Was ist das Raynaud-Syndrom und wie äußert es sich?
Das Raynaud-Syndrom ist eine vasospastische Erkrankung, die durch Episoden einer übermäßigen Verengung der distalen Arteriolen – vor allem an den Fingern und Zehen, manchmal auch an Nase und Ohren – als Reaktion auf Kälte oder emotionalen Stress gekennzeichnet ist. Die Blutgefäße verengen sich überproportional, wodurch der lokale Blutfluss drastisch reduziert wird. 3 bis 5 % der Gesamtbevölkerung sind davon betroffen, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind. Produkte zur Förderung der Durchblutung finden Sie im Sortiment „Blutzirkulation“ im Shop.
- Charakteristischer dreiphasiger Farbverlauf: weiße Phase (Blässe – Ischämie durch Gefäßverengung) → blaue Phase (Zyanose – venöse Stauung) → rote Phase (Erythem – Reperfusion) – jede Phase kann mit Kribbeln, Taubheitsgefühlen und Schmerzen beim Aufwärmen einhergehen
- Primäre Form (Raynaud-Syndrom): die häufigste Form (80–90 % der Fälle) – funktionelle Gefäßverengung ohne Grunderkrankung – häufig bei jungen Frauen – gutartig, ohne trophische Läsionen – Diagnose durch Ausschlussverfahren
- Sekundäre Form (Raynaud-Syndrom): assoziiert mit einer systemischen Erkrankung (Sklerodermie – häufigste Ursache – Lupus, Sjögren-Syndrom, Dermatomyositis, rheumatoide Arthritis) – Anzeichen, die auf eine sekundäre Form hindeuten (Beginn nach dem 30. Lebensjahr bei Männern, Geschwüre an den Fingern, Asymmetrie, Auffälligkeiten bei der Kapillaroskopie) – erfordert eine rheumatologische Abklärung
- Diagnose: klinisch (Anamnese + Untersuchung) – perinagale Kapillaroskopie (Darstellung der Kapillaren an den Nagelhauträndern – deutet auf die sekundäre Form hin) – Autoimmununtersuchung (ANA, Antizentromere, Anti-Scl70) — durchgeführt vom Rheumatologen oder Angiologen
Welche Auslöser und welche medizinischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Wichtigste Auslöser: Kälte (Umgebungskälte oder lokale Kälte – Umgang mit gefrorenen Lebensmitteln, kaltem Wasser) – plötzliche Temperaturschwankungen – emotionaler Stress und Angstzustände – wiederholte mechanische Vibrationen (Presslufthammer, Kettensäge — berufsbedingtes Raynaud-Syndrom) — Rauchen (starker