Was ist der Kalziumspiegel im Blut und wie wird er reguliert?
Der Kalziumspiegel bezeichnet den Gehalt an ionisiertem und Gesamtkalzium im Blut. Kalzium ist der am häufigsten vorkommende Mineralstoff im Körper – 99 % sind in den Knochen und Zähnen gespeichert, 1 % zirkuliert im Blut und im Gewebe, wo es lebenswichtige Funktionen erfüllt. Die Feinsteuerung des Kalziumspiegels ist für die Herz- und neuromuskuläre Funktion sowie für die Blutgerinnung unerlässlich. Nahrungsergänzungsmittel für die Knochengesundheit finden Sie in den Produktreihen „Kalzium“ und „Knochenremineralisierung“ im Shop.
- Normalwerte: Gesamtkalzium 2,20 bis 2,65 mmol/L (8,8 bis 10,6 mg/dL) – ionisiertes Kalzium (aktiver Anteil) 1,15 bis 1,35 mmol/L — die Werte können je nach Labor leicht variieren — die Auswertung eines Ergebnisses muss durch medizinisches Fachpersonal erfolgen
- Hormonelle Regulierung: Parathormon (PTH – Nebenschilddrüsen): Erhöht den Kalziumspiegel im Blut, indem es den Knochenabbau, die renale Reabsorption und die Aktivierung von Vitamin D anregt – aktives Vitamin D3 (Calcitriol): fördert die Kalziumaufnahme im Darm – Calcitonin (Schilddrüse): senkt den Kalziumspiegel im Blut, indem es den Knochenabbau hemmt
- Funktionen des zirkulierenden Kalziums: Muskelkontraktion (einschließlich des Herzmuskels) – neuromuskuläre Übertragung – Blutgerinnung (Cofaktor mehrerer Gerinnungsfaktoren) – Hormon- und Enzymsekretion
Was sind die Ursachen und Symptome von Kalziumspiegelstörungen?
- Hyperkalzämie (Kalziumspiegel > 2,65 mmol/L): Hauptursachen (primäre Hyperparathyreoidismus – häufigste Ursache bei ambulant behandelten Erwachsenen – sowie Krebserkrankungen mit Knochenmetastasen oder PTHrp-Sekretion) – weitere Ursachen: Sarkoidose, Hypervitaminose D, längere Immobilisierung – Symptome (Müdigkeit, übermäßiger Durst, Polyurie, Übelkeit, Verstopfung, Bauchschmerzen, Verwirrtheit, Muskelschwäche) – schwere Hyperkalzämie > 3,5 mmol/L: medizinischer Notfall (Rhythmusstörungen, Koma) – Diagnose und Behandlung durch einen Arzt sind zwingend erforderlich
- Hypokalzämie (Kalziumspiegel < 2,20 mmol/L): Hauptursachen ( Vitamin-D-Mangel – weltweit häufigste Ursache – postoperative Hypoparathyreoidismus, chronische Niereninsuffizienz) – Symptome (Muskelkrämpfe und -spasmen, Parästhesien im Mundbereich und an den Extremitäten, Tetanie, in schweren Fällen: Krampfanfälle, QT-Verlängerung im EKG) — symptomatische Hypokalzämie: dringende ärztliche Konsultation
- Medikamente können den Kalziumspiegel im Blut beeinflussen: Thiaziddiuretika (erhöhen) – Bisphosphonate, Denosumab, bestimmte Antiepileptika (senken) – Melden Sie Ihrem Arzt alle auffälligen Werte und geben Sie dabei die derzeit eingenommenen Medikamente an
Wie lässt sich ein normaler Kalziumspiegel durch Ernährung und Nahrungsergänzung aufrechterhalten?
Die Aufrechterhaltung eines normalen Kalziumspiegels beruht auf einer ausreichenden Zufuhr von Kalzium und Vitamin D3, zwei untrennbar miteinander verbundenen Cofaktoren. Magnesiumpräparate tragen ebenfalls zur Regulierung des Kalzium-Phosphat-Haushalts bei. Jede Nahrungsergänzung muss unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, insbesondere bei Nierenerkrankungen in der Vorgeschichte oder bei Harnsteinen.
- Empfohlene tägliche Kalziumzufuhr: 900 bis 1.000 mg/Tag bei Erwachsenen – 1.200 mg/Tag ab 65 Jahren und bei Frauen nach der Menopause – Nahrungsquellen (Milchprodukte, Sardinenkonserven mit Gräten, Tofu, grünes Gemüse – Kohl, Brokkoli, Rucola) – Kalziumpräparate bei unzureichender Zufuhr über die Nahrung
- Vitamin D3: unverzichtbar für die Kalziumaufnahme im Darm – Mangel in unseren Breitengraden sehr häufig (im Winter bis zu 80 % der Bevölkerung) — mäßige Sonnenexposition (15 bis 30 Minuten an Unterarmen und Gesicht, außerhalb der heißesten Stunden) — von der HAS empfohlene Supplementierung mit 800 bis 1.000 IE/Tag bei Erwachsenen über 65 Jahren
- Phosphor: Cofaktor der Knochenmineralisierung — ein Überschuss an Phosphor aus der Nahrung (zuckerhaltige Getränke, Fertiggerichte) kann die Kalziumaufnahme verringern
- Prävention vonOsteoporose: regelmäßige körperliche Belastung (Spazierengehen, Wandern) — Raucherentwöhnung und Einschränkung des Alkoholkonsums — niemals ohne vorherige ärztliche Untersuchung Kalziumpräparate einnehmen (Risiko von Nierensteinen und iatrogener Hyperkalzämie)