Warum verfärben sich Zähne und welche Arten von Verfärbungen gibt es?
Zahnverfärbungen entstehen durch zwei unterschiedliche Mechanismen, die nicht mit denselben Behandlungsmethoden behoben werden können. Extrinsische (oberflächliche) Verfärbungen werden durch Farbstoffe in Lebensmitteln (Kaffee, Tee, Rotwein, Beeren), Tabak (Nikotin + Teer) und einer Ansammlung von nicht entferntem Zahnbelag – sie lassen sich mechanisch durch Polieren oder mit sanften Schleifmitteln entfernen. Intrinsische Verfärbungen (im Zahnschmelz oder Dentin) entstehen durch Alterung (Ausdünnung des Zahnschmelzes, wodurch das darunterliegende gelbe Dentin sichtbar wird), von Medikamenten (Tetracycline in der Kindheit), Fluorose oder einem Trauma – sie erfordern ein oxidierendes Bleichmittel. Produkte für weiße Zähne und ein strahlendes Lächeln sind im Shop erhältlich.
- Verfärbende Lebensmittel und Getränke: Kaffee, schwarzer Tee, Rotwein (Tannine + Chromogene lagern sich am Zahnschmelz ab) – Beeren (Heidelbeeren, Brombeeren – Anthocyan-Pigmente) – Limonaden und farbige Getränke – Tomatensoßen, Curry, Rote Bete – nach Möglichkeit mit einem Strohhalm trinken, um den Kontakt mit den Gaumenflächen zu begrenzen
- Tabak: tiefe braune oder gelbe Verfärbungen (Nikotin und Teer dringen in die Mikrorisse des Zahnschmelzes ein) – lassen sich durch eine Zahnaufhellung beseitigen, treten jedoch schnell wieder auf, wenn weiterhin geraucht wird – der Verzicht auf das Rauchen ist die einzige dauerhafte Maßnahme
- Natürliche Alterung: Der Zahnschmelz wird mit zunehmendem Alter allmählich dünner (Abnutzung + Säureerosion) — das darunterliegende Dentin, das von Natur aus gelber ist, wird durch die Durchsichtigkeit sichtbar — diese Art der Verfärbung spricht gut auf eine Aufhellung mit Peroxid an
- Medikamente und Fluorose: Tetracycline (graue/braune Streifen im Dentin – Bleaching wenig wirksam) – Fluorose (je nach Schweregrad weiße oder braune Flecken) – oft sind spezielle Behandlungen (Mikroabrasion, Veneers) erforderlich
Wie funktioniert die Zahnaufhellung und welche Möglichkeiten gibt es?
Bei der Zahnaufhellung kommen Oxidationsmittel zum Einsatz – Wasserstoffperoxid (H₂O₂) oder Carbamidperoxid (das vor Ort H₂O₂ freisetzt) —, die in den Zahnschmelz eindringen und die chromophoren Moleküle (die für die Verfärbungen verantwortlich sind) zu farblosen Molekülen oxidieren. Zahnschmelz und Dentin werden heller, ohne „abgetragen“ zu werden – die mineralischen Strukturen werden bei korrekter Anwendung des Produkts nicht beeinträchtigt. Das Peroxid öffnet vorübergehend die Dentintubuli, was die häufig auftretende vorübergehende Zahnempfindlichkeit erklärt.
- Professionelle Zahnaufhellung in der Praxis: H₂O₂-Konzentrationen von 25 bis 40 % – maximale Wirksamkeit in 1 bis 2 Sitzungen – sofortige und langanhaltende Ergebnisse (1 bis 3 Jahre) – Schutz des Zahnfleisches durch einen Kofferdam – angezeigt bei ausgeprägten intrinsischen Verfärbungen
- Maßgefertigte Schienen (Home-Bleaching): Carbamidperoxid 10–22 % (setzt langsam 3–7 % H₂O₂ frei) — nächtliches Tragen über 2 bis 6 Wochen — vom Zahnarzt anhand eines Abdrucks angefertigte Schienen — Ergebnisse vergleichbar mit der Behandlung in der Praxis nach 2 bis 4 Wochen — geringere Kosten — bessere Kontrolle der Empfindlichkeit durch Abstände zwischen den Sitzungen
- Frei verkäufliche Produkte: Bleaching-Streifen (H₂O₂ 3–6 %) — Zahnpasten zur Zahnaufhellung (RDA-Abrasivmittel ± schwache chemische Oxidationsmittel) — LED-Sets + Gel (Gel mit geringem H₂O₂-Gehalt + blaues Licht — mäßige Wirksamkeit) — weniger ausgeprägte Ergebnisse als in der Praxis, aber leicht zugänglich
- Kontraindikationen: Schwangerschaft und Stillzeit — Milchzähne (dürfen niemals aufgehellt werden) — aktive Gingivitis oder Parodontitis (muss vorher behandelt werden) — unbehandelte Karies — Kronen, Brücken und Veneers (lassen sich nicht aufhellen) – Zähne mit starker Empfindlichkeit – vor jeder Behandlung den Zahnarzt um Rat fragen
Natürliche Alternativen, Dauer der Ergebnisse und Pflege
Es gibt mehrere natürliche Alternativen zur chemischen Zahnaufhellung mit unterschiedlichen Wirkmechanismen und Wirkungsgraden. Natron (beim sanften Zähneputzen, nicht täglich) ist ein mildes Schleifmittel, das oberflächliche extrinsische Verfärbungen wirksam entfernt — sein RDA-Wert ist niedrig (7) und somit für den Zahnschmelz wenig abrasiv — wirksam bei Kaffee- und Teeverfärbungen, unwirksam bei intrinsischen Verfärbungen. Ölziehen mit Kokosöl (jeden Morgen 10 bis 15 Minuten) reduziert die Bakterienlast und den verfärbten Zahnbelag durch Adsorption – mit mäßiger aufhellender Wirkung, aber ergänzender Wirkung für die Mundgesundheit. Knackiges Obst (Apfel, Möhre) sorgt für eine sanfte mechanische Reibung am Zahnschmelz und regt gleichzeitig den Speichelfluss an.
- Dauer der Aufhellungsergebnisse: 6 Monate bis 3 Jahre, je nach Art der Behandlung und Lebensgewohnheiten – Kaffee, Tee, Rotwein, Tabak und mangelnde Mundhygiene beschleunigen den Rückfall – gründliches Zähneputzen zweimal täglich + Vermeidung von verfärbenden Lebensmitteln innerhalb von 48 Stunden nach der Aufhellung verlängern die Ergebnisse
- Umgang mit Empfindlichkeit nach der Zahnaufhellung: Verwenden Sie in den Tagen vor und nach der Behandlung eine Zahnpasta mit 5 % Kaliumnitrat – verlängern Sie die Abstände zwischen den Sitzungen bei Empfindlichkeit – Fluoridgele nach der Zahnaufhellung (in den Schienen aufgetragen) beschleunigen die Remineralisierung und reduzieren die Empfindlichkeit – siehe Seite „Zahnschmelz stärken“
- Pflege zu Hause: milde Zahnweiß-Zahnpasta (RDA-Abriebwert 50–80 – nicht > 100 auf dem Zahnschmelz nach der Zahnaufhellung) – verfärbende Getränke mit einem Strohhalm trinken – sofort nach dem Genuss von Kaffee oder Rotwein mit Wasser spülen – gründliche Mundhygiene, um verfärbten Zahnbelag zu begrenzen