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Wie lassen sich Windpocken bei Kindern lindern?

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Wie lässt sich der Juckreiz bei Windpocken lindern?

Windpocken verlaufen in drei Phasen – rote Papel → Bläschen (mit ansteckender Flüssigkeit gefüllte Blase) → Kruste – wobei in jeder Phase starker Juckreiz auftritt. Die Linderung dieses Juckreizes ist unerlässlich, um ein Kratzen zu vermeiden, das zu sekundären bakteriellen Infektionen und Narbenbildung führen kann. Windpocken sind eine Viruserkrankung: Das Varizella-Zoster-Virus (VZV) bleibt in den sensorischen Ganglien latent und kann im Erwachsenenalter in Form von Gürtelrose reaktiviert werden. Jedes Anzeichen einer Sekundärinfektion (zunehmende Rötung, Eiter, anhaltendes Fieber > 4 Tage, Atembeschwerden) erfordert eine dringende ärztliche Untersuchung.

  • Dauer und typischer Verlauf: Inkubationszeit 10–21 Tage nach Kontakt – Prodromalsymptome 1–2 Tage (leichtes Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen) – Hautausschlag in 3–5 aufeinanderfolgenden Wellen über 3–5 Tage (charakteristisch: Läsionen in allen Stadien gleichzeitig) – vollständige Verkrustung nach 7–10 Tagen – Ansteckungsgefahr ab 2 Tage vor dem Hautausschlag bis zum Abklingen aller Krusten
  • Kratzen: größter Feind der Heilung: Durch das Kratzen platzen die Bläschen auf → Freisetzung von Virusflüssigkeit + Eintrittsweg für Bakterien (Staphylococcus aureus, Streptococcus A) → Impetigo, tiefe Hautinfektionen — bei Kindern: Nägel kurz schneiden + nachts Fäustlinge tragen — das Kratzen ist zudem für 60–70 % der Narben nach Windpocken verantwortlich (fibröse Vertiefungen)
  • Zu beobachtende Hautkomplikationen: bakterielle Sekundärinfektion (Schmerzen + zunehmende Rötung + Überwärmung + Eiter → dringende ärztliche Konsultation) — nekrotisierende Fasziitis (Streptokokken A — selten, aber chirurgischer Notfall) — hämorrhagische Windpocken bei immunsupprimierten Patienten
  • Risikogruppen mit erhöhtem Komplikationsrisiko: Säuglinge < 3 Monate – nicht immunisierte Erwachsene (Windpocken verlaufen 25-mal schwerer als bei Kindern) – Schwangere (Risiko für den Fötus: kongenitales Windpocken-Syndrom bei T1–T2, schwere neonatale Windpocken bei kurz vor der Entbindung) — immungeschwächte Personen (HIV, Chemotherapie, langfristige Kortikosteroidbehandlung) → ärztliche Konsultation bereits bei den ersten Anzeichen in diesen Situationen
  • Prävention: VZV-Impfung (Varivax, Varilrix) – in Frankreich empfohlen für Kinder ohne Windpockenanamnese im Alter von 12 bis 24 Monaten (2 Dosen) – für seronegative Erwachsene und Angehörige der Gesundheitsberufe – 2 Dosen im Abstand von 4–8 Wochen

Topische Behandlungen zur Linderung der Windpockenbläschen

  • Calamine: Lotion auf Basis von Zinkoxid und Eisen(III)-oxid — juckstillende + adstringierende + leicht austrocknende Wirkung auf die Bläschen — 2–4 Mal täglich dünn auf jeden Bläschen auftragen — nicht auf Schleimhäute oder in die Augen auftragen — rezeptfrei erhältlich, bereits bei Säuglingen gut verträglich
  • Kolloidaler Hafer (Rhéalba-Hafer): Avenanthramide + Polysaccharide — nachgewiesene beruhigende, entzündungshemmende und juckreizstillende Eigenschaften — Bad mit kolloidalem Hafer: 1–2 Beutel in lauwarmem Wasser (30–35 °C, nicht heiß) 10–15 Min., 1–2 Mal täglich – lauwarmes, nicht heißes Wasser ist unerlässlich (Hitze verschlimmert den Juckreiz durch Erweiterung der Hautgefäße) – nach dem Bad sanft abtupfen, nicht reiben
  • Orale Antihistaminika (auf ärztliche Anordnung): Hydroxyzin (Atarax) oder Diphenhydramin – lindern den Juckreiz und fördern den Schlaf (vorteilhaft, da der Juckreiz nachts stärker ist) – nur bei sehr starkem Juckreiz und bei Kleinkindern auf ärztliche Verschreibung
  • Was zu vermeiden ist: Aspirin und NSAR (Risiko eines potenziell tödlichen Reye-Syndroms bei fieberkranken Kindern mit Windpocken — absolute Kontraindikation) — Talkum (Inhalationsrisiko bei Säuglingen) — fettige und okklusive Cremes auf den Bläschen (verlängern die Mazeration und begünstigen Sekundärinfektionen) — heiße Bäder (Gefäßerweiterung → verstärkter Juckreiz)
  • Antivirale Behandlung (Aciclovir): nur bei schweren Verläufen, bei Erwachsenen und bei Risikopatienten — verkürzt die Dauer und mildert den Schweregrad, wenn die Behandlung innerhalb von 24 Stunden nach Ausbruch der Hautausschläge begonnen wird — ärztliche Verschreibung erforderlich — bei gesunden, immunkompetenten Kindern routinemäßig nicht angezeigt

