Die Goldrute (Solidago virgaurea) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die an ihren langen, goldgelben Blütenständen zu erkennen ist, die im Spätsommer erscheinen. Sie wächst wild auf Wiesen, Lichtungen und an Waldrändern in Europa, Westasien und Nordamerika. In den blühenden Trieben sind die Wirkstoffe konzentriert: Triterpensaponine (Virgaureosaponine), Flavonoide (Rutosid, Quercetol, Kaempferol), Phenolsäuren, Gerbstoffe und ätherisches Öl. Das Europäische Arzneibuch unddie EMA erkennen ihre Anwendung im Bereich der Harnwege an.
Ihre traditionellen Anwendungsgebiete zeichnen ein eindeutig harntreibendes Profil:
Ihr pharmakologisches Profil beruht auf der seltenen Kombination einer aquaretischen harntreibenden Wirkung (Erhöhung des Urinvolumens ohne nennenswerten Mineralstoffverlust) und einer nachgewiesenen entzündungshemmenden Wirkung auf die Harnwege. Diese doppelte Wirkung erklärt ihre besondere Stellung unter den Pflanzen des Harnweg-Subclusters: Während die Haarstrangblume sich durch ihre aquaretische Wirkung auszeichnet, das Bärentraubenkraut durch seine antibakterielle Wirkung und die Cranberry durch ihre Anti-Adhäsionswirkung, sorgt die Goldrute für die Beruhigung gereizter Harnwegsschleimhäute.
Saponine und Flavonoide wirken synergetisch: Erstere fördern die Diurese durch ihre Wirkung auf die Nierentubuli, Letztere entfalten eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung auf das Urothel. Dieser Wirkmechanismus macht sie zu einer Pflanze der Wahl für das Wohlbefinden im Harnbereich im Rahmen einer therapeutischen Spülung: Das Urinvolumen wird erhöht, um die „Spülung“ der Harnwege zu fördern und gleichzeitig die empfindlichen Schleimhäute zu beruhigen. Bei nachgewiesener Infektion nur als Begleitmaßnahme, niemals als Ersatz für eine medizinische Behandlung anwenden.
Über den Harnbereich hinaus sind ihre entzündungshemmenden Eigenschaften in der traditionellen Phytotherapie von Interesse, um bestimmte harmlose Entzündungszustände zu begleiten. Traditionell wird es als äußerliche Kompresse bei kleinen Wunden im Mundraum und oberflächlichen Hautentzündungen, als Gurgelmittel bei Beschwerden im Rachenraum sowie ergänzend als innerliche Kur bei anhaltenden Gelenkschmerzen eingesetzt.
Die Darreichungsformen hängen vom Anwendungszweck ab:
Die Synergien bei Harnwegserkrankungen hängen von der Phase und der individuellen Verfassung ab: