Centella asiatica, auch Gotu Kola genannt, ist eine krautige Pflanze aus den Feuchtgebieten Asiens, die seit Jahrhunderten in der ayurvedischen und chinesischen Medizin verwendet wird. Ihr Ruf in der Kosmetik beruht auf ihrem hohen Gehalt an pentazyklischen Triterpenen: Asiaticosid, Madecassosid, Asiatinsäure und Madecassinsäure (zusammenfassend als „Madecassoside“ bezeichnet). Diese Wirkstoffe machen sie zu einem Hauptbestandteil von regenerierenden und Anti-Aging-Pflegeprodukten in der modernen Naturkosmetik. Sie ist besonders in koreanischen Pflegeroutinen („Cica“) sehr beliebt. Die Pflanze wird sowohl in der Kosmetik (Cremes, Seren) als auch als Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Venenfunktion eingesetzt.
Die EMA (Europäische Arzneimittelagentur) erkennt Centella asiatica in zwei unterschiedlichen Anwendungsbereichen an. Bei traditioneller äußerlicher Anwendung: symptomatische Behandlung kleiner oberflächlicher Wunden zur Unterstützung der Heilung kleiner Hautverletzungen. Bei etablierter Anwendung (für nach Triterpenen titrierte Extrakte, Typ TTFCA): Linderung der Symptome einer chronischen Veneninsuffizienz, insbesondere des Gefühls schwerer Beine. Diese Anerkennungen stützen sich auf die langjährige traditionelle Anwendung und klinische Daten. Bei ausgedehnten Wunden, schweren Verbrennungen oder ausgeprägten Venenbeschwerden ist eine ärztliche Beratung nach wie vor unerlässlich.
Centella asiatica ist ein bewährter Wirkstoff für empfindliche und reaktive Haut:
Madecassoside tragen zum Wohlbefinden und zur Stärkung der Hautbarriere bei geschwächter Haut bei.
Centella asiatica wird traditionell zur Pflege von Narben und Dehnungsstreifen eingesetzt. Als Creme, Gel oder regenerierendes Serum auf frische Hautveränderungen aufgetragen, fördert es das Wohlbefinden und die Geschmeidigkeit der sich regenerierenden Haut. Bei Dehnungsstreifen fördert eine regelmäßige Massageanwendung auf den betroffenen Stellen (Bauch, Hüften, Oberschenkel), insbesondere während der Schwangerschaft oder bei Gewichtsschwankungen, die Geschmeidigkeit der Haut. Bei Narben kann die Anwendung auf einer bereits verheilten Wunde im Laufe der Wochen zu einer Verbesserung der Hautstruktur und des Hautbildes beitragen. Die kosmetische Anwendung sollte über einen längeren Zeitraum (mindestens 8 bis 12 Wochen) erfolgen, um eine Wirkung auf das Hautbild zu beobachten.
Für das Wohlbefinden bei schweren Beinen ist Centella asiatica eine der am besten dokumentierten Pflanzen im Zusammenhang mit chronischer Veneninsuffizienz. Die auf Triterpene standardisierten Extrakte werden als Nahrungsergänzungsmittel verwendet, um den venösen Kreislauf und die Spannkraft der Gefäßwände zu unterstützen. Für Menschen, die zu Krampfadern und einem Schweregefühl neigen, wird sie als mehrwöchige Kur eingesetzt, ergänzend zu Maßnahmen im Bereich der Lebens- und Ernährungshygiene (Spazierengehen, Hochlegen der Beine, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen, sofern vom Arzt empfohlen). Sie ist außerdem Bestandteil von Massageölen und -gels zur Förderung des Blutkreislaufs in den unteren Gliedmaßen.
Centella asiatica ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. In der Kosmetik richten sich „Cica“-Cremes, -Gele und -Seren an reife Haut und Haut, die regeneriert werden muss. Regenerierende Balsame werden lokal auf geschwächte Hautstellen aufgetragen. Als Nahrungsergänzungsmittel bieten Kapseln mit einem auf Triterpene titrierten Extrakt eine präzise Dosierung zur Unterstützung der Venenfunktion. Das Pulver undder Aufguss aus der getrockneten Pflanze werden traditionell zur Unterstützung der Figur und des Wohlbefindens verwendet. Die Urtinktur bietet eine konzentrierte, flexibel einsetzbare Form. Bei der Anwendung auf der Haut sollte die Konzentration an Madecassosiden oder Centella-Extrakt in der INCI-Liste überprüft werden, da dies ein Garant für echte kosmetische Wirksamkeit ist.
Es sind mehrere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Schwangere oder stillende Frauen sollten die innere Anwendung von Centella asiatica vermeiden, sofern nicht ärztlich verordnet, da keine ausreichenden Daten zur Unbedenklichkeit vorliegen (die äußerliche kosmetische Anwendung auf kleinen Hautbereichen wird im Allgemeinen besser vertragen, sollte jedoch bei Schwangerschaftsstreifen mit einer Fachkraft abgeklärt werden). Centella kann Wechselwirkungen mit bestimmten Behandlungen eingehen, insbesondere mit hepatotoxischen Medikamenten (von einer längeren innerlichen Anwendung wird abgeraten) und mit durchblutungsfördernden Behandlungen. Bei innerlicher Anwendung kann ein übermäßiger Verzehr zu leichten Verdauungsbeschwerden (Übelkeit, Blähungen) und in seltenen Fällen zu Kopfschmerzen führen. Die innerliche Einnahme sollte zeitlich begrenzt bleiben (maximal 6 Wochen) und mit einer therapeutischen Pause verbunden sein. Vor jeder regelmäßigen Anwendung auf der Haut wird ein 48-stündiger Test in der Ellenbeuge empfohlen, da Kontaktallergien möglich sind. Bei ausgedehnten, infizierten Wunden oder ausgeprägten Venenbeschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden.
Mehrere Kriterien weisen auf ein zuverlässiges Produkt hin. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist die Standardisierung hinsichtlich Triterpene (Asiaticosid, Madecassosid, in der Regel auf 10–40 % titriert) das wichtigste Kriterium, das eine reproduzierbare Dosierung der Wirkstoffe gewährleistet. Bei Kosmetikprodukten sollte die Position von Centella oder Madecassosiden in der INCI-Liste überprüft werden (je weiter oben der Inhaltsstoff steht, desto höher ist seine Konzentration). Das Bio-AB- oder Ecocert-Siegel garantiert die Abwesenheit von Pestizidrückständen.Die Herkunft (Indien, Madagaskar, Südostasien) und das Extraktionsverfahren müssen angegeben werden. Für das Wohlbefinden empfindlicher Haut sollten kosmetische Formulierungen ohne Duftstoffe und ohne zugesetzte Allergene bevorzugt werden. Eine geeignete Verpackung (undurchsichtige Flasche, luftdichte Tube) bewahrt die Stabilität der oxidationsempfindlichen Triterpene.