Was ist die Blutgerinnung und wie funktioniert sie?
Die Blutgerinnung umfasst alle Mechanismen der Hämostase, die es ermöglichen, eine Blutung nach einer Gefäßverletzung zu stillen. Sie verläuft in drei aufeinanderfolgenden und aufeinander abgestimmten Phasen – Primärhämostase, Plasmagerinnung und Fibrinolyse. Dieser Prozess ist fein abgestimmt, sodass er ausschließlich an der Verletzungsstelle aktiv ist und eine übermäßige Thrombose verhindert wird. Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Gefäße sind im Sortiment an Vitaminen und Mineralstoffen im Shop erhältlich.
- Phase 1 – Primäre Hämostase: Reflexartige Vasokonstriktion des verletzten Gefäßes – Adhäsion der Thrombozyten an die beschädigte Gefäßwand (Willebrand-Faktor – FvW) – Aktivierung und Aggregation der Thrombozyten → vorübergehender Thrombozytenpfropf
- Phase 2 – Plasmakoagulation (Kaskade): zwei Aktivierungswege (extrinsisch – Gewebefaktor + Faktor VII, und intrinsisch – Faktoren XII, XI, IX, VIII) → gemeinsamer Weg (Faktor X → Prothrombinase → Thrombin) → Umwandlung von Fibrinogen in Fibrin → Fibrinnetzwerk, das den Thrombozytenpfropf festigt – die Leber synthetisiert fast alle Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX, X – Vitamin-K-abhängig)
- Phase 3 – Fibrinolyse: allmähliche Auflösung des Gerinnsels durch Plasmin, sobald die Wundheilung abgeschlossen ist
- Regulierung: natürliche Antikoagulanzien (Antithrombin III, Proteine C und S) – empfindliches Gleichgewicht zwischen Gerinnung und Antikoagulation – jede Störung in Richtung eines Überschusses → Thrombose; in Richtung eines Mangels → Blutung
Welche Gerinnungsstörungen gibt es und wie lassen sie sich diagnostizieren?
- Primäre Hämostase (Thrombozyten und FvW): Thrombozytopenie (Thrombozyten < 150.000/µL) – Thrombopathie – von-Willebrand-Krankheit (häufigste Störung – 1 % der Bevölkerung — FvW-Mangel) — Symptome (Haut- und Schleimhautblutungen: Ekchymosen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Menorrhagien)
- Plasmagerinnung: Hämophilie A (Faktor VIII – X-chromosomal, betrifft vor allem Männer) und B (Faktor IX) – tiefe Blutungen (Hämarthrosen, Muskelhämatome) – Vitamin-K-Mangel (Frühgeborene, Malabsorption, längere Antibiotikatherapie) – Leberinsuffizienz (Mangel an allen in der Leber gebildeten Gerinnungsfaktoren) – DIC (diseminierte intravaskuläre Gerinnung – hämatologischer Notfall)
- Laboruntersuchungen zur Gerinnung (durchgeführt vom Arzt oder Labortechniker):
- PT (Prothrombinzeit) / INR: extrinsischer und gemeinsamer Weg – Überwachung bei Patienten unter VKA (Ziel-INR 2–3 je nach Indikation)
- APTT (aktivierte Partialtromboplastinzeit): intrinsischer und gemeinsamer Weg – verlängert bei Hämophilie und unter Heparin
- Großes Blutbild – Thrombozyten: Thrombozytenzahl
- Fibrinogen: vermindert bei CIVD und schwerer Leberinsuffizienz
- Spezifische Bestimmungen: FvW, Faktoren VIII, IX, XI je nach klinischem Indiz
- Gerinnungseinflussende Medikamente: Antikoagulanzien (VKA – Warfarin, Fluindion; DOAC – Apixaban, Rivaroxaban, Dabigatran; LMWH) – Thrombozytenaggregationshemmer (Aspirin, Clopidogrel) – Eine Antikoagulanzientherapie darf niemals ohne ärztlichen Rat geändert werden – Jede Antikoagulanzientherapie muss allen Pflegekräften gemeldet werden
Wie lässt sich eine normale Blutgerinnung auf natürliche Weise unterstützen?
Diese Maßnahmen unterstützen das Gefäßgleichgewicht – sie ersetzen jedoch weder Antikoagulanzien noch Behandlungen bei erblichen Gerinnungsstörungen. Bei laufender Behandlung mit Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmern sollte vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ein Arzt konsultiert werden.
- Vitamin K: unverzichtbarer Cofaktor für die Aktivierung der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX, X sowie der gerinnungshemmenden Proteine C und S – Nahrungsquellen (grünes Blattgemüse – Spinat, Brokkoli, Feldsalat, Grünkohl – 90 bis 120 µg/Tag laut EFSA) – äußerste Vorsicht bei Patienten unter VKA: Die Vitamin-K-Zufuhr darf ohne ärztlichen Rat niemals abrupt verändert werden (Risiko einer INR-Schwankung)
- Leberfreundliche Ernährung: Da die Leber den Großteil der Gerinnungsfaktoren synthetisiert, ist die Aufrechterhaltung ihrer Funktion unerlässlich – ausgewogene Ernährung, Einschränkung des Alkoholkonsums, Gewichtskontrolle
- Regelmäßige körperliche Aktivität: 150 Min./Woche verbessern die Durchblutung und verringern das Risiko einer venösen Stauung → Thromboseprävention
- Flüssigkeitszufuhr: 1,5 bis 2 l/Tag – erhält die Fließfähigkeit des Blutes und beugt einer übermäßigen Viskosität vor – insbesondere auf Reisen und bei heißem Wetter
- Bei anhaltenden Blutungen, einer Thrombose oder dem Verdacht auf eine Gerinnungsstörung → einen Arzt oder Hämatologen zur umfassenden Abklärung aufsuchen – siehe Blutungen