Wie wirken beruhigende Pheromone für Tiere?
Synthetische Beruhigungspheromone werden im Labor nachgebildet und ahmen natürliche, für Katzen und Hunde spezifische Pheromone nach, um deren Angstzustände zu lindern:
- Synthetisches beruhigendes Katzenpheromon (F3): Analogon des Gesichtspheromons, das Katzen durch Reiben ihrer Wange hinterlassen – ein Signal für „sicheres Revier“, das Ängste und das Markieren mit Urin reduziert.
- DAP (Dog Appeasing Pheromone): Ein Analogon des intermammären Pheromons, das von säugenden Hündinnen abgesondert wird – ein Signal für Sicherheit und Wohlbefinden, das Angstzustände bei erwachsenen Hunden verringert.
- Diese Pheromone sind für den Menschen geruchlos und verursachen weder eine sedierende Wirkung noch dokumentierte Nebenwirkungen – sie sind keine Arzneimittel.
Die gestresste Katze: In welchen Situationen sind Pheromone sinnvoll?
Katzen reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Beruhigende Pheromone werden empfohlen bei:
- Umzug oder Umgestaltung: Der Verlust der olfaktorischen Territorialmarkierungen ist eine Hauptursache für Angst bei Katzen.
- Die Ankunft eines neuen Tieres oder eines Babys im Haushalt.
- Tierarztbesuche und Krankenhausaufenthalte: Der Transport in einer Transportbox löst bei den meisten Katzen starke Angst aus.
- Feuerwerk, Gewitter und laute Geräusche.
- Unkontrolliertes Markieren mit Urin, übermäßiges Kratzen und Vermeidungsverhalten – Anzeichen chronischer Angst, die durch die Diffusoren oft gemildert werden.
- Das neu adoptierte Kätzchen profitiert besonders von den Diffusoren bereits bei seiner Ankunft, um seine Eingewöhnung zu erleichtern.
Wie werden beruhigende Pheromone für Hunde angewendet?
Hunde drücken ihre Angst durch Bellen, Zerstörungswut oder übermäßigen Speichelfluss aus. DAP-Pheromone sind wirksam bei:
- Trennungsangst: Der DAP-Diffusor im Hauptraum, kombiniert mit verhaltensbezogenen Maßnahmen, reduziert zerstörerisches Verhalten.
- Angst vor Geräuschen (Gewitter, Feuerwerk): Das auf ein Halstuch aufgetragene DAP-Spray gibt das beruhigende Signal direkt in der Nähe der Geruchsrezeptoren ab.
- Reisen und Tierarztbesuche: 15 Minuten vor dem Einladen in die Transportbox sprühen.
- Eingewöhnung eines neu adoptierten Welpen: Der DAP-Diffusor erleichtert die Eingewöhnung und reduziert nächtliches Weinen.
Diffusor, Spray oder Halsband: Welche Form soll man wählen?
Beruhigende Pheromone gibt es in drei Formen, die für unterschiedliche Anwendungszwecke geeignet sind:
- Elektrischer Diffusor (Feliway, Beaphar Catcomfort/Canicomfort): Kontinuierliche Abgabe in einem Raum von bis zu 70 m². Ideal bei chronischem Stress – wirkt nach 7 bis 15 Tagen, monatliche Nachfüllung.
- Spray: gezielte Anwendung an Markierungsstellen, im Transportkäfig oder auf einem Halstuch. Sofortige, aber kurz anhaltende Wirkung (2 bis 4 Stunden) – geeignet für Reisen und Tierarztbesuche.
- Imprägniertes Halsband: Kontinuierliche Abgabe rund um die Uhr in der Nähe der Schnauze des Tieres. Geeignet bei chronischem Stress – Wirkdauer 30 Tage.
Sind Pheromone bei älteren oder ängstlichen Katzen wirksam?
Ältere Katzen leiden häufig unter erhöhter Angst, die mit dem kognitiven Dysfunktionssyndrom bei Katzen und chronischen Gelenkschmerzen zusammenhängt. Beruhigende Pheromone sind besonders angezeigt:
- Reduzierung nächtlicher Lautäußerungen aufgrund von Desorientierung.
- Verbesserung des Sicherheitsgefühls bei Katzen, deren eingeschränkte Mobilität die übliche Markierung im Gesichtsbereich einschränkt.
- Mögliche Kombination mit Nahrungsergänzungsmitteln (Tryptophan, Baldrian, Melisse) für eine synergistische Wirkung bei chronischer Angst bei Katzen.
Wann reichen Pheromone nicht aus?
Beruhigende Pheromone sind ein unterstützendes Mittel, keine Behandlung für tiefgreifende Verhaltensstörungen. Eine tierärztliche Untersuchung ist erforderlich, wenn die Verhaltensstörungen nach 4 bis 6 Wochen kontinuierlicher Anwendung weiterhin bestehen oder wenn die Angstzustände schwerwiegend sind (Selbstverstümmelung, Futterverweigerung, Aggression). Die tierärztliche Untersuchung muss stets eine organische Ursache – Schmerzen, systemische Erkrankung oder neurologische Störung – ausschließen, bevor Verhaltensänderungen ausschließlich auf eine verhaltensbedingte Ursache zurückgeführt werden können.