Die Augenpflege umfasst drei verschiedene Bereiche mit spezifischen Bedürfnissen und entsprechenden Produkten. Die Augenoberfläche (Hornhaut und Bindehaut) erfordert sterile Lösungen und Augentropfen, die auf ihren pH-Wert und ihre Osmolarität abgestimmt sind. Die Augenpartie benötigt kosmetische Pflegeprodukte, die auf ihre Feinheit (0,5 mm) sowie auf Probleme wie Augenringe, Tränensäcke und Falten zugeschnitten sind. Die Augenlider und Wimpern benötigen eine gründliche tägliche Pflege – sanfte Reinigung, vollständige Make-up-Entfernung, stärkende Pflege. Die optimale Reihenfolge einer vollständigen Pflegeroutine: Reinigung der Augenlider → Pflege der Augenoberfläche → Augenpartiepflege → Pflege von Wimpern und Augenbrauen.
Drei Maßnahmen sind entscheidend für die tägliche Augengesundheit. Die Reinigung der Lidränder (mit sterilen, augenverträglichen Tupfern oder einem Lidgel wie Blephagel) entfernt Sekrete, Make-up-Reste und Verunreinigungen, die Blepharitis und Gerstenkörner begünstigen. Das Spülen der Augen mit einer isotonischen Lösung (physiologisches Serum oder Meerwasser) eignet sich bei Reizungen, Staubbelastung oder längerem Tragen von Kontaktlinsen. Künstliche Tränen mit Hyaluronsäure und D-Panthenol versorgen die Hornhaut in klimatisierten Büros oder vor Bildschirmen mit Feuchtigkeit. Die für jede Situation geeignete Augensolution ist das wichtigste Mittel der Augenpflege.
Die Haut um die Augen ist die dünnste und empfindlichste im Gesicht. Die Wahl zwischen Creme und Serum hängt davon ab, welches Problem im Vordergrund steht. Ein Serum mit Koffein (1–3 %) wirkt gezielt gegen morgendliche Tränensäcke und durch Blutgefäße verursachte Augenringe. Eine Creme mit Signalpeptiden und niedrig dosiertem Retinol (0,025–0,05 %) bekämpft Falten. Ein Pflegeprodukt mit Hyaluronsäure und Ceramiden spendet Feuchtigkeit und stellt die Lipidbarriere wieder her. Die goldene Regel: Eine haselnussgroße Menge des Produkts reicht aus, die durch sanftes Einklopfen aufgetragen wird – niemals auf der Haut um die Augen reiben.
Dichtere Wimpern lassen sich durch nährstoffreiche Pflegeprodukte erzielen, die gezielt auf die Wimpernzwiebel wirken: Biotin (Cofaktor von Keratin), Rizinus (filmbildende Ricinolsäure, die die Haarfollikel stimuliert), Peptide aus hydrolysiertem Keratin (mechanischer Schutz) sowie Argan- oder Süßmandelöl (Lipidversorgung). Seren mit dem Peptid Myristoyl Pentapeptide-17 verlängern die Wimpern laut klinischen Studien innerhalb von 8 bis 12 Wochen. Das Serum muss präzise am Wimpernansatz aufgetragen werden, ohne die Augenschleimhaut zu berühren.
Sorgfältig entferntes Augen-Make-up schadet der Augengesundheit nicht – erst die Vernachlässigung der Make-up-Entfernung führt zu Komplikationen. Eyeliner an der Wasserlinie verstopfen die Meibom-Drüsen und begünstigen die Entstehung von Chalazionen. Die Abschminkung muss jeden Abend gründlich erfolgen: Nicht entfernte fetthaltige Mascara-Rückstände schädigen den Tränenfilm und siedeln sich in den Wimpernfollikeln an. Ein augenverträgliches Mizellenwasser, angereichert mit Allantoin (wundheilend und beruhigend), eignet sich besonders für gereizte Augen oder Kontaktlinsenträger.