die Sicherheit am Arbeitsplatz beruht zum Teil auf einem angemessenen Handschutz, der durch genaue gesetzliche Vorschriften geregelt ist. In Europa gilt die Verordnung (EU) 2016/425 für die gesamte persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhe. Die Norm EN 388 legt die Widerstandsfähigkeitsstufen gegenüber mechanischen Risiken (Abrieb, Schnitt, Reiß- und Durchstoßfestigkeit) fest, während die Norm EN 374 den Schutz vor chemischen und mikrobiologischen Risiken regelt. Die Einhaltung dieser Normen ist Voraussetzung für das Inverkehrbringen und die gewerbliche Nutzung der Handschuhe.
Die Auswahl der Schutzhandschuhe basiert auf einer vorherigen Analyse der mit jedem Arbeitsplatz verbundenen Risiken. Für den Umgang mit Chemikalien sind Handschuhe erforderlich, die der Norm EN 374 entsprechen und deren Material für das jeweilige Produkt geeignet ist (Nitril, Neopren, Butyl gemäß Sicherheitsdatenblatt). Bei Arbeiten, bei denen Schnittverletzungen drohen, sollten vorzugsweise Handschuhe mit einer hohen Schnittfestigkeit gemäß EN 388 gewählt werden. Im Zweifelsfall ist die Beratung durch einen Fachmann für Arbeitssicherheit oder einen zertifizierten PSA-Anbieter die beste Orientierungshilfe.
Über die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften hinaus spielen mehrere Qualitätskriterien eine Rolle: Haltbarkeit, Tragekomfort, Fingerfertigkeit, Griffigkeit und Anpassung an die Arbeitsumgebung (Temperatur, Feuchtigkeit, Vorhandensein von Ölen oder Flüssigkeiten). Ein hochwertiger Handschuh bietet einen sinnvollen Kompromiss zwischen Schutz und der Fähigkeit, präzise Handgriffe ohne übermäßige Ermüdung auszuführen. Ein Innenfutter kann den Tragekomfort verbessern, insbesondere bei längerem Tragen oder unter extremen Temperaturbedingungen.
Die Pflege ist entscheidend für die langfristige Leistungsfähigkeit der Handschuhe. Wiederverwendbare Handschuhe müssen bei jedem Einsatz auf Löcher, Abnutzung, Risse, Verformungen oder chemische Beschädigungen überprüft werden. Reinigung und Desinfektion erfolgen gemäß den Empfehlungen des Herstellers. Einweghandschuhe werden nach jeder risikobehafteten Tätigkeit oder sobald ein Mangel auftritt, systematisch ausgetauscht. Die Rückverfolgbarkeit der Überwachung (Datum der Inbetriebnahme, Kontrollen) ist in regulierten Bereichen ein wichtiger Aspekt.
In der Industrie sind die Hände direkt dem Kontakt mit Maschinen, scharfen Gegenständen, ätzenden Substanzen und extremen Temperaturen ausgesetzt. Ein geeigneter Schutz beugt einer Vielzahl von Arbeitsunfällen (Schnittverletzungen, Verbrennungen, Schürfwunden, chemische Expositionen) vor und trägt zur Einhaltung der Verpflichtungen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bei. Über den mechanischen Schutz hinaus gewährleistet er die langfristige Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten ohne vermeidbare berufsbedingte Hautschäden.
Für elektrische Risiken sind spezielle dielektrische Handschuhe erforderlich, die der Norm EN 60903 entsprechen. Sie werden nach den Spannungsstufen klassifiziert, denen sie standhalten (Klassen 00, 0, 1, 2, 3, 4). Diese Handschuhe müssen regelmäßig überprüft werden (regelmäßige dielektrische Prüfung), um sicherzustellen, dass ihre isolierenden Eigenschaften erhalten bleiben – eine wesentliche Voraussetzung für die Sicherheit von Elektrikern und Wartungstechnikern im Elektrobereich.
Die CE-Kennzeichnung auf einem Schutzhandschuh bescheinigt dessen Konformität mit den europäischen Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltanforderungen. Um diese zu erhalten, muss der Handschuh von einer benannten Stelle gemäß den Methoden der harmonisierten Normen (EN 388, EN 374, EN 60903 usw.) geprüft werden. Diese Zertifizierung ist eine Voraussetzung für das Inverkehrbringen auf dem europäischen Markt und stellt einen verlässlichen Anhaltspunkt für den gewerblichen Käufer dar.
Um Komfort und Schutz in Einklang zu bringen, gibt es mehrere Möglichkeiten: die Wahl der richtigen Größe (ein zu großer Handschuh ermüdet die Hand, ein zu kleiner drückt ein), die Entscheidung für atmungsaktive oder belüftete Materialien sowie die Bevorzugung von verstellbaren Bündchen und weichen Innenfutter. Moderne Technologien bieten Handschuhe, die Flexibilität, Fingerfertigkeit und Schutz vereinen, was die Ermüdung bei längerem Gebrauch verringert und die Akzeptanz bei den Anwendern verbessert.
In einem großen Unternehmen erfordert die Verwaltung des Handschuhbestands ein strukturiertes System: aktuelle Bestandsaufnahme, Überwachung der Verfallsdaten bei Chemikalienhandschuhen, FIFO-Prinzip (First In, First Out), Austauschprogramm auf der Grundlage der Herstellerempfehlungen und der Rückmeldungen aus der Praxis. Die Schulung der Mitarbeiter im richtigen Umgang, im kontaminationsfreien Ausziehen und im regelmäßigen Austausch ist eine unverzichtbare Ergänzung zur Beschaffungspolitik.
Das längere Tragen von Handschuhen, insbesondere in feuchter oder okklusiver Umgebung, kann die Haut der Hände schwächen: Mazeration, Schweißbildung, Trockenheit beim Ausziehen. Um den Hautkomfort zu erhalten, gehören mehrere ergänzende Maßnahmen zu einem präventiven Ansatz: