Empfindliche Hände sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen, die oft zusammenwirken. Witterungseinflüsse (trockene Kälte, Wind, Temperaturschwankungen) trocknen die Haut aus und schwächen den Hydrolipidfilm, der auf dem Handrücken besonders empfindlich ist. Aggressive Reinigungsmittel und Seifen tragen zu Hautirritationen und Feuchtigkeitsverlust bei. Zu diesen äußeren Faktoren kommen manchmal auch individuelle Veranlagungen hinzu: von Natur aus dünne Haut, atopische Veranlagung oder Erkrankungen wie Ekzeme oder Psoriasis, die die Haut reaktiver und empfindlicher gegenüber alltäglichen Belastungen machen.
Um das Wohlbefinden empfindlicher Hände zu erhalten, empfiehlt sich eine sanfte, aber regelmäßige Pflegeroutine. Zum Waschen sollte eine rückfettende Seife oder eine milde Seife mit neutralem oder leicht saurem pH-Wert verwendet werden, die reinigt, ohne die Haut zu reizen. Beim Abtrocknen sollte die Haut sanft abgetupft und nicht gerieben werden. Eine Feuchtigkeitscreme, die reich an Sheabutter oder Süßmandelöl ist und nach jedem Waschen sowie vor dem Schlafengehen aufgetragen wird, hilft, den Hydrolipidfilm zu stärken. Das Tragen von Handschuhen wird bei Hausarbeiten und bei Kälteeinwirkung empfohlen.
Bei ausgeprägter Trockenheit oder oberflächlichen Rissen hilft ein reichhaltiger Balsam oder eine intensive Nachtpflege, das Hautwohlbefinden wiederherzustellen. Diese Formulierungen enthalten in der Regel konzentrierte pflegende Fettstoffe (Bienenwachs, pflanzliche Butter), Feuchthaltemittel (Glycerin, Harnstoff in geringer Dosierung) sowie beruhigende Wirkstoffe wie Panthenol (Provitamin B5), Allantoin oder Vitamin E. In schwereren Fällen benötigen strapazierte Hände eine spezielle Pflegeroutine. Bei tiefen oder schmerzhaften Rissen ist eine fachliche Beratung unerlässlich.
Mehrere Alltagsgewohnheiten verschlimmern die Empfindlichkeit der Haut:
Was die Ernährung betrifft, so trägt eine abwechslungsreiche Ernährung mit Quellen für Omega-3-Fettsäuren (fetter Fisch, Nüsse, Rapsöl) und Antioxidantien (Obst, buntes Gemüse) nachhaltig zur Qualität des Hautfilms bei.
Bei der Auswahl eines Pflegeprodukts für empfindliche Hände sollten Sie auf parfümfreie (oder nur sehr leicht parfümierte) Formeln achten, die eine kurze und verständliche Inhaltsstoffliste aufweisen und als sanft und gut verträglich beschrieben werden. Durch sorgfältiges Lesen der INCI-Liste lassen sich bekannte Allergene vermeiden. Formeln mit beruhigenden Wirkstoffen wieAloe Vera, Kamille oder Ringelblume werden bei empfindlicher Haut gerne verwendet. Bevorzugen Sie außerdem Verpackungen, die eine Kontamination begrenzen (Tube oder Pumpflasche statt offener Tiegel).
Für empfindliche Hände zeichnen sich mehrere Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs aus:
Das Tragen von Schutzhandschuhen ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um empfindliche Hände im Alltag zu schützen. Bei Hausarbeiten und beim Kontakt mit Reinigungsmitteln begrenzen Handschuhe aus Nitril oder Gummi mit Baumwollfutter sowohl den direkten Kontakt als auch das Einweichen der Haut. Zu Hause können vor dem Schlafengehen nach einer reichhaltigen Pflege feine Baumwollhandschuhe angezogen werden, um die Aufnahme der Pflege zu verstärken. Im Winter schützen im Freien thermisch gefütterte Handschuhe die Haut vor trockener Kälte und Wind, die zu den größten Belastungsfaktoren für die Hände zählen.
Eine sanfte Handmassage trägt sowohl zur Entspannung als auch zu einem besseren Hautwohlbefinden bei. Mit einer haselnussgroßen Menge nährender Creme oder eines pflanzlichen Öls (Süßmandel, Argan) massieren Sie langsam jeden Finger von der Basis bis zur Spitze und anschließend die Handfläche und den Handrücken mit kreisenden Bewegungen. Diese Massage fördert ein Gefühl von Wärme und Entspannung und verbessert die Aufnahme der Pflegeprodukte. Bei verletzter oder sehr schmerzender Haut sollte auf eine Massage verzichtet werden; in diesem Fall ist vor jeder Massage ärztlicher Rat einzuholen.
In Arbeitsumgebungen, in denen man reizenden Stoffen oder wiederholtem Händewaschen ausgesetzt ist (Gesundheitswesen, Gastronomie, Friseurhandwerk, Reinigungsbranche), schützen mehrere Maßnahmen empfindliche Hände: Tragen Sie zu Beginn der Schicht eine Schutzcreme auf, tragen Sie für die jeweilige Tätigkeit geeignete Handschuhe (Nitril, puderfreies Latex oder Kautschuk, je nach dem verwendeten Produkt), verwenden Sie vorzugsweise milde Seifen und lauwarmes statt heißes Wasser und tupfen Sie die Hände zum Trocknen ab. Eine pflegende Creme am Ende des Tages und vor dem Schlafengehen rundet die Routine ab. Bei anhaltenden, berufsbedingten Hautveränderungen sollte die Situation mit dem Arbeitsmediziner oder einem Dermatologen besprochen werden.
Es gibt mehrere Anzeichen, die dazu veranlassen sollten, unverzüglich einen Dermatologen aufzusuchen:
Der Facharzt kann eine Kontaktdermatitis (irritativ oder allergisch), ein Handekzem, eine palmäre Psoriasis oder eine andere Erkrankung in Betracht ziehen und eine geeignete Behandlung vorschlagen. Bei einer schweren allergischen Reaktion (Schwellung im Gesicht, Atembeschwerden, die auf ein Quincke-Ödem hindeuten) rufen Sie bitte die 15 oder die 112 an.