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Hydroalkoholisches Handdesinfektionsgel: Auswahlkriterien und Tipps

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Was ist Handdesinfektionsgel und wie wirkt es?

Handdesinfektionsgel, genauer gesagt hydroalkoholisches Gel oder Lösung (SHA), ist ein Produkt zurHandhygiene, wenn kein Wasser und keine Seife zur Verfügung stehen. Seine Formel basiert hauptsächlich auf Ethanol oder Isopropanol, wobei die empfohlene wirksame Konzentration gemäß internationalen Richtlinien (WHO) zwischen 60 % und 95 % liegt. Der Alkohol wirkt innerhalb weniger Sekunden, indem er die Membranproteine der auf der Haut vorhandenen Mikroorganismen denaturiert, was zur Verringerung der Keimbelastung beiträgt. Das Gel trocknet durch Verdunstung, ohne dass es abgespült werden muss.

Was sind die Vorteile des Handgels?

Die Verwendung des Handgels bietet mehrere praktische Vorteile:

  • Schnelle Wirkung: Es reduziert die Keimbelastung auf der Haut innerhalb weniger Sekunden nach dem Auftragen.
  • Praktisch: im Taschenformat, überall einsetzbar, ideal für unterwegs oder in öffentlichen Einrichtungen.
  • Ergänzende Maßnahme: Es hilft, die Ausbreitung von Mikroorganismen auf den Händen einzudämmen, wenn kein Waschbecken zur Verfügung steht.
  • Hautverträglichkeit: Mit Glycerin oder Aloe Vera angereicherte Formeln mindern das durch Alkohol verursachte Spannungsgefühl.

Wie wählt man ein gutes Handdesinfektionsgel aus?

Bei der Auswahl eines wirksamen Handdesinfektionsgels sind mehrere Kriterien zu beachten:

  • Alkoholkonzentration: Idealerweise sollten 60 bis 80 % Ethanol oder Isopropanol enthalten sein (Richtwerte der WHO / ANSM).
  • Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe: Glycerin, Aloe Vera oder feuchtigkeitsspendende Glykole gleichen die austrocknende Wirkung des Alkohols aus.
  • Parfümarme Formel: vorzuziehen bei empfindlicher Haut und bei wiederholter Anwendung im Laufe des Tages.
  • Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Bevorzugen Sie Gele, die der Norm EN 1500 entsprechen (viruzide/bakterizide Wirksamkeit im Bereich der Hygiene) und je nach Angaben als Biozide oder Kosmetika deklariert sind.

Wie wendet man ein Handdesinfektionsgel richtig an?

Für eine optimale Anwendung des Handgels:

  • Geben Sie eine ausreichende Menge (3 bis 5 ml) in die Handfläche, damit Sie beide Hände vollständig einreiben können.
  • Reiben Sie alle Oberflächen ein: Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen, Fingerspitzen (Fingerkuppen und Nägel).
  • Reiben Sie 20 bis 30 Sekunden lang weiter, bis die Hände vollständig trocken sind, ohne sie abzuwischen oder abzuspülen.
  • Unbedingt auf saubere und trockene Hände auftragen: Ein hydroalkoholisches Gel verliert seine Wirksamkeit auf sichtbar schmutzigen, fettigen oder verschmutzten Händen. In diesem Fall sollten Sie die Hände lieber mit Wasser und milder Seife waschen.

Welche Risiken bestehen bei häufiger Anwendung des Handgels?

Obwohl nützlich, kann die wiederholte Anwendung eines hydroalkoholischen Gels einige unerwünschte Wirkungen hervorrufen:

  • Hauttrockenheit und -reizungen: Alkohol kann den Hydrolipidfilm beeinträchtigen, insbesondere bei sehr häufiger Anwendung oder auf bereits geschwächter Haut. Wechseln Sie ab und waschen Sie Ihre Hände gelegentlich sanft mit Wasser und Seife und verwenden Sie zusätzlich eine Pflege für strapazierte oder trockene Hände.
  • Allergische Reaktionen: möglich, insbesondere im Zusammenhang mit Duftstoffen oder Konservierungsmitteln.
  • Entflammbarkeit: Vermeiden Sie jegliche Zündquellen (Flammen, Zigaretten), solange die Hände noch nicht vollständig trocken sind.
  • Versehentliches Verschlucken: Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren, da diese am häufigsten Opfer einer versehentlichen Vergiftung durch Handdesinfektionsmittel sind. Bei Verschlucken die Giftnotrufzentrale kontaktieren.
  • Falsches Sicherheitsgefühl: Ein Gel ersetzt nicht das Waschen mit Wasser und Seife bei sichtbaren Verschmutzungen oder biologischen Rückständen.

Welche verschiedenen Arten von Handdesinfektionsgelen gibt es?

Auf dem Markt sind mehrere Kategorien von Handdesinfektionsgelen erhältlich:

  • Klassische hydroalkoholische Gele: auf Basis von 60–80 % Ethanol oder Isopropanol – sie sind am weitesten verbreitet.
  • Angereicherte hydroalkoholische Gele: Mit Glycerin, Aloe Vera oder feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen, um das Austrocknen der Haut zu verhindern.
  • Alkoholfreie Lösungen: auf Basis anderer antimikrobieller Wirkstoffe (z. B. Benzalkoniumchlorid); ihr Wirkungsspektrum ist begrenzter und ihre viruzide Wirksamkeit geringer.
  • „Bio“- oder natürlichere Gele: Formulierungen oft auf Basis von Alkohol pflanzlichen Ursprungs, mit pflanzlichen feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen. Sie müssen die wirksamen Alkoholkonzentrationen einhalten, um ihre Wirkung zu bewahren.

Kann man sein Handdesinfektionsgel zu Hause selbst herstellen?

Technisch gesehen ist es möglich, ein hydroalkoholisches Gel zu Hause herzustellen, indem man das von der WHO veröffentlichte Rezept befolgt, das von der ANSES in Frankreich für den außergewöhnlichen persönlichen Gebrauch übernommen wurde. Dieses Rezept basiert auf 96-prozentigem Ethanol oder Isopropanol, Glycerin, Wasserstoffperoxid und destilliertem Wasser in genau festgelegten Anteilen.

Dabei sind mehrere Punkte zu beachten:

  • Ausschließlich für den persönlichen Gebrauch: Die Herstellung in Eigenregie zum Zwecke der Weitergabe ist verboten (Biozidverordnung (EU) Nr. 528/2012).
  • Unbedingt beachten: Eine ungenaue Dosierung kann die Wirksamkeit des Produkts beeinträchtigen.
  • Keine ätherischen Öle: Die Zugabe von ätherischen Ölen zu einem selbst hergestellten Handdesinfektionsmittel wird von der ANSES abgeraten (Risiko einer Veränderung der Zusammensetzung, Hautsensibilisierung).
  • Begrenzte Haltbarkeit: Ein selbst hergestelltes Gel ist weniger haltbar als ein industriell hergestelltes Produkt und sollte nicht über einen längeren Zeitraum gelagert werden.
  • Entflammbarkeit: Behälter von Wärmequellen fernhalten.

Im Falle eines Gesundheitsnotfalls ist es besser, auf ein konformes Fertigprodukt zurückzugreifen.

Hydroalkoholisches Gel oder Händewaschen mit Wasser und Seife?

Das Händewaschen mit Wasser und Seife bleibt der Maßstab in Sachen Hygiene, insbesondere wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind, nach dem Toilettengang oder vor dem Kochen. Wasser und mechanische Reibung entfernen sowohl Mikroorganismen als auch Verschmutzungen (Fette, Partikel, Allergene). Das hydroalkoholische Gel kommt hingegen ergänzend zum Einsatz, wenn kein Zugang zu einem Waschbecken besteht oder in Situationen mit hohem Personenaufkommen (öffentliche Verkehrsmittel, Pflegeeinrichtungen, Gemeinschaftseinrichtungen). Beide Maßnahmen ergänzen sich und sind nicht durch die jeweils andere ersetzbar.

Wie lässt sich das Handdesinfektionsgel in die Hygieneroutine integrieren?

So integrieren Sie das Handdesinfektionsgel in eine ausgewogene Routine:

  • Nach Kontakt mit stark frequentierten Oberflächen (Türklinken, Geländer, gemeinsam genutzte Tastaturen).
  • Vor und nach den Mahlzeiten, wenn kein Waschbecken zur Verfügung steht.
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Gemeinschaftseinrichtungen.
  • Nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen.
  • Als Ergänzung zum Waschen mit Wasser und Seife, niemals als systematischen Ersatz. Um die Haut zu schonen, abwechselnd eine feuchtigkeitsspendende und regenerierende Handpflege verwenden.

Welche Alternativen gibt es zum Handdesinfektionsgel, wenn dieses nicht verfügbar ist?

Wenn kein hydroalkoholisches Gel verfügbar ist, gibt es mehrere Zwischenlösungen:

  • Reinigungstücher: praktisch, um oberflächlichen Schmutz zu entfernen, ersetzen jedoch kein richtiges Händewaschen.
  • Hydroalkoholische Sprays: Ähnlich wie Gele in ihrer Zusammensetzung, werden sie durch Sprühen aufgetragen.
  • Milde Seife ohne Abspülen: nützlich auf Reisen oder bei begrenztem Wasserangebot.
  • Waschen mit Wasser und Seife, sobald dies möglich ist: Dies ist nach wie vor die wirksamste Lösung bei sichtbaren Verschmutzungen.