Eine ausgewogene vegetarische Ernährung geht mit einer deutlichen Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Adipositas und bestimmte Formen von Darmkrebs einher. Diese Ernährungsweise ist reich an Ballaststoffen, Antioxidantien und Phytonährstoffen, fördert eine vielfältige Darmflora, verbessert die Insulinsensitivität und trägt zur Aufrechterhaltung eines stabilen Gewichts bei. Epidemiologische Studien zeigen, dass Vegetarier im Durchschnitt einen niedrigeren Body-Mass-Index (BMI) und einen niedrigeren Blutdruck aufweisen als Allesesser. Die positiven Auswirkungen sind umso ausgeprägter, je abwechslungsreicher die Ernährung ist und je mehr sie eine breite Palette an Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Obst, Gemüse, Ölsaaten und Samen umfasst sowie die Falle der stark verarbeiteten vegetarischen Lebensmittel vermeidet, die reich an Salz und gesättigten Fetten sind.
Bei einer nicht sorgfältig geplanten Ernährung können mehrere Mikronährstoffe fehlen:
Pflanzliche Proteine sind an sich nicht unvollständig, aber einigen fehlen eine oder mehrere essentielle Aminosäuren. Die klassische Strategie besteht darin, im Laufe des Tages (nicht unbedingt in derselben Mahlzeit) Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen) und Getreide (Reis, Weizen, Hafer) zu kombinieren, die sich gegenseitig ergänzen. Tofu, Tempeh und Edamame weisen Aminosäureprofile auf, die mit denen tierischer Proteine vergleichbar sind, und werden vom Verdauungssystem besonders gut vertragen. Vegetarische Sportler decken ihren Bedarf (1,4 bis 2 g/kg/Tag) ab, indem sie auf den Proteingehalt jeder Mahlzeit achten und die Zufuhr über den gesamten Tag verteilen, anstatt das Protein in einer einzigen Mahlzeit zu konzentrieren.
Die großen Ernährungsorganisationen (Akademie für Ernährung und Diätetik, WHO) erkennen an, dass gut geplante vegetarische Ernährungsweisen für alle Lebensphasen geeignet sind, auch für Kinder und Jugendliche. Der spezifische Bedarf während des Wachstums (Eisen, Kalzium, Zink, Vitamin B12) erfordert eine regelmäßige Ernährungsberatung und regelmäßige Blutuntersuchungen. Bei Sportlern wird die Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt, sofern der gesamte Energiebedarf gedeckt und die Zufuhr von Proteinen, Kreatin (das in pflanzlichen Lebensmitteln von Natur aus nicht vorkommt) und Eisen optimiert wird. Zahlreiche Spitzensportler ernähren sich erfolgreich vegetarisch in so unterschiedlichen Disziplinen wie Leichtathletik, Radsport und Kraftsport.
Der Vegetarismus deckt ein breites Spektrum ab:
Je restriktiver die Ernährungsweise ist, desto wichtiger ist die regelmäßige Kontrolle der Blutwerte (B12, Zink, Kalzium, Eisen).
Ein schrittweiser Übergang verringert Widerstände und ermöglicht es der Darmflora, sich anzupassen: