Die Klette (Arctium lappa) ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die in Europa und Asien beheimatet ist und seit der Antike in der Phytotherapie und der traditionellen chinesischen Medizin verwendet wird. Verwendet wird vor allem ihre Wurzel (Bardanae radix), die reich an Inulin (einem präbiotischen Ballaststoff), Polyphenolverbindungen und Phenolsäuren ist. Die Klette wird traditionell neben dem Löwenzahn zu den entschlackenden Pflanzen gezählt. Sie ist besonders dafür bekannt, bei fettiger Haut mit Unreinheiten sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung Linderung zu verschaffen. Sie wird als Aufguss, Abkochung, Nahrungsergänzungsmittel oder zur äußerlichen Anwendung auf der Haut verwendet.
Die EMA (Europäische Arzneimittelagentur) erkennt die Klettenwurzel in der traditionellen Anwendung für zwei Hauptindikationen an. Zum einen zur Steigerung des Urinvolumens zur Unterstützung der Ausscheidungsfunktionen (leicht harntreibende Wirkung) im Rahmen einer Entwässerungskur. Zum anderen traditionell zur Unterstützung bei seborrhoischer Haut. Diese Anerkennung beruht auf einer langjährigen traditionellen Anwendung und nicht auf groß angelegten klinischen Studien. Die Klette ist kein Ersatz für eine medizinische Behandlung chronischer Hauterkrankungen. Bei ausgeprägten dermatologischen Erkrankungen ist eine dermatologische Beratung nach wie vor unerlässlich.
Bei zu Akne neigender Haut und Mischhaut ist die Klette eine bewährte Pflanze zur inneren und äußeren Anwendung:
Ihre Wirkung unterstützt das Wohlbefinden von fettiger Haut, ergänzend zu einer angepassten Pflegeroutine und gegebenenfalls einer dermatologischen Betreuung.
Die Klette ist neben Löwenzahn und Artischocke eine der wichtigsten Pflanzen traditioneller Entgiftungskuren. Ihre traditionelle Anwendung als mildes Diuretikum unterstützt die Ausscheidungsfunktionen der Harnwege im Rahmen einer saisonalen Entwässerungskur. Traditionell fördert sie den Lymphfluss bei Entgiftungsmaßnahmen im Frühjahr. Eine klassische Kur dauert 3 Wochen, wobei je nach Indikation 1 bis 2 Tassen Aufguss pro Tag oder ein Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Um die Wirkung zu optimieren, sollte man darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen (mindestens 1,5 l Wasser pro Tag) und sich ausgewogen zu ernähren. Diese Entschlackungskuren dienen dem Wohlbefinden und der Lebensqualität und erheben keinen therapeutischen Anspruch.
Die Klettenwurzel ist reich an Inulin, einem präbiotischen Ballaststoff, der die nützlichen Bakterien der Darmflora nährt und zum Verdauungswohlbefinden beiträgt. Zur Unterstützung der Verdauung wird sie traditionell nach den Mahlzeiten als Tee getrunken. Ihr hoher Ballaststoffgehalt fördert einen regelmäßigen Stuhlgang und kann bei Menschen mit träger Verdauung dazu beitragen, das Gefühl eines aufgeblähten Bauches zu verringern. Da Inulin ein fermentierbarer Ballaststoff ist, wird eine schrittweise Einführung empfohlen, um anfängliche Verdauungsbeschwerden (vorübergehende Blähungen) zu vermeiden. Die Klette ist Teil eines ganzheitlichen Ansatzes für ein angenehmes Verdauungsgefühl, der eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige körperliche Aktivität umfasst.
Klette ist je nach Verwendungszweck in verschiedenen Formen erhältlich.Der Aufguss aus getrockneter Wurzel wird mit einem Esslöffel auf 250 ml Wasser zubereitet, 10 Minuten lang gekocht und 1 bis 2 Tassen täglich getrunken. Der konzentriertere Sud (15 bis 20 Minuten köcheln lassen) eignet sich für Entgiftungskuren und zur äußerlichen Anwendung als Lotion. Kapseln und Tabletten mit Trockenextrakt bieten eine präzise und praktische Dosierung für innere Anwendungen. Trinkampullen und flüssige Extrakte bieten eine individuell anpassbare Konzentration. Zur äußerlichen Anwendung wird der abgekühlte Sud als Lotion oder Kompresse auf fettige, zu Unreinheiten neigende Haut aufgetragen. Die Urtinktur rundet das Sortiment ab. Bevorzugen Sie standardisierte Extrakte, um eine reproduzierbare Dosierung der Wirkstoffe zu gewährleisten.
Es sind mehrere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Personen, die gegen Korbblütler (Löwenzahn, Kamille, Margerite, Arnika, Ambrosie) allergisch sind, sollten Klette meiden, da in dieser botanischen Familie häufig das Risiko einer Kreuzallergie besteht. Schwangere oder stillende Frauen sollten Klette meiden, da keine ausreichenden Daten zur Unbedenklichkeit vorliegen. Ihre leicht harntreibende Wirkung kann Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten hervorrufen, insbesondere mit Antidiabetika (Blutzuckerkontrolle), Blutdrucksenkern und Diuretika (additive Wirkung). Personen, die zu niedrigem Blutdruck neigen, sollten Vorsicht walten lassen, da Klette den Blutdruck leicht senken kann. Personen, die Antikoagulanzien oder Diabetesmedikamente einnehmen, sollten einen Apotheker um Rat fragen. Vor jeder Anwendung auf der Haut wird ein 48-stündiger Test in der Ellenbeuge empfohlen. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Hautproblemen sollte ein Arzt konsultiert werden. Die Einnahme von Inulin sollte schrittweise erfolgen, um Verdauungsbeschwerden zu vermeiden.
Mehrere Kriterien weisen auf ein zuverlässiges Produkt hin. Der verwendete Pflanzenteil muss angegeben sein: Die Wurzel (Radix) wird am häufigsten für entschlackende und hautbezogene Anwendungen verwendet. Das Bio-AB- oder Ecocert-Siegel garantiert die Abwesenheit von Pestizidrückständen, was bei einer Wurzel, die Bodenstoffe konzentriert, wichtig ist. Bei standardisierten Extrakten muss der Gehalt an Wirkstoffen (Inulin, phenolische Verbindungen) angegeben sein, um eine reproduzierbare Dosierung zu gewährleisten.Die europäische Herkunft (Frankreich, Osteuropa) ist ein Garant für Qualität und Rückverfolgbarkeit.Das Aussehen der getrockneten Wurzel muss einheitlich sein, ohne Schimmelbefall und ohne verdächtigen Geruch. Die Verpackung in luftdichten Beuteln oder undurchsichtigen Flaschen schützt die Qualität vor Feuchtigkeit und Licht. Für Entgiftungskuren ist die Klette auch in fertigen Mischungen mit anderen entschlackenden Pflanzen erhältlich.