Was ist ein Nasenbluten und wie lässt es sich stillen?
Ein Nasenbluten – umgangssprachlich auch als Epistaxis bezeichnet – ist ein Blutausfluss aus einem oder beiden Nasenlöchern, der meist aus dem vorderen Bereich stammt (Kiesselbach-Plexus – ein gefäßreiches Gebiet im vorderen Teil der Nasenscheidewand). In den allermeisten Fällen ist dies harmlos. Die Sofortmaßnahme ist in über 90 % der Fälle einfach und wirksam. Produkte zur Nasenpflege finden Sie im Sortiment der natürlichen Nasen-, Ohren- und Halsmittel im Shop.
- Erste Maßnahme – Nasenkompression: Setzen Sie sich leicht nach vorne gebeugt hin (niemals den Kopf nach hinten neigen – das Blut fließt in den Rachen und kann Übelkeit oder Verschlucken verursachen) — den weichen Teil der Nase (beide Nasenlöcher zusammen, nicht die Knochen) fest zwischen Daumen und Zeigefinger zusammendrücken — 10 Minuten lang ohne nachzulassen halten — durch den Mund atmen — eine kalte Kompresse auf die Stirn oder den Nacken legen (reflexartige Gefäßverengung)
- Häufigste Ursachen: trockene und kalte Heizungsluft (trocknet die vordere Nasenschleimhaut aus und macht sie anfällig) — zu kräftiges Kratzen oder Schnäuzen — Nasentrauma — Rhinitis oder Sinusitis (Entzündung, die die Blutgefäße schwächt) — Rhinopharyngitis — Medikamente (Aspirin, NSAR, Antikoagulanzien – verdünnen das Blutgerinnsel oder verlängern die Blutungszeit)
- Saisonalität: Winter (Zentralheizung – trockene Raumluft < 30 % Luftfeuchtigkeit – ausgetrocknete und rissige Nasenschleimhaut) – Frühling/Sommer (saisonale Allergien – Entzündung und Gefäßschwäche der Schleimhaut) — Luftbefeuchtung (40–60 %) und die Behandlung von Allergien reduzieren die Häufigkeit der Episoden deutlich
- Posteriores Nasenbluten: Blutung aus tiefer liegenden Arterien (Äste der Arteria sphenopalatina) — stark, durch einfachen Druck schwer zu stillen — häufiger bei älteren Menschen und Bluthochdruckpatienten — erfordert eine HNO-ärztliche Behandlung (Tamponade, Kauterisation) — siehe Seite „Nasenbluten“ für schwere Formen
Wie lassen sich häufige Nasenbluten auf natürliche Weise vorbeugen?
Die Vorbeugung von Nasenbluten beruht auf der Aufrechterhaltung der Feuchtigkeit der Nasenschleimhaut – der ersten Abwehrlinie gegen die Schwächung der Blutgefäße. Eine gut befeuchtete Schleimhaut ist geschmeidig, widerstandsfähig gegen Mikrotraumen und neigt weniger zu Blutungen. Regelmäßige Nasenspülungen (mit physiologischer Kochsalzlösung oder Meerwasser) entfernen Krusten, die beim Ablösen die darunterliegenden kleinen Blutgefäße mitreißen.
- Vorbeugende lokale Maßnahmen:Aloe-Vera-Gel auf die Nasenschleimhaut auftragen (feuchtigkeitsspendend und wundheilend) – Nasensalben mit Vaseline oder Ringelblume (Schutzfilm auf der trockenen Schleimhaut) – tägliche Nasenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung (schonende Entfernung der Krusten) – Dampfinhalationen (10 Minuten, 2-mal täglich – direkte Befeuchtung der Schleimhaut)
- Gefäßstärkende und wundheilende Ernährung: Vitamin C (Zitrusfrüchte, Kiwi, Paprika — stärkt die Kapillarwände und das Gefäßkollagen — Bioflavonoide des natürlichen Vitamin C verstärken die Wirkung) — Vitamin K (grünes Blattgemüse — Spinat, Kohl, Brokkoli – Cofaktor der Blutgerinnung) – Rutin (Flavonoid – stärkt die Kapillarwände – Buchweizen, Aprikosen, Zitrone) – Zink (Wundheilung von Mikroläsionen der Schleimhaut)
- Kinder und Nasenbluten: sehr häufig vor dem 10. Lebensjahr (oberflächlicher und stark durchbluteter Kiesselbach-Plexus) – Hauptursachen: Kratzen (kurze und saubere Fingernägel) + trockene Winterluft + häufige Nasen-Rachen-Entzündungen – Maßnahmen für Eltern: Ruhe bewahren, das Kind nach vorne gebeugt hinsetzen lassen, 10 Minuten lang die Nasenflügel zusammendrücken — bei einem Kleinkind niemals versuchen, mit Watte im Nasenloch abzutupfen
- Was zu vermeiden ist: sich unmittelbar nach dem Stillen der Blutung die Nase putzen (destabilisiert das Blutgerinnsel) — Einführen von Gegenständen in die Nase — zu kräftiges Schnäuzen (intrasanaler Druck, der die Blutgerinnsel herausdrückt) — NSAR und Aspirin bei wiederkehrenden Blutungen (verlängern die Blutungszeit)
Wiederkehrende Nasenbluten: zugrunde liegende Ursachen und gezielte Vorbeugung
Häufige (> 1 Mal pro Woche) oder starke Nasenbluten sind nicht harmlos und sollten abgeklärt werden. Die häufigsten systemischen Ursachen, die abgeklärt werden sollten, sind Bluthochdruck (hoher Blutdruck schwächt die Gefäße in der Schleimhaut), Gerinnungsstörungen (Hämophilie, von-Willebrand-Syndrom, Thrombozytopenie) sowie die Einnahme von Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmern. Ein großes Blutbild und eine Gerinnungsuntersuchung geben Aufschluss über die Diagnose.
- Bluthochdruck und Nasenbluten: Bluthochdruck verursacht die Blutungen nicht direkt, verstärkt jedoch deren Stärke und erschwert deren Stillung – ein starkes und schwer zu stillendes Nasenbluten bei einem Bluthochdruckpatienten muss ernst genommen werden – die Kontrolle des Blutdrucks verringert die Häufigkeit schwerer Episoden
- Antikoagulanzien: Warfarin, Rivaroxaban, Apixaban, Dabigatran – ebenso wie Thrombozytenaggregationshemmer (Aspirin, Clopidogrel) – verlängern die Blutungszeit, ohne die Häufigkeit von Blutungen zu erhöhen – ein 20-minütiger Nasendruck kann erforderlich sein – bei fehlendem Erfolg ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich, um die Behandlung anzupassen
- Gezielte Prävention: Behandlung zugrunde liegender Rhinitis und Sinusitis (allergische Rhinitis) — Luftbefeuchter im Schlafzimmer (40–60 %) — jeden Abend im Winter eine schützende Nasensalbe auftragen — Behebung von Vitamin-C- und Vitamin-K-Mangel — Überwachung und Kontrolle des Blutdrucks