Ein Mitesser (offener Komedo) entsteht, wenn eine Mischung aus Talg und Keratin das Ostium eines Haarfollikels verstopft, dessen Öffnung der Luft ausgesetzt bleibt. Der Talginhalt oxidiert bei Kontakt mit Sauerstoff und nimmt die charakteristische schwarze Farbe an – durch eine Oxidationsreaktion der Lipide und des Melanins. Die schwarze Farbe ist nicht auf Schmutz zurückzuführen, sondern auf eine unvermeidbare chemische Reaktion. Am stärksten betroffen sind die Nase, das Kinn und die Stirn – Bereiche mit einer hohen Dichte an Talgdrüsen. Zink ist ein wichtiger Wirkstoff zur Reduzierung von überschüssigem Talg, der die Bildung von Komedonen begünstigt – sowohl bei topischer Anwendung als auch als Nahrungsergänzungsmittel (es hemmt die 5α-Reduktase, ein Schlüsselenzym der Talgbildung).
Der Mitesserentferner ist ein mechanisches Entfernungswerkzeug aus Edelstahl, mit dem sich ein offener Mitesser entleeren lässt, ohne das Gewebe einzuklemmen oder zu verletzen. Die richtige Technik: Das Gesicht gründlich reinigen (idealerweise nach einer warmen Kompresse, die den Pfropfen aufweicht), den Ring um den Mitesser legen, leichten und gleichmäßigen Druck ausüben, unmittelbar nach der Entfernung desinfizieren. Diese Technik ist ausschließlich für gut ausgebildete, offene Mitesser vorgesehen – sie darf niemals bei einem entzündeten Pickel angewendet werden (Risiko einer bakteriellen Ausbreitung). Das ätherische Öldes Teebaums (Terpinen-4-ol, 1–2 Tropfen auf einem Wattepad verdünnt) ist das natürliche Antiseptikum der Wahl, das nach der Entfernung aufgetragen werden sollte, um das Infektionsrisiko des offenen Follikels zu verringern.
Chemische Peelings sind die wirksamsten Wirkstoffe zur Behandlung von Mitessern ohne manuelle Ausdrücken:
Reinigungsmittel mit 0,5–2 % AHA oder BHA üben bei jeder Anwendung eine leicht porenreinigende Wirkung aus, selbst bei kurzer Einwirkzeit auf der Haut – sie reduzieren nach und nach die Keratinansammlung in den Follikeln und verflüssigen den Talg. Morgens und abends 30 bis 60 Sekunden lang sanft auf das nasse Gesicht einmassieren und anschließend gründlich abspülen. Das Wildstiefmütterchen (Viola tricolor) ist eine Pflanze, die traditionell bei fettiger, zu Mitessern neigender Haut eingesetzt wird – seine Flavonoide wirken bei einer Kur von 4 bis 8 Wochen leicht entzündungshemmend und talgregulierend.
Die Klette (Arctium lappa, deren Wurzel reich an Polyacetylenen und Inulin ist) ist die klassische leberreinigende Pflanze für fettige, zu Mitessern neigende Haut – ihre gallenfördernde Wirkung verbessert die Ausscheidung überschüssiger Androgene, die die Talgproduktion anregen. Crajiru (Arrabidaea chica, eine polyphenolreiche Pflanze aus dem Amazonasgebiet) wird wegen seiner reinigenden Eigenschaften bei lokaler Anwendung auf Mitessern eingesetzt. Diese phytotherapeutischen Ansätze wirken auf die inneren Ursachen der Hyperseborrhoe ein – sie ergänzen die topische Pflege im Rahmen von 8- bis 12-wöchigen Kuren.
Die Vorbeugung basiert auf vier grundlegenden Maßnahmen. Eine zweimal tägliche Reinigung mit einem seifenfreien Gel entfernt Talg und abgestorbene Hautzellen, bevor diese die Follikel verstopfen. Ein sanftes chemisches Peeling (mildes BHA oder AHA) 2 bis 3 Mal pro Woche hält die Follikel frei. Eine leichte, nicht komedogene Feuchtigkeitspflege gleicht die Talgproduktion durch einen Anti-Rebound-Effekt aus. Ein nicht komedogener Sonnenschutz mit LSF 30+ für den täglichen Gebrauch (vorzugsweise mit mineralischen Filtern) schützt die Haut, ohne Mitesser zu verschlimmern. Ein wöchentliches sanftes Peeling (mit Mandelsäure oder Brenztraubensäure in geringer Konzentration) rundet die Routine ab und hält die Haarfollikel auch zwischen den täglichen Pflegeanwendungen frei.