Unterstützung des Immunsystems und Ernährung während der Windpocken

  • Flüssigkeitszufuhr: unerlässlich für die Genesung — 1,5–2 l Wasser/Tag bei Erwachsenen, bei Kindern je nach Alter — die Mundschleimhäute können betroffen sein (aphtös) → weiche, kalte und wenig saure Speisen bevorzugen (Joghurt, Kompott, Eiscreme ohne Farbstoffe) — saure oder scharfe Speisen vermeiden, die die Mundschleimhäute reizen
  • Vitamin C (Acerola): unterstützt den Wiederaufbau des Hautkollagens und die Synthese der Hautmatrix während der Wundheilung — antioxidative Eigenschaften zum Schutz der Hautzellen — 500 mg/Tag für Erwachsene während der akuten Phase – besuchen Sie unsere entsprechende Seite
  • Zink: Cofaktor für die Hautwundheilung und die antivirale Immunität – Mangel → verlangsamte Wundheilung – 10–15 mg/Tag bei Erwachsenen – Zinkpyrithion-Creme kann ebenfalls dazu beitragen, oberflächlich sekundär infizierte Bläschen auszutrocknen
  • Wundheilungsfördernde Ernährung: hochwertiges Eiweiß (Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte – essentielle Aminosäuren für die Kollagensynthese) – Kieselsäure (Schachtelhalm, Brennnessel – Unterstützung des Hautgewebes) – Zink (Ölsaaten, Meeresfrüchte) – raffinierten Zucker und Alkohol vermeiden (entzündungsfördernd und immunsuppressiv)
  • Narbenvorbeugung: Krusten nicht abreißen (abwarten, bis sie von selbst abfallen) – die Narbenbereiche 6–12 Monate lang vor Sonneneinstrahlung schützen (Risiko einer postinflammatorischen Hyperpigmentierung) — Hagebutten- oder Ringelblumenöl auf die Narben auftragen, sobald die Krusten abgefallen sind — entdecken Sie unsere Produkte für empfindliche Haut

Vorbeugung, Ansteckungsgefahr und Stärkung des Immunsystems nach einer Windpockeninfektion

  • Isolationsmaßnahmen: Zu Hause bleiben, bis alle Krusten vollständig abgefallen sind (in der Regel 7–10 Tage nach Beginn des Ausschlags) — jeglichen Kontakt mit nicht immunisierten Schwangeren, Säuglinge unter 3 Monaten und immungeschwächte Personen — das Zimmer der erkrankten Person regelmäßig lüften
  • Händehygiene: Waschen Sie sich nach jedem Kontakt mit den Bläschen oder deren Sekreten die Hände – teilen Sie keine Handtücher, Kleidung oder Besteck nicht gemeinsam nutzen — Wäsche bei 60 °C waschen — Ozon und 70-prozentiger Alkohol inaktivieren das VZV-Virus auf Oberflächen
  • Unterstützung des Immunsystems nach Windpocken: Windpocken schwächen das Immunsystem vorübergehend (vorübergehende Immunsuppression von 4–6 Wochen) – Einnahme von Vitamin D3 + Zink + Vitamin C während der Genesung – Echinacea als Kurzzeitkur nach der Genesung (nicht während der akuten Phase) — besuchen Sie unsere Seite zum Thema Immunabwehr
  • Gürtelrose nach Windpocken: Das VZV bleibt nach den Windpocken latent in den sensorischen Ganglien — es reaktiviert sich in Form einer Gürtelrose bei geschwächtem Immunsystem (Stress, Alter, Immunsuppression) — gekennzeichnet durch schmerzhafte, einseitig in Bändern verlaufende Bläschen + neuropathische Schmerzen — frühzeitige antivirale Behandlung (Aciclovir, Valaciclovir) — Shingles-Impfung ab 65 Jahren empfohlen (Shingrix)
  • Alarmsymptome, die eine dringende ärztliche Konsultation erfordern: Fieber > 38,5 °C, das länger als 4 Tage anhält — Bläschen, die schmerzhaft, rot, geschwollen oder eitrig geworden sind — Atembeschwerden oder Brustschmerzen — Nackensteifigkeit oder starke Kopfschmerzen — Augenbefall (Bläschen auf der Hornhaut) — bei nicht immunisierten Schwangeren bereits beim geringsten Kontakt: möglicherweise notfallmäßige Verabreichung von Immunglobulinen