Ein Peeling ist ein Kosmetikprodukt, das dazu dient, abgestorbene Hautzellen an der Oberfläche der Epidermis zu entfernen. Seine biologische Funktion besteht darin, die Zellerneuerung zu unterstützen, die sich mit zunehmendem Alter und durch äußere Einflüsse verlangsamt. Diese Produktkategorie umfasst eine große Vielfalt an Produkten – Gele, Cremes, Seren, Fluids, Masken, Lotionen –, deren Rezepturen auf einigen wenigen Hauptwirkstoffgruppen basieren. Das Verständnis dieser Wirkstoffgruppen ermöglicht es, ein für den eigenen Hauttyp geeignetes Produkt auszuwählen und Reizungen durch ein falsch gewähltes Produkt zu vermeiden. Das richtige Peeling ist nicht das stärkste: Es ist dasjenige, das die Hautbarriere schont und gleichzeitig die gewünschten Wirkungen erzielt.
Fünf Wirkstoffgruppen dominieren die aktuellen Formulierungen:
Viele Formeln kombinieren mehrere Wirkstoffgruppen, um die Wirkung zu verstärken, doch diese Kombination erfordert eine erhöhte Wachsamkeit hinsichtlich der Verträglichkeit.
Einige Tipps für den Kauf. Die Peeling-Wirkstoffe erscheinen in der INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) mit ihren lateinischen oder angelsächsischen Bezeichnungen: Glycolic Acid, Lactic Acid, Salicylic Acid, Gluconolactone, Papain, Bromelain. Ihre Position in der Liste spiegelt ihre relative Konzentration wider – am Anfang der Liste sind sie hoch dosiert; in der Mitte mäßig; am Ende in Spuren. Die wirksamen Konzentrationen variieren: 5 bis 10 % für AHA bei regelmäßiger Anwendung, 0,5 bis 2 % für Salicylsäure (BHA), 4 bis 10 % für PHA. Die Angaben „dermatologisch getestet“ oder „für empfindliche Haut geeignet “ weisen auf einen Ansatz des Herstellers hin. Problematische Konservierungsstoffe (Methylisothiazolinon), austrocknende Alkohole am Anfang der Liste und Duftstoffe („Parfum / Fragrance“) sollten bei empfindlicher Haut vermieden werden. Die allgemeine Hautverträglichkeit einer Formel hängt ebenso sehr von den Wirkstoffen selbst wie von den umgebenden Inhaltsstoffen ab.
Die Orientierungstabelle:
Die speziellen Formeln berücksichtigen die Hautanatomie. Da die Epidermis im Gesicht drei- bis viermal dünner ist als am Körper, zeichnen sich Gesichtspeelings durch folgende Merkmale aus: feinere und abgerundete Partikel, moderatere Säurekonzentrationen sowie eine größere Anzahl beruhigender Wirkstoffe als Begleitstoffe (Aloe, Bisabolol, Panthenol). Körperpeelings vertragen: gröbere Körner (Meersalz, brauner Zucker, Kaffee), reichhaltigere Trägeröle sowie höhere AHA-Konzentrationen an verdickten Hautstellen (Fersen, Ellbogen). Die Anwendung eines Körperpeelings im Gesicht führt fast unvermeidlich zu Mikroläsionen; umgekehrt (Gesicht auf Körper) ist dies zwar möglich, aber an stark verhornten Stellen wenig wirksam. Vor dem Sonnenbaden sollte man die spezifische Anwendung von Sonnenschutzmitteln beachten undden strahlenden Teint, der auf vorbereiteter Haut erzielt wird.
Eine ausgewogene Formel kombiniert Peeling- und beruhigende Wirkstoffe, um eine Überempfindlichkeit zu begrenzen:
Welche Inhaltsstoffe zu meiden sind, hängt vom Hautprofil ab. Bei empfindlicher Haut sollten Duftstoffe („Parfum / Fragrance“), denaturierter Alkohol am Anfang der INCI-Liste, problematische Konservierungsstoffe (Methylisothiazolinon, Methylchloroisothiazolinon) sowie zu kantige Partikel (zerkleinerte Nussschalen, grobe Aprikosenkerne). Akneanfällige Haut sollte komedogene Öle (Kokosöl, Kakaobutter in sehr okklusiven Formeln) meiden. Trockene Haut sollte Peelings mit grobem Meersalz meiden, da diese die Haut austrocknen. Aus ökologischer Sicht sollten Sie auf Kunststoff-Mikroperlen („Polyethylen“, „Polypropylen“ in der INCI-Liste) verzichten – obwohl diese in Frankreich seit 2018 in abwaschbaren Kosmetika verboten sind, können sie in importierten Produkten oder alten Lagerbeständen noch enthalten sein. Ebenfalls zu vermeiden: Natron als hausgemachtes Peeling (alkalischer pH-Wert ≈ 9, der den physiologischen Haut-pH-Wert ≈ 5,5 dauerhaft aus dem Gleichgewicht bringt), auch wenn bestimmte alte Rezepte dies empfehlen.
In mehreren Fällen ist vor der Anwendung eines Peelings ärztlicher Rat erforderlich:
Der Apotheker ist nach wie vor der erste Ansprechpartner, um eine INCI-Liste zu entschlüsseln, die geeignete AHA- oder BHA-Konzentration zu empfehlen und bei Bedarf an einen Dermatologen zu verweisen.