Was ist eine Gastroenteritis und wie unterscheidet sie sich von einer Lebensmittelvergiftung?
Eine Gastroenteritis ist eine Entzündung des Magens und des Dünndarms – meist viraler Ursprungs, im Gegensatz zueiner Lebensmittelvergiftung (bakteriell, durch Toxine). In Frankreich werden jeden Winter schätzungsweise 9 Millionen Fälle von viraler Gastroenteritis verzeichnet – mit einem epidemischen Höhepunkt von November bis März. Unser Probiotika-Sortiment unterstützt den Wiederaufbau der Darmflora nach der Erkrankung.
- Norovirus: Hauptverursacher von Gastroenteritis-Epidemien in Gemeinschaftseinrichtungen (Alten- und Pflegeheime, Kreuzfahrtschiffe, Gastronomie) – Inkubationszeit 12–48 Stunden – starkes Erbrechen + Durchfall – Dauer 24–72 Stunden – sehr ansteckend (hohe Viruslast in Erbrochenem und Stuhl)
- Rotavirus: häufigster Erreger schwerer Gastroenteritiden bei Kindern unter 5 Jahren — Fieber + Erbrechen + wässriger Durchfall — schnelle Dehydrierung — Impfung verfügbar (Rotarix, RotaTeq), empfohlen bei Säuglingen
- Astroviren, enterische Adenoviren: seltenere virale Ursachen, vor allem bei Kindern
- Unterschied zur Lebensmittelvergiftung: Übertragung von Mensch zu Mensch (nicht nur über Lebensmittel) — längere Inkubationszeit — in der Regel kürzere Symptomdauer — keine Antibiotika erforderlich
- Übertragung: verschmutzte Hände, kontaminierte Oberflächen, Tröpfchen aus Erbrochenem – das Norovirus überlebt bis zu 72 Stunden auf Oberflächen – Händewaschen mit Seife zwingend erforderlich (SHA ist bei Noroviren weniger wirksam)
Wie behandelt man eine Gastroenteritis und beugt einer Dehydrierung vor?
Die Rehydrierung hat oberste Priorität – sie ist die Hauptursache für die Sterblichkeit durch Gastroenteritis bei Kleinkindern in Ländern mit begrenzten Ressourcen.
- Orale Rehydrationslösungen (ORS): WHO-Zusammensetzung – Natrium, Kalium, Glukose in optimalen Anteilen – Ausgleich der durch Erbrechen und Durchfall verursachten Wasser- und Elektrolytverluste – in kleinen, häufigen Mengen verabreichen (5–10 ml alle 5 Minuten bei Kindern) – niemals durch reines Wasser, Limonade oder Fruchtsaft ersetzen
- BRAT-Diät: Banane, Reis, Apfelmus (Apple), Toast — Wiederaufnahme der Nahrungsaufnahme nach 4–6 Stunden Rehydrierung — leichte, fettfreie und nicht gewürzte Kost — Rückkehr zur normalen Ernährung innerhalb von 24–48 Stunden
- Smectit (Smecta): Darmadsorbens – bindet Viren und Toxine – verringert Dauer und Intensität des Durchfalls – anwendbar ab 2 Jahren, bei Schwangeren und Stillenden
- Loperamid (Imodium): kontraindiziert bei Fieber > 38,5 °C, Blut im Stuhl oder bei Kindern unter 2 Jahren — verlangsamt die Darmtätigkeit, bekämpft das Virus jedoch nicht
- Anzeichen einer schweren Dehydrierung, die einen Notruf erfordern: Weinen ohne Tränen, eingesunkene Fontanelle, eingefallene Augen, seit mehr als 6 Stunden kein Urin bei Kindern, Bewusstseinsstörungen
Probiotika und Ernährung zur Unterstützung der Genesung
- Probiotika (Saccharomyces boulardii – Ultralevure®): die am besten dokumentierte medizinische Hefe bei Gastroenteritis – verkürzt die Dauer des Durchfalls in Metaanalysen um durchschnittlich 1 Tag – kann bereits bei den ersten Symptomen eingenommen werden – siehe unser Probiotika-Sortiment
- Lactobacillus rhamnosus GG: bei Kindern bei viraler Gastroenteritis gut dokumentiertes Probiotikum – schnellere Wiederherstellung der Darmflora
- Zu vermeidende Lebensmittel bei Gastroenteritis: Milchprodukte (vorübergehende Verringerung der Laktase), Fette, Gewürze, Alkohol, Kaffee – schrittweise Wiederaufnahme nach 48–72 Stunden
- Empfohlene Lebensmittel: Brühen, Reiswasser, Kompott ohne Zuckerzusatz, Naturjoghurt (Quelle natürlicher Probiotika), sobald das Erbrechen nachlässt
- Siehe unsere Seite zur Darmtätigkeit für die vollständige Erholung der Darmflora nach dem Krankheitsschub
Prävention und Eindämmungsmaßnahmen in Gemeinschaftseinrichtungen
- Händewaschen: Wasser + Seife, 30 Sekunden lang – vor dem Essen, nach dem Toilettengang, nach Kontakt mit einer erkrankten Person – das Norovirus ist resistent gegen hydroalkoholische Handdesinfektionsmittel (SHA) – Seife bleibt unverzichtbar
- Desinfektion von Oberflächen: verdünntes Bleichmittel (0,5 % aktives Chlor) auf mit Erbrochenem oder Stuhl verunreinigten Oberflächen – den Raum lüften – Abfälle in einen verschlossenen Beutel entsorgen
- Ausschluss von Schule oder Arbeitsplatz: 48–72 Stunden nach Abklingen der Symptome empfohlen — insbesondere in Küchen, Kindertagesstätten und Seniorenheimen
- Rotavirus-Impfung: Rotarix (2 Dosen) oder RotaTeq (3 Dosen) – Verabreichung im Alter von 6 bis 24 Lebenswochen – von der HAS empfohlen – reduziert die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund einer Rotavirus-Gastroenteritis bei Säuglingen um 85–98 %
- kollektive Lebensmittelvergiftung (TIAC) in Gemeinschaftseinrichtungen: Meldepflicht bei der ARS – epidemiologische Überwachung zur Eindämmung der Ausbreitung