Ein verwaistes oder vorzeitig von seiner Mutter getrenntes Kätzchen benötigt spezielle Katzenmilch – reich an Proteinen (7–9 %), Fett (4–5 %) und arm an Laktose. Kuhmilch und Säuglingsnahrung für Menschen sind kontraindiziert: Ihre Zusammensetzung entspricht nicht den Bedürfnissen des reinen Fleischfressers, und die Laktose verursacht schweren osmotischen Durchfall. Die Flasche oder die Spritze werden verwendet, wobei der Kopf des Kätzchens horizontal gehalten wird:
Die Entwurmung des Kätzchens beginnt bereits im Alter von 3 bis 4 Wochen – Kätzchen können sich bereits bei der Geburt über die Muttermilch mit Larven von Toxocara cati infizieren. Das erste Entwurmungsmittel muss an das Gewicht angepasst sein (Präparate ab 0,5 kg) und gegen Spulwürmer (Pyrantel) sowie Bandwürmer (Praziquantel) wirken. Die Wiederholung erfolgt monatlich bis zum 6. Lebensmonat, danach vierteljährlich im Erwachsenenalter. Wie bei Babys ist die genaue, gewichtsabhängige Dosierung unerlässlich – eine Überdosierung des Entwurmungsmittels kann bei sehr jungen Tieren zu neurologischen Störungen führen. Kautabletten oder orale Pasten werden in der Regel besser angenommen als Filmtabletten.
Die Trennung von der Mutter und den Geschwistern ist für Kätzchen im Alter von 2 bis 7 Wochen eine Quelle starken Stresses. Diffusoren mit beruhigenden Pheromonen (Analoga der mütterlichen Katzenpheromone) ahmen das chemische Signal der säugenden Katze nach und vermitteln so ein Gefühl der Geborgenheit. Der Diffusor wird in Höhe einer Steckdose im Hauptraum an einem frei zugänglichen Ort aufgestellt. Die Wirkung setzt innerhalb von 24 bis 48 Stunden ein und hält 30 Tage lang an (Dauer einer Nachfüllpackung). Diese Pheromone haben keinerlei Auswirkungen auf den Menschen und sind für andere Tiere im Haushalt unbedenklich.Die Beruhigung des Neugeborenen – ob Säugling oder Kätzchen – erfolgt in erster Linie durch olfaktorische Geborgenheit und sanften Kontakt mit einer Ersatzmutter.
Das Sozialisierungsfenster des Kätzchens liegt zwischen der 2. und 7. Lebenswoche – in dieser Zeit prägen positive Erfahrungen mit Menschen und verschiedenen Umgebungen nachhaltig sein späteres Temperament. Ein Kätzchen, das regelmäßig sanft angefasst wird, entwickelt sich zu einer erwachsenen Katze, die weniger Angst vor tierärztlichen Behandlungen hat. Die Übungen umfassen das Berühren der Pfoten, Ohren, des Mauls und des Bauches, immer verbunden mit einer Belohnung. Eine sanfte Massage bei einem Säugling oder Kätzchen fördert die emotionale Bindung und regt die Darmtätigkeit an – regelmäßiger Körperkontakt hat bei jungen Säugetieren nachweislich positive physiologische und emotionale Auswirkungen.
Die Erstimpfung gegen Typhus (Feline Parvovirus) und Katzenschnupfen (FHV-1, Calicivirus) beginnt ab der 8. Woche, mit einer Auffrischungsimpfung in der 12. Woche. Die Impfung gegen Leukose (FeLV) wird für alle Kätzchen empfohlen, die Zugang ins Freie haben. Die äußere Parasitenbehandlung (Spot-on-Pipetten in Kätzchenformel oder HE-Repellent-Halsband) beginnt ebenfalls im Alter von 8 Wochen – Präparate für ausgewachsene Katzen sind vor diesem Alter aufgrund des geringen Körpergewichts oft kontraindiziert.Angst beim Transport oder beim Tierarzt kann durch Pheromone und eine gute vorherige Gewöhnung an die Transportbox verringert werden.