Gutartige Prostatahyperplasie: Definition und Symptome
Zu den Prostataleiden zählen vor allem die gutartige Prostatahypertrophie (BPH), die Prostatitis und das Prostatakarzinom. Von der BPH sind 50 % der Männer über 50 Jahre und 90 % der über 80-Jährigen betroffen. Ihre Symptome (SBAU-Syndrom):
- Obstruktive Symptome: schwacher Harnstrahl, Dysurie, Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung.
- Reizsymptome: Pollakisurie, Nykturie, Harndrang.
Die BPH ist eine gutartige, nicht krebsartige Erkrankung, doch ihre Symptome können sich verschlimmern und die Lebensqualität beeinträchtigen. Eine urologische Untersuchung (rektale Untersuchung, PSA-Test, Blasen-Prostata-Ultraschall) ist bereits beim Auftreten von Harnsymptomen unerlässlich, um Krebs auszuschließen und die Behandlung anzupassen.
Welche hormonellen Mechanismen verursachen die Prostatahypertrophie?
Die BPH entsteht durch die Zellvermehrung in der Prostata unter dem Einfluss von Androgenen. Der zentrale Mechanismus:
- Umwandlung von Testosteron in DHT durch die 5α-Reduktase Typ 2: DHT wirkt am Androgenrezeptor der Prostata fünfmal stärker. Medikamentöse Hemmer (Finasterid, Dutasterid) zielen genau auf dieses Enzym ab.
- Anstieg des Östradiol-Testosteron-Verhältnisses mit zunehmendem Alter und steigendem Körperfettanteil (Adipozyten-Aromatase): verstärkt die Stimulation der Prostata durch DHT.
- Lokale Wachstumsfaktoren (IGF-1, EGF, FGF): Sie stimulieren das Prostatawachstum unabhängig von Androgenen.
Unterstützt die Brennnessel die Prostata-Gesundheit bei BPH?
Die Brennnessel (Urtica dioica, standardisierter Wurzelextrakt) ist eine der am besten dokumentierten Pflanzen zur Unterstützung der Prostata. Ihre Wirkmechanismen:
- Hemmung von SHBG (Sex Hormone-Binding Globulin): Reduziert die Bindung an Testosteron und moduliert so die androgene Stimulation der Prostata.
- Teilweise Hemmung der Aromatase: Reduziert die Umwandlung von Testosteron zu Östradiol.
- Hemmung der prostatischen Na⁺/K⁺-ATPase: reduziert die Zellproliferation.
Randomisierte klinische Studien (Safarinejad, 2005; Lopatkin, 2007) zeigen eine signifikante Senkung der IPSS-Werte bei Patienten mit BPH. Sie wird häufig mit der Sägepalme (Serenoa repens) kombiniert, da eine synergistische Wirkung nachgewiesen wurde.
Lycopin und Resveratrol: antioxidativer Schutz der Prostata?
Zwei Antioxidantien mit sich ergänzenden Wirkmechanismen für die Gesundheit der Prostata:
- Lycopin: reichert sich in der Prostata in 10-mal höheren Konzentrationen an. Es reduziert den oxidativen Stress in der Prostata, hemmt die Zellproliferation über IGF-1 und moduliert die Zelldifferenzierung. Metaanalysen zeigen einen umgekehrten Zusammenhang zwischen der Lycopin-Zufuhr und dem Risiko für Prostatakrankheiten. Maximale Bioverfügbarkeit bei gekochten Tomaten mit Olivenöl.
- Resveratrol: aktiviert SIRT1 und hemmt NF-kB, wodurch proinflammatorische Zytokine (IL-6, TNF-α) im Prostatagewebe reduziert werden. Vorklinische Studien zeigen eine antiproliferative Wirkung auf Prostatazellen. Die klinischen Daten sind noch vorläufig.
Schützen Vitamin E und Coenzym Q10 die Prostata?
Zwei fettlösliche Antioxidantien zum Schutz der Prostatazellen:
- Vitamin E (Gamma- und Delta-Tocotrienole): schützt die Prostatamembranen vor Lipidperoxidation. Tocotrienole haben in vitro eine antiproliferative Wirkung auf Prostatazellen gezeigt, die stärker ist als die der klassischen Tocopherole.
- Coenzym Q10 (Ubiquinol): verbessert die mitochondriale Bioenergetik der Prostatazellen mit hoher Stoffwechselaktivität. Vorläufige Studien zeigen eine Verringerung der Biomarker für oxidativen Stress in der Prostata.
Ernährung und Lebensweise für die Gesundheit der Prostata
Die fundiertesten epidemiologischen Daten beziehen sich auf Lebensstilfaktoren:
- Mittelmeerdiät: wird in großen Kohortenstudien mit einem verringerten Risiko für BPH in Verbindung gebracht. Ihre Hauptbestandteile: Omega-3-Fettsäuren (fetter Fisch), Lycopin (Tomaten), Kreuzblütler (Sulforaphan), Polyphenole (Olivenöl).
- Gewichtskontrolle: Abdominale Adipositas erhöht die Aromataseaktivität und verstärkt die Stimulation der Prostata. Eine Gewichtsreduktion um 5 bis 10 % verbessert in Interventionsstudien die BPH-Symptome bei adipösen Männern.
- Regelmäßige körperliche Aktivität: Verringert die venöse Stauung im Beckenbereich, verbessert die Insulinsensitivität (Senkung des prostatischen IGF-1) und reduziert systemische Entzündungen.
- Regelmäßige Vorsorge: Ab dem 50. Lebensjahr werden jährlich eine rektale Untersuchung und ein PSA-Test empfohlen (ab dem 45. Lebensjahr bei familiärer Vorbelastung mit Prostatakrebs).