Was ist eine Arteriitis und welche Hauptformen gibt es?
Arteriitis bezeichnet eine Entzündung der Arterienwände – ein Oberbegriff, der mehrere unterschiedliche Erkrankungen umfasst, je nach Größe und Lage der betroffenen Gefäße. Es handelt sich um eine schwerwiegende Erkrankung, die unbedingt eine fachärztliche Behandlung erfordert. Nicht zu verwechseln mitAtherosklerose (Fettablagerungen) oderArteriosklerose (altersbedingte Arterienverhärtung). Produkte zur Unterstützung des Kreislaufs finden Sie im Sortiment für Herz-Kreislauf-Gesundheit im Shop.
- Riesenzellarteriitis (Horton): Vaskulitis der großen und mittelgroßen Arterien – betrifft fast ausschließlich Patienten über 50 Jahre – bevorzugte Lokalisation: Schläfenarterien, Augenarterien, Wirbelarterien und Koronararterien – auffällige Symptome: starke Schläfenkopfschmerzen, Kieferklaudikation, Hyperästhesie der Kopfhaut, stark erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und C-reaktives Protein (CRP) – medizinischer Notfall: vorübergehende Amaurose oder Sehverlust → Risiko einer dauerhaften Erblindung → Notfallbehandlung mit Kortikosteroiden
- Takayasu-Arteriitis: Vaskulitis der großkalibrigen Arterien (Aorta und ihre Äste) — vorwiegend junge Frauen (15–45 Jahre) — asymmetrischer Blutdruck zwischen beiden Armen — fehlender Puls auf einer Seite — renovaskuläre Hypertonie — rheumatologische und vaskuläre Behandlung
- Arteriitis der unteren Extremitäten (AUE): fortschreitender Verschluss der Arterien im Bereich der Leiste und der Kniekehle durch Atherosklerose – Claudicatio intermittens (Wadenschmerzen beim Gehen, die in Ruhe nachlassen) – schweres Stadium: Liegeschmerzen, trophische Störungen (Geschwüre, Gangrän) – dringende vaskuläre Behandlung in fortgeschrittenen Stadien
- Sekundäre Arteriitiden (Periarteritis nodosa, Kawasaki-Syndrom, Polyangiitis): systemische Vaskulitiden im Zusammenhang mit Autoimmun- oder Infektionserkrankungen – Behandlung in der Abteilung für Innere Medizin oder Rheumatologie
Diagnose und zu beachtende Notfallsymptome
- Typenspezifische Diagnostik: BS + CRP (Entzündungsmarker) — Blutbild — Lipidprofil und Blutzucker — arterieller Doppler-Ultraschall der unteren Extremitäten (systolischer Druckindex – SDI) — Angio-CT oder Angio-MRT — Biopsie der Schläfenarterie (Horton) — PET-Scan (Vaskulitiden großer Gefäße) — durchgeführt von einem Arzt, Kardiologen oder Rheumatologen
- Sofort den Notruf 15 wählen (absolute Notfälle): plötzlicher einseitiger Sehverlust (Amaurose) bei einem Patienten mit Verdacht auf Horton-Syndrom — Schmerzen in den unteren Extremitäten mit plötzlicher Blässe und Kälte (akute Extremitätenischämie) — Brustschmerzen mit asymmetrischem Blutdruck (Aortendissektion)
- Medikamentöse Behandlungen: Kortikosteroide (Standardtherapie bei entzündlichen Arterienerkrankungen – hohe Dosis im Notfall, anschließend schrittweise Reduktion) – Immunsuppressiva (Methotrexat, Azathioprin, Anti-IL-6) – Thrombozytenaggregationshemmer und Antikoagulanzien (periphere arterielle Verschlusskrankheit) – Gefäßchirurgie oder Stentimplantation (schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit) – ausschließlich auf strenge fachärztliche Verschreibung – Kortikosteroide niemals ohne ärztlichen Rat absetzen
Lebensstil, Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Gefäßgesundheit
Diese Maßnahmen unterstützen die allgemeine Gefäßgesundheit – sie behandeln keine bereits bestehende Arteriitis und ersetzen nicht die verschriebenen Behandlungen. Bei laufender entzündungshemmender oder gerinnungshemmender Therapie ist vor jeder Nahrungsergänzung eine ärztliche Beratung unerlässlich.
- Vollständige Raucherentwöhnung (Tabac Info Service: 3989): wesentlicher Risikofaktor für AOMI – beschleunigt das Fortschreiten aller Arterienerkrankungen – deutliche Verbesserung der Gehstrecke nach der Entwöhnung
- Entzündungshemmende Ernährung: Reduzierung von gesättigten Fetten und raffiniertem Zucker – Omega-3-Fettsäuren EPA-DHA (fetter Fisch 2–3 Mal pro Woche – Verringerung der Gefäßentzündung — 2 bis 3 g/Tag) — Kurkuma (entzündungshemmendes Curcumin — als standardisierter Extrakt in Kombination mit Piperin zur besseren Aufnahme)
- Ginkgo biloba: verbessert die periphere Mikrozirkulation — hemmt die Thrombozytenaggregation — positive Daten zur Gehstrecke bei leichter bis mittelschwerer peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) — absolute Kontraindikation bei Einnahme von Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern — systematische ärztliche Beratung
- Angepasste körperliche Aktivität: tägliches Gehen (trainiert die arteriellen Kollateralnetze) – vaskuläres Rehabilitationsprogramm bei AOMI – stets nach ärztlicher Zustimmung – siehe Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung und des Blutkreislaufs