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Schnuller für Säuglinge: Beruhigung und Wohlgefühl von Geburt an

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Welche Vorteile hat der Schnuller für Säuglinge?

Der Schnuller für Säuglinge erfüllt ein grundlegendes physiologisches Bedürfnis: das nicht-ernährungsbezogene Saugen. Über die Nahrungsaufnahme hinaus zeigt der Säugling ein natürliches Saugbedürfnis, das Trost, Beruhigung und ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt. Dieses Saugen aktiviert Entspannungsmechanismen und fördert das Einschlafen.

Die dokumentierten Vorteile sind vielfältig: Beruhigung beim Weinen, Hilfe beim Einschlafen, Linderung kleinerer Beschwerden, Sicherheitsgefühl in ungewohnten Situationen. Mehrere Studien haben zudem eine schützende Wirkung des Schnullers beim Einschlafen gegen den plötzlichen Kindstod belegt, weshalb dessen Verwendung in die Präventionsempfehlungen aufgenommen wurde.

Der Schnuller wird jedoch niemals aufgezwungen: Manche Babys lehnen ihn ab und finden Trost auf andere Weise (Daumen, Kuscheltier ab dem 6. Lebensmonat, Tragen). Für Säuglinge und bei Säuglingskoliken im Allgemeinen gibt es ergänzende Hilfsmittel.

Wie wählt man den richtigen Schnuller aus?

Mehrere Kriterien helfen bei der Auswahl eines geeigneten Schnullers:

  • Form des Saugers: anatomisch, kieferorthopädisch oder physiognomisch, was für die Mund- und Zahnentwicklung vorteilhaft ist
  • Größe je nach Alter: 0–6 Monate, 6–18 Monate, ab 18 Monaten
  • Material: Silikon oder Naturlatex, je nach Vorlieben und Verträglichkeit
  • Rand: breit genug, um ein Verschlucken zu verhindern, mit Belüftungslöchern
  • Ergonomischer Ring, der dem Baby das Greifen und den Eltern das Herausnehmen erleichtert
  • Europäische Norm EN 1400 und CE-Kennzeichnung obligatorisch
  • Materialien frei von BPA, Phthalaten, BPS und PVC
  • Anerkannte Marke, erhältlich in Apotheken und Drogerien

Oftmals ist es notwendig, mehrere Modelle auszuprobieren, bevor man das findet, das das Baby akzeptiert. Die geeignete Form und das geeignete Material variieren je nach individuellen Vorlieben: Manche Babys akzeptieren Silikon sofort, andere bevorzugen die Geschmeidigkeit von Naturlatex. Für das Aufstoßen im Allgemeinen gibt es spezielle Hilfsmittel.

Silikon oder Latex: Welche Wahl?

Silikon ist heute das am weitesten verbreitete Material: transparent, geruchsneutral, hypoallergen, widerstandsfähig, leicht zu reinigen und zu sterilisieren. Es hat eine längere Lebensdauer als Latex und eignet sich besonders gut für empfindliche Babys oder Familien, die ein standardisiertes Produkt bevorzugen. Es fühlt sich etwas fester an.

Naturlatex (Kautschuk) ist geschmeidiger und fühlt sich wärmer an; er wird von Babys oft wegen seiner Weichheit bevorzugt, die der der Mutterbrust ähnelt. Er verformt sich jedoch leichter, nutzt sich schneller ab (Vergilbung, Elastizitätsverlust) und ist empfindlich gegenüber Hitze und Licht. Er ist bei bekannter oder vermuteter Latexallergie kontraindiziert (selten bei Säuglingen, aber möglich).

Kein Material ist grundsätzlich besser als das andere: Die Wahl richtet sich nach der Akzeptanz durch das Baby und den Vorlieben der Familie. Der Wechsel zwischen mehreren identischen Schnullern aus Silikon erleichtert in der Regel die Pflege.

Wann sollte man dem Baby den Schnuller geben?

Die meisten Kinderärzte und Stillberaterinnen empfehlen, den Schnuller erst einzuführen, wenndas Stillen gut etabliert ist, in der Regel nach 3 bis 6 Lebenswochen. Diese Vorsichtsmaßnahme verringert das Risiko einer Brust-Schnuller-Verwechslung bei gestillten Babys, die nach dem Saugen an einem Schnuller möglicherweise eine ungeeignete Saugtechnik an der Brust entwickeln könnten.

Bei Flaschenkindern kann der Schnuller früher eingeführt werden, ohne dass dies besondere Nachteile mit sich bringt. Das Bedürfnis nach nicht-ernährungsbedingtem Saugen zeigt sich bereits in den ersten Wochen durch Saugbewegungen in die Leere oder durch die Suche nach der Brust außerhalb der Stillmahlzeiten. Fürdas Stillen und für das „gefräßige“ Baby im Allgemeinen gibt es spezielle Hilfsmittel.

Die Einführung erfolgt in einem ruhigen Moment, idealerweise vor dem Schlafengehen, wenn das Baby entspannt, aber schläfrig ist. Wenn der Schnuller von Anfang an abgelehnt wird, sollte man nicht darauf bestehen: Es reicht aus, es einige Tage später erneut zu versuchen, eventuell mit einem anderen Modell.

Und wie sieht es mit dem Zahnen des Babys aus?

Die maßvolle und zeitlich begrenzte Verwendung des Schnullers beeinträchtigt das Gebiss des Säuglings nicht wesentlich. Das kieferorthopädische Risiko tritt vor allem bei einer längeren Nutzung über 2–3 Jahre hinaus auf: offener Biss (die Schneidezähne berühren sich nicht mehr), hoher Gaumen (in der Höhe vertieft), Zahnüberlappungen, verzögerte Sprachentwicklung und gestörte Artikulation von Lauten.

Die Wahl eines physiognomisch oder kieferorthopädisch geformten Schnullers begrenzt die Auswirkungen im Vergleich zu klassischen runden Schnullern. Die Nutzungsdauer bleibt der entscheidende Faktor: Je länger und intensiver die Nutzung, desto größer das Risiko. Ein Termin beim Kinderzahnarzt im Alter von etwa 2–3 Jahren ermöglicht es, mögliche Auswirkungen zu beurteilen und den Zeitplan für den Verzicht individuell anzupassen. Für gereiztes Zahnfleisch im Allgemeinen gibt es spezielle Hilfsmittel.

Wie pflegt man es im Alltag?

Eine einwandfreie Hygiene ist entscheidend für die Gesundheit des Kindes:

  • ObligatorischeErststerilisation vor dem ersten Gebrauch (5 Minuten in kochendem Wasser oder im Sterilisator)
  • Tägliches Waschen mit warmem Seifenwasser, sorgfältiges Abspülen mit klarem Wasser
  • Regelmäßige Sterilisation bei Neugeborenen und systematisch nach jeder Infektionskrankheit
  • Überprüfung vor jedem Gebrauch: Unversehrtheit des Saugers, keine Risse, erhaltene Elastizität
  • Regelmäßiger Austausch alle 4 bis 8 Wochen oder sofort bei Abnutzung
  • Keine Reinigung mit dem Mund eines Erwachsenen (Übertragung kariogener Bakterien)
  • Keine zuckerhaltigen Produkte auf dem Sauger (Honig, Sirup, Zucker): Kariesrisiko und Säuglingsbotulismus bei Honig
  • Aufbewahrung in einer sauberen, trockenen und lichtgeschützten Transportbox

Mehrere identische Schnuller im Wechsel zu verwenden, erleichtert die Pflege und verringert das Risiko von Brüchen. Für Säuglingsnahrung im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.

Schnuller in der Nacht: Ist das sicher?

Die nächtliche Verwendung des Schnullers gilt nach aktuellen Empfehlungen als sicher und sogar vorteilhaft. Mehrere Studien haben eine schützende Wirkung des Schnullers beim Einschlafen gegen den plötzlichen Kindstod belegt, weshalb er heute zu den Präventionsmaßnahmen zählt.

Dennoch sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Keine Schnüre, Ketten oder Bänder um den Hals während der Nacht: ernsthafte Strangulationsgefahr
  • Schlafen in Rückenlage gemäß den Empfehlungen zur Prävention des plötzlichen Kindstods
  • Separates Bett im Elternschlafzimmer in den ersten sechs Monaten
  • Keine Kuscheltiere oder dicken Decken im Bett
  • Der Zustand des Schnullers sollte regelmäßig überprüft werden
  • Mehrere identische Schnuller im Bett bereitliegen, damit sie im Falle eines Herunterfallens leicht wiedergefunden werden können

Für den Schlaf des Kindes im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.

Wann und wie sollte man den Schnuller absetzen?

Laut Kinderzahnärzten wird eine schrittweise Entwöhnung spätestens im Alter zwischen 2 und 4 Jahren empfohlen, um Risiken im Mund- und Zahnbereich zu minimieren und eine harmonische Sprachentwicklung zu fördern. Danach können mögliche Folgen sein: offener Biss, spitz zulaufender Gaumen, verzögerte Sprachentwicklung, gestörte Artikulation und wiederkehrende Mittelohrentzündungen.

Verschiedene Strategien zur schrittweisen Entwöhnung erleichtern den Übergang:

  • Zunächst auf das Einschlafen beschränken, dann nur noch auf Mittagsschläfchen, anschließend vollständiger Verzicht
  • Das Kind durch symbolische Rituale in den Prozess einbeziehen (Abschiedszeremonie, Tausch gegen ein Geschenk, „Versendung der Schnuller an die Schnullerfee“)
  • Einen beruhigenden Ersatzgegenstand anbieten: Kuscheltier, Plüschtier, kleines Tuch
  • Alternative Beruhigungsmethoden fördern: Kuscheln, Wiegenlied, Vorlesen, beruhigende Anwesenheit
  • Feiern Sie die ohne Schnuller gemeisterten Etappen mit kleinen Belohnungen
  • Vermeiden Sie brutale Methoden (plötzlicher Entzug, Bitterstoffe), die Ängste auslösen und zu Kompensationsverhalten durch andere Gewohnheiten (Daumenlutschen) führen können

Ein Termin beim Kinderzahnarzt im Alter von etwa 2–3 Jahren ermöglicht es, mögliche Auswirkungen auf die Mundgesundheit zu beurteilen und den Zeitplan für den Entwöhnungsprozess individuell anzupassen. Ihr Apotheker ist neben der regelmäßigen pädiatrischen Betreuung ein wertvoller Ansprechpartner, der Sie bei diesen verschiedenen Schritten begleitet.