Der Schnuller für Säuglinge erfüllt ein grundlegendes physiologisches Bedürfnis: das nicht-ernährungsbezogene Saugen. Über die Nahrungsaufnahme hinaus zeigt der Säugling ein natürliches Saugbedürfnis, das Trost, Beruhigung und ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt. Dieses Saugen aktiviert Entspannungsmechanismen und fördert das Einschlafen.
Die dokumentierten Vorteile sind vielfältig: Beruhigung beim Weinen, Hilfe beim Einschlafen, Linderung kleinerer Beschwerden, Sicherheitsgefühl in ungewohnten Situationen. Mehrere Studien haben zudem eine schützende Wirkung des Schnullers beim Einschlafen gegen den plötzlichen Kindstod belegt, weshalb dessen Verwendung in die Präventionsempfehlungen aufgenommen wurde.
Der Schnuller wird jedoch niemals aufgezwungen: Manche Babys lehnen ihn ab und finden Trost auf andere Weise (Daumen, Kuscheltier ab dem 6. Lebensmonat, Tragen). Für Säuglinge und bei Säuglingskoliken im Allgemeinen gibt es ergänzende Hilfsmittel.
Mehrere Kriterien helfen bei der Auswahl eines geeigneten Schnullers:
Oftmals ist es notwendig, mehrere Modelle auszuprobieren, bevor man das findet, das das Baby akzeptiert. Die geeignete Form und das geeignete Material variieren je nach individuellen Vorlieben: Manche Babys akzeptieren Silikon sofort, andere bevorzugen die Geschmeidigkeit von Naturlatex. Für das Aufstoßen im Allgemeinen gibt es spezielle Hilfsmittel.
Silikon ist heute das am weitesten verbreitete Material: transparent, geruchsneutral, hypoallergen, widerstandsfähig, leicht zu reinigen und zu sterilisieren. Es hat eine längere Lebensdauer als Latex und eignet sich besonders gut für empfindliche Babys oder Familien, die ein standardisiertes Produkt bevorzugen. Es fühlt sich etwas fester an.
Naturlatex (Kautschuk) ist geschmeidiger und fühlt sich wärmer an; er wird von Babys oft wegen seiner Weichheit bevorzugt, die der der Mutterbrust ähnelt. Er verformt sich jedoch leichter, nutzt sich schneller ab (Vergilbung, Elastizitätsverlust) und ist empfindlich gegenüber Hitze und Licht. Er ist bei bekannter oder vermuteter Latexallergie kontraindiziert (selten bei Säuglingen, aber möglich).
Kein Material ist grundsätzlich besser als das andere: Die Wahl richtet sich nach der Akzeptanz durch das Baby und den Vorlieben der Familie. Der Wechsel zwischen mehreren identischen Schnullern aus Silikon erleichtert in der Regel die Pflege.
Die meisten Kinderärzte und Stillberaterinnen empfehlen, den Schnuller erst einzuführen, wenndas Stillen gut etabliert ist, in der Regel nach 3 bis 6 Lebenswochen. Diese Vorsichtsmaßnahme verringert das Risiko einer Brust-Schnuller-Verwechslung bei gestillten Babys, die nach dem Saugen an einem Schnuller möglicherweise eine ungeeignete Saugtechnik an der Brust entwickeln könnten.
Bei Flaschenkindern kann der Schnuller früher eingeführt werden, ohne dass dies besondere Nachteile mit sich bringt. Das Bedürfnis nach nicht-ernährungsbedingtem Saugen zeigt sich bereits in den ersten Wochen durch Saugbewegungen in die Leere oder durch die Suche nach der Brust außerhalb der Stillmahlzeiten. Fürdas Stillen und für das „gefräßige“ Baby im Allgemeinen gibt es spezielle Hilfsmittel.
Die Einführung erfolgt in einem ruhigen Moment, idealerweise vor dem Schlafengehen, wenn das Baby entspannt, aber schläfrig ist. Wenn der Schnuller von Anfang an abgelehnt wird, sollte man nicht darauf bestehen: Es reicht aus, es einige Tage später erneut zu versuchen, eventuell mit einem anderen Modell.
Die maßvolle und zeitlich begrenzte Verwendung des Schnullers beeinträchtigt das Gebiss des Säuglings nicht wesentlich. Das kieferorthopädische Risiko tritt vor allem bei einer längeren Nutzung über 2–3 Jahre hinaus auf: offener Biss (die Schneidezähne berühren sich nicht mehr), hoher Gaumen (in der Höhe vertieft), Zahnüberlappungen, verzögerte Sprachentwicklung und gestörte Artikulation von Lauten.
Die Wahl eines physiognomisch oder kieferorthopädisch geformten Schnullers begrenzt die Auswirkungen im Vergleich zu klassischen runden Schnullern. Die Nutzungsdauer bleibt der entscheidende Faktor: Je länger und intensiver die Nutzung, desto größer das Risiko. Ein Termin beim Kinderzahnarzt im Alter von etwa 2–3 Jahren ermöglicht es, mögliche Auswirkungen zu beurteilen und den Zeitplan für den Verzicht individuell anzupassen. Für gereiztes Zahnfleisch im Allgemeinen gibt es spezielle Hilfsmittel.
Eine einwandfreie Hygiene ist entscheidend für die Gesundheit des Kindes:
Mehrere identische Schnuller im Wechsel zu verwenden, erleichtert die Pflege und verringert das Risiko von Brüchen. Für Säuglingsnahrung im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.
Die nächtliche Verwendung des Schnullers gilt nach aktuellen Empfehlungen als sicher und sogar vorteilhaft. Mehrere Studien haben eine schützende Wirkung des Schnullers beim Einschlafen gegen den plötzlichen Kindstod belegt, weshalb er heute zu den Präventionsmaßnahmen zählt.
Dennoch sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:
Für den Schlaf des Kindes im Allgemeinen gibt es spezielle Informationsquellen.
Laut Kinderzahnärzten wird eine schrittweise Entwöhnung spätestens im Alter zwischen 2 und 4 Jahren empfohlen, um Risiken im Mund- und Zahnbereich zu minimieren und eine harmonische Sprachentwicklung zu fördern. Danach können mögliche Folgen sein: offener Biss, spitz zulaufender Gaumen, verzögerte Sprachentwicklung, gestörte Artikulation und wiederkehrende Mittelohrentzündungen.
Verschiedene Strategien zur schrittweisen Entwöhnung erleichtern den Übergang:
Ein Termin beim Kinderzahnarzt im Alter von etwa 2–3 Jahren ermöglicht es, mögliche Auswirkungen auf die Mundgesundheit zu beurteilen und den Zeitplan für den Entwöhnungsprozess individuell anzupassen. Ihr Apotheker ist neben der regelmäßigen pädiatrischen Betreuung ein wertvoller Ansprechpartner, der Sie bei diesen verschiedenen Schritten begleitet.