Was ist eine Blutung und wie wird sie klassifiziert?
Eine Blutung ist ein übermäßiger Blutverlust infolge eines Bruchs oder einer Verletzung eines Blutgefäßes (Arterie, Vene oder Kapillare). Ihr Schweregrad hängt vom Durchmesser des betroffenen Gefäßes, der Lokalisation und der Geschwindigkeit des Auftretens ab. Eine massive Blutung kann zu einem lebensbedrohlichen hypovolämischen Schock führen. Bei jeder starken Blutung oder jedem Verdacht auf eine innere Blutung → rufen Sie sofort die 15 an. Unterstützende Nahrungsergänzungsmittel nach einer Blutung finden Sie im Sortiment „Eisen und Blutvitalität“ im Shop.
- Klassifizierung nach Ursprung: äußere Blutung (sichtbar – Blut fließt aus dem Körper) – innere Blutung (Blut sammelt sich in einer Körperhöhle an: Hämoperitoneum, Hämothorax, Hämarthrose, tiefes Hämatom) – nach außen tretende Blutung (Blut tritt durch eine natürliche Körperöffnung aus – Nasenbluten, Bluthusten, Rektalblutung, Hämaturie, Zwischenblutung)
- Einstufung nach Schweregrad (ATLS): Klasse I (< 15 % des Blutvolumens – Blutverlust < 750 mL — bien compensée) — classe II (15–30 % — tachycardie, anxiété) — classe III (30–40 % — hypotension, tachycardie sévère, altération de la conscience) — classe IV (> 40 % – irreversibler hypovolämischer Schock ohne sofortige Behandlung) – bereits 1 Liter Blutverlust kann ausreichen, um einen geschwächten Erwachsenen zu destabilisieren
- Hypovolämischer Schock – Anzeichen erkennen: blasse, kalte und feuchte Haut – schwacher, schneller Puls – Blutdruckabfall – Unruhe, gefolgt von Verwirrung – starker Durst – Bewusstlosigkeit → 15 anrufen, die Person hinlegen, die unteren Gliedmaßen hochlagern
Welche Risikofaktoren und Ursachen gibt es für abnormale Blutungen?
- Störungen der primären (thrombozytären) Hämostase: Thrombozytopenie (Thrombozyten < 100.000/µL) — von-Willebrand-Syndrom — Aspirinopathie — Herzchirurgie — Diagnostik: Blutbild, Blutungszeit, von-Willebrand-Faktor
- Störungen der Plasmagerinnung: Hämophilie A (Faktor VIII) und B (Faktor IX) – Leberinsuffizienz (Mangel an in der Leber gebildeten Gerinnungsfaktoren) – DIC (diseminierte intravaskuläre Gerinnung – hämatologischer Notfall) – Vitamin-K-Mangel
- Blutungsfördernde Medikamente: orale Antikoagulanzien (VKA – Warfarin, Fluindion; DOAK – Apixaban, Rivaroxaban, Dabigatran) — HBPM — Thrombozytenaggregationshemmer (Aspirin, Clopidogrel, Ticagrelor) — NSAR — jede laufende Antikoagulanzientherapie dem Rettungsdienst und dem Pflegepersonal melden — ein Antikoagulans niemals ohne ärztlichen Rat absetzen
- Lokale Ursachen: Trauma – Ruptur eines arteriellen Aneurysmas – Magen-Darm-Geschwür – Krebs (Magen-Darm-Trakt, gynäkologisch) – Ösophagusvarizen (portale Hypertonie) – gynäkologische Läsionen (siehe Blutung)
Genesung nach einer Blutung und ernährungsphysiologische Unterstützung
Diese Ernährungsansätze unterstützen die Genesung nach einer medizinisch behandelten Blutung – sie ersetzen jedoch nicht die medizinische Notfallbehandlung. Bei laufender Antikoagulanzientherapie sollte vor jeder Nahrungsergänzung Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.
- Eisen: Eine erhebliche Blutung führt zu einem Eisenmangel → Eisenmangelanämie — Ferritin- und Blutbilduntersuchung nach jeder Blutung — Supplementierung auf ärztliche Verschreibung ( Eisenpräparate aus der Apotheke) — Vitamin C beifügen, um die Aufnahme zu verbessern
- Bioflavonoide (Rutin, Hesperidin): Verringerung der Kapillarzerbrechlichkeit und -durchlässigkeit – Unterstützung der Gefäßfestigkeit – potenzieren die Wirkung von Vitamin C – nützlich zur Vorbeugung kleinerer Blutungsrezidive
- Vitamin K: unverzichtbarer Cofaktor für die Synthese der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX, X – grünes Gemüse (Spinat, Brokkoli, Feldsalat) – äußerste Vorsicht bei Patienten unter VKA (die Vitamin-K-Zufuhr niemals ohne ärztlichen Rat ändern)
- Proteinreiche Ernährung: Unterstützung der Regeneration des Erythrozytenvolumens – mageres Fleisch, Hülsenfrüchte, Eier, Fisch – nach einer Blutung sollten Lebensmittel mit hohem Gehalt an Häm-Eisen (rotes Fleisch, Leber) bevorzugt werden