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Gute Handhygiene: Vorbeugung und richtige Verhaltensweisen im Alltag

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Was ist Handhygiene und warum ist sie wichtig?

Unter Handhygiene versteht man die Gesamtheit der Maßnahmen, die darauf abzielen, Verschmutzungen zu entfernen und die mikrobielle Belastung der Haut zu verringern. Sie wird von der WHO und Santé publique France als eine der wirksamsten Präventionsmaßnahmen im Alltag anerkannt, insbesondere in Zeiten von Epidemien (Grippe, Gastroenteritis, saisonale Virusinfektionen). Bei korrekter Anwendung hilft sie, die Übertragung von Mikroorganismen zwischen Menschen einzudämmen, sowohl im häuslichen Umfeld als auch im Gesundheitswesen, wo sie dazu beiträgt, behandlungsassoziierte Infektionen zu verhindern.

Wie wäscht man sich richtig die Hände?

Für eine wirksame Handhygiene empfiehlt die WHO, eine 6-stufige Abfolge einzuhalten, idealerweise über einen Zeitraum von 20 bis 30 Sekunden:

  1. Die Hände unter fließendem Wasser anfeuchten (lauwarmes Wasser ist angenehmer und hautverträglicher).
  2. Tragen Sie eine ausreichende Menge Seife auf, um alle Oberflächen zu bedecken.
  3. Reiben Sie die Handflächen aneinander und anschließend die Handflächen über den Handrücken (und umgekehrt), wobei Sie die Finger ineinander verschränken, um die Zwischenräume zwischen den Fingern zu erreichen.
  4. Die Fingerspitzen in der gegenüberliegenden Handfläche reiben, um die Fingerkuppen und die Nägel zu reinigen.
  5. Jeden Daumen mit der gegenüberliegenden Handfläche umschließen und kreisend reiben.
  6. Gründlich abspülen und anschließend mit einem sauberen Handtuch oder einem Einweg-Handtuch abtrocknen. In öffentlichen Einrichtungen den Wasserhahn nicht mit bloßen Händen zudrehen: Verwenden Sie stattdessen den Ellbogen oder ein Stück Papier.

Welche Seife eignet sich am besten für die Handhygiene?

Für den täglichen Gebrauch reicht eine milde, pH-neutrale oder leicht saure Seife völlig aus: Sie reinigt die Haut wirksam und beugt gleichzeitig dem Austrocknen vor. Rückfettende Seifen werden gerne von Personen verwendet, die sich sehr oft die Hände waschen oder empfindliche Haut haben. „Antibakterielle“ Seifen für den allgemeinen Gebrauch bieten bei gesunder Haut keinen nachweisbaren zusätzlichen Nutzen gegenüber einer milden Seife und einer gründlichen Reinigung; sie sind bestimmten spezifischen Indikationen im Gesundheitswesen vorbehalten. Der Erhalt des Hydrolipidfilms ist nach wie vor unerlässlich, denn intakte und gut mit Feuchtigkeit versorgte Hände bilden eine bessere natürliche Barriere als rissige Haut.

Desinfektionsgel oder Händewaschen: Wie wirksam sind sie?

Hydroalkoholische Gele (auf Basis von Ethanol oder Isopropanol mit einem Anteil von 60–95 %, gemäß den WHO-Richtlinien) sind eine praktische Alternative, wenn Wasser und Seife nicht verfügbar sind. Sie reduzieren die Keimbelastung innerhalb weniger Sekunden durch Denaturierung der Membranproteine. Bei sichtbar verschmutzten oder fettigen Händen sind sie jedoch wenig wirksam; in solchen Fällen ist das Waschen mit Wasser und Seife nach wie vor unerlässlich.

Wann sind die wichtigsten Zeitpunkte zum Händewaschen?

Die von den Gesundheitsbehörden festgelegten wichtigsten Zeitpunkte:

  • Vor und nach der Zubereitung einer Mahlzeit, insbesondere nach dem Umgang mit rohem Fleisch, Fisch oder Eiern.
  • Vor jeder Mahlzeit.
  • Nach dem Toilettengang.
  • Nach dem Kontakt mit einem Tier, dessen Einstreu oder Ausscheidungen.
  • Nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen.
  • Vor und nach der Versorgung einer Wunde, auch wenn diese noch so klein ist.
  • Bei der Rückkehr nach Hause, nach einer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Besuch an einem stark frequentierten Ort.
  • Vor und nach dem Besuch bei einer geschwächten oder im Krankenhaus liegenden Person.

Wie kann man Kinder zur Handhygiene anregen?

Bei Kindern beginnt das Erlernen derHandhygiene früh und festigt sich durch Wiederholung und Spiel: Bis 30 zählen während des Waschens, ein etwa 30 Sekunden langes Kinderlied singen, eine sichtbare Sanduhr verwenden, eine für das Kind geeignete, duftende Seife auswählen. Die damit verbundenen Routinen (Händewaschen vor dem Essen, nach dem Toilettengang, nach der Rückkehr aus der Schule) festigen den Automatismus. In der Schule tragen diese Maßnahmen dazu bei, die Verbreitung saisonaler Viren einzudämmen und Fehlzeiten zu reduzieren.

Wasser und Seife oder hydroalkoholisches Gel: Was ist der Unterschied?

Das Waschen mit Wasser und Seife bleibt die Standardmaßnahme: Es entfernt durch mechanische Einwirkung sowohl Mikroorganismen als auch Schmutz, Partikel und chemische Rückstände. Das hydroalkoholische Gel hingegen reinigt nicht, sondern desinfiziert: Es dient als Ergänzung, wenn kein Zugang zu einem Waschbecken möglich ist. Hydroalkoholische Gele sind gegen viele umhüllte Viren (Grippe, Coronaviren usw.) wirksam, jedoch weniger gegen bestimmte besonders resistente Erreger wie Sporen von Clostridioides difficile, die eine mechanische Reinigung erfordern. Die beiden Maßnahmen ergänzen sich und sind nicht austauschbar.

Händehygiene und Antibiotikaresistenz: Welcher Zusammenhang besteht?

Eine gute Handhygiene trägt indirekt zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz bei. Indem sie die Übertragung von Infektionen eindämmt, verringert sie den Einsatz von Antibiotika (insbesondere bei bakteriell bedingten Atemwegs- oder Hautinfektionen), was den Selektionsdruck auf die Bakterien verlangsamt. Dieser Ansatz wird von der WHO, dem ECDC und dem Gesundheitsministerium in ihren Plänen zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz ausdrücklich aufgegriffen. Die Maßnahme bleibt eine individuelle Handlung mit großer kollektiver Wirkung.

Haben Handdesinfektionsgels ein Verfallsdatum?

Ja: Hydroalkoholische Gele sind mit einem Verfallsdatum und einer Haltbarkeitsdauer nach dem Öffnen (PAO) versehen. Mit der Zeit kann der Alkohol verdunsten, insbesondere wenn die Flasche nicht richtig verschlossen oder Hitze ausgesetzt ist, was die Wirkstoffkonzentration und damit die Wirksamkeit verringert. Bewahren Sie das Produkt an einem kühlen, trockenen Ort fern von Wärmequellen (Alkohol ist brennbar) und mit fest verschlossenem Verschluss auf und ersetzen Sie die Flasche, wenn sich Aussehen, Geruch oder Farbe verändern.

Welche Auswirkungen hat mangelnde Handhygiene auf die Gesundheit?

Unzureichende Handhygiene begünstigt die Übertragung von Mikroorganismen von Mensch zu Mensch, die für zahlreiche alltägliche Infektionen verantwortlich sind: Gastroenteritis, Atemwegsinfektionen, Bindehautentzündungen, Hautinfektionen. Auf gesellschaftlicher Ebene trägt sie zur Ausbreitung saisonaler Epidemien (Grippe, virale Gastroenteritiden) und zur Verbreitung neu auftretender Atemwegsviren bei. Eine wirksame Grippeprävention beruht genau auf diesen einfachen Maßnahmen. Um die stark beanspruchte Haut zu schützen, ist es unerlässlich, unterwegs abwechselnd Reinigungstücher zu verwenden und trockene oder strapazierte Hände regelmäßig zu pflegen.

Welche Normen gelten für Handhygieneprodukte im Gesundheitswesen?

Im Gesundheitswesen unterliegen Handhygieneprodukte strengen Vorgaben: Die Norm EN 1500 bewertet die bakterizide Wirksamkeit bei der Handhygiene durch Reibung, die Norm EN 14476 zielt auf die viruzide Wirkung ab. Die in Gesundheitseinrichtungen verwendeten hydroalkoholischen Lösungen werden aufgrund ihrer Konformität mit diesen Normen, ihrer Hautverträglichkeit und ihrer Eignung für sehr häufigen Gebrauch ausgewählt. Das Pflegepersonal wird gemäß den Empfehlungen der SF2H (Französische Gesellschaft für Krankenhaushygiene) in den genauen Anweisungen zum „Händewaschen“ und zur „alkoholbasierten Händedesinfektion“ geschult. Ergänzend zu diesen professionellen Maßnahmen ist ein Handschutz durch regelmäßige Feuchtigkeitspflege unerlässlich, um die Haut des Personals zu schützen.