Die Dicke und Dichte dickerer Wimpern sind das Ergebnis zweier unterschiedlicher biologischer Parameter. Der Durchmesser der Wimpernfaser (durchschnittlich 10 bis 20 µm) wird durch die Anzahl der Keratinozyten in der Matrix der Haarzwiebel bestimmt – je höher diese ist, desto dicker ist die Faser. Die Dichte (100 bis 150 Wimpern pro Zentimeter des Augenlidrandes) hängt von der Anzahl der aktiven Follikel und deren Widerstandsfähigkeit gegen Miniaturisierung ab. Diese beiden Faktoren sind genetisch vorbestimmt, werden jedoch durch die Ernährung, die Durchblutung der Follikel und die Qualität der Keratinisierung beeinflusst. Eine fortschreitende Miniaturisierung (bedingt durch DHT, Mangelzustände oder Alterung) verringert beide gleichzeitig.
Zwei Mikronährstoffe, deren Rolle für die Wimpern wissenschaftlich belegt ist. Selen ist ein Cofaktor der follikulären Glutathionperoxidase (GPx) – einem antioxidativen Enzym, das die Haarzwiebeln vor freien Radikalen schützt, die durch Umweltstress entstehen. Ein Mangel daran führt zu einer Schwächung der Follikel und zu verstärktem Haarausfall, was in mehreren epidemiologischen Studien belegt wurde. Taurin (200 bis 500 mg/Tag) schützt die follikulären Keratinozyten vor osmotischem Stress durch seine Funktion als intrazellulärer Osmoprotektor – es erhält den Ionengradienten aufrecht, der die für die Anagenphase charakteristische schnelle Zellteilung in der Matrix unterstützt.
Die Proanthocyanidine aus Traubentrester (Extrakt mit 95 % OPC-Gehalt) stärken die perifollikuläre Mikrozirkulation, indem sie die Proteinkinase C hemmen und die Kapillardurchlässigkeit verbessern. Sie reduzieren die perifollikulären Mikrohämatome, die die Follikel komprimieren und die Anagenphase verkürzen. Eine japanische Studie (Takahashi, 1998) an mit OPC angereicherten Modellen zeigt eine signifikante Steigerung des Haarwachstums. Ihre Synergie mit Vitamin C verstärkt die gefäßschützende Wirkung.
Ceramide sind in der Wimpernpflege noch wenig bekannt, spielen jedoch eine wesentliche strukturelle Rolle in der Wimperncuticula – der äußeren Schicht, die für Glanz und mechanische Festigkeit verantwortlich ist. Ein Ceramidmangel (durch wiederholtes Abschminken, UV-Strahlung, chemische Substanzen) führt zu einer Ablösung der Kutikula-Schuppen, erhöhter Porosität und vorzeitigem Bruch. Wimpernseren mit Ceramiden regenerieren diese Cuticula und reduzieren die Porosität, wodurch die Wimpern wieder an sichtbarer Dicke und Glanz gewinnen – bei einer Konzentration von 0,01–0,1 % sind sie auf den Schleimhäuten der Augenlider verträglich.
Hydrolysierte pflanzliche Proteine (Weizenkeratin, Seidenproteine) liefern Aminosäuren (Methionin, Cystein, Lysin), die für die Keratinsynthese in den Wimpernzwiebeln direkt bioverfügbar sind. Bei topischer Anwendung ermöglicht ihr geringes Molekulargewicht das Eindringen in die Haarfaser und die Reparatur beschädigter Disulfidbrücken. Omega-6-Fettsäuren (GLA, 1 bis 2 g/Tag über Nachtkerzen- oder Borretschöl) verbessern die Membranflüssigkeit der Matrixkeratinozyten und unterstützen die schnelle Zellteilung in der aktiven Anagenphase.
Ergänzend zu den nährstoffreichen Wirkstoffen, die über einen Zeitraum von 6 bis 12 Wochen wirken, sorgt eine volumengebende Mascara für eine sofortige optische Verdichtung. Formeln auf Basis von dichten Wachsen (Carnaubawachs, Bienenwachs) lagern sich auf der Wimpernfaser ab und vergrößern deren scheinbaren Durchmesser. Der Mascara-Primer (eine vor der farbigen Mascara aufgetragene Volumenbasis) füllt jede Wimper mit leichten Fasern auf und erhöht das sichtbare Volumen bereits beim ersten Auftragen um 30 bis 50 %. Die kugelförmige Bürste mit dicht stehenden Borsten ist am effektivsten für das Gesamtvolumen – sie ist der konischen Bürste vorzuziehen, die eher die Verlängerung fördert. Die „Longcils Boncza Vitry“ (Cake-Mascara) ist die am längsten dokumentierte Formel für natürliches Wimpernvolumen.