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Metabolische und respiratorische Azidose: Diagnose und Behandlung

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Was ist eine Azidose und warum handelt es sich dabei um einen medizinischen Notfall?

Eine Azidose ist eine Erkrankung, die durch einen Blut-pH-Wert unter 7,35 gekennzeichnet ist – außerhalb des normalen physiologischen Bereichs (7,35–7,45). Nicht zu verwechseln mitdem Säure-Basen-Gleichgewicht in der Ernährung (PRAL-Konzept): Die Azidose ist ein biologischer Notfall. Arnaud, Doktor der Pharmazie, betont: Jeder Verdacht auf eine Azidose erfordert eine sofortige stationäre Behandlung. Unser Kalzium- und Magnesium -Sortiment unterstützt den Mineralstoffhaushalt zur Vorbeugung leichter Azidosen.

  • Metabolische Azidose (Blutbikarbonat < 22 mmol/L): Anreicherung nichtflüchtiger Säuren oder Verlust von Bikarbonaten – Hauptursachen: diabetische Ketoazidose (DKA), chronisches Nierenversagen, Salicylatvergiftung, Laktatazidose (Kreislaufschock), schwerer chronischer Durchfall
  • Respiratorische Azidose (PaCO₂ > 45 mmHg): alveoläre Hypoventilation → CO₂-Anreicherung → Kohlensäure → Ansäuerung — Ursachen: exazerbierte COPD, schwere Pneumonie, schweres akutes Asthma, zentrale Hypoventilation (Schlaganfall, atmungsdämpfende Medikamente)
  • Anionenlücke (Normal Anion Gap / High Anion Gap): wichtiges Diagnosewerkzeug — erhöhte Anionenlücke (> 12 mEq/L): Ketoazidose, Laktat, Nierenversagen, Vergiftungen (Methanol, Ethylenglykol) — normales Anionen-Gap: Verdauungsverluste (Durchfall), renaler tubulärer Verlust
  • Gemischte Azidose: Kombination aus metabolischer und respiratorischer Azidose — schwerwiegendstes klinisches Bild — häufig auf der Intensivstation (Sepsis + Lungenversagen)
  • Laboralarmwerte: pH < 7,20 → Myokarddysfunktion + Vasodilatation + Risiko eines Herzstillstands — pH < 7,00 → lebensbedrohlich → Notfall-Krankenhausaufnahme

Klinische Symptome und Diagnose der Azidose

  • Klinische Anzeichen einer metabolischen Azidose: Kussmaul-Atmung (kompensatorische, tiefe und weitgehende Hyperventilation) – extreme Müdigkeit – Übelkeit und Erbrechen – Bewusstseinsstörungen – Bauchschmerzen (diabetische Ketoazidose)
  • Klinische Anzeichen einer respiratorischen Azidose: Dyspnoe + Zyanose + Tachykardie – fortschreitende Somnolenz (Hyperkapnie = Sedierung) – Kopfschmerzen + Asterixis – bei schweren Formen: hyperkapnisches Koma
  • Arterielle Blutgasanalyse (ABG): Schlüsseluntersuchung — pH + PaCO₂ + HCO₃⁻ + PaO₂ + SaO₂ — Interpretation in 4 Schritten: pH-Wert (Azidose?), Primärkomponente (HCO₃⁻ oder CO₂?), Kompensation (ausreichend?), Anionenlücke
  • Ergänzende Laboruntersuchungen: Blutelektrolyte (Na+, K+, Cl-) — Blutzucker + Ketonkörper (DKA) — Laktatspiegel — Kreatinin + Harnstoff (Niereninsuffizienz) — Salicylatspiegel bei Verdacht auf Vergiftung
  • Absolute Warnzeichen (Notruf 15 wählen): Verwirrtheit + schnelle Hyperventilation + Bauchschmerzen + Polyurie/Polydipsie bei einem Diabetiker – Verdacht auf diabetische Ketoazidose → lebensbedrohlicher Notfall

Medizinische Behandlung der Azidose je nach Ursache

  • Diabetische Ketoazidose (DKA): intravenöse Insulintherapie + Rehydrierung + Elektrolytkorrektur (K+ engmaschig überwachen++) – intravenöses Bikarbonat nur bei pH < 7,00 (Risiko einer Rebound-Alkalose) – stationäre Aufnahme auf der Intensivstation
  • Laktatazidose: Behandlung der Ursache (septischer Schock, Herzinsuffizienz) — Sauerstoffzufuhr und Flüssigkeitszufuhr — mechanische Beatmung bei begleitender Ateminsuffizienz
  • Chronische renale Azidose: Natriumbikarbonat oral 1–3 g/Tag — Aufrechterhaltung von HCO₃⁻ > 22 mmol/L — verlangsamt das Fortschreiten der Niereninsuffizienz — Knochenschutz (chronische Azidose mobilisiert Knochenkalzium)
  • Chronische respiratorische Azidose (COPD): Bronchodilatatoren + Kortikosteroide + Langzeit-Sauerstofftherapie (LZOT) — nächtliche nichtinvasive Beatmung (NIB) bei chronischer Hyperkapnie
  • Vergiftungen (Methanol, Ethylenglykol): Fomepizol (Antidot) + Notfall-Hämodialyse — zusätzliches Antidot: Ethanol i.v. (enzymatische Konkurrenz) — toxikologischer Notfall

Prävention, natürliche Unterstützung und Nachsorge bei chronischer Azidose

  • Ausgeglichener Diabetes: HbA1c < 7 % — strenge Blutzuckerselbstkontrolle — Vermeidung von längerem Fasten bei Typ-1-Diabetikern (schnelle Ketogenese) — Kenntnis der Warnzeichen einer DKA
  • Magnesium: Cofaktor der intrazellulären Puffersysteme – häufiger Mangel bei chronischen Nierenerkrankungen und bei längerer Einnahme von PPI — 300–400 mg/Tag Bisglycinat zur Vorbeugung einer Hypomagnesiämie
  • Vitamin D3: chronische renale Azidose → kompensatorische Mobilisierung von Knochenkalzium → Osteomalazie — Supplementierung mit 1.000–2.000 IE/Tag unter Überwachung des Kalziumspiegels
  • Basenbildende Ernährung zur Vorbeugung einer latenten Azidose: kalium- und magnesiumreiches Obst und Gemüse (negativer PRAL-Wert) — Reduzierung eines Überschusses an tierischen Proteinen — siehe unsere Seite zum Säure-Basen-Haushalt für detaillierte Ernährungsstrategien
  • Halbjährliche Laboruntersuchungen bei Risikopatienten (Niereninsuffizienz, Diabetes, COPD): Blutgasanalyse + Ionenprofil + Kreatinin + Bikarbonate — Anpassung der Behandlung durch den Facharzt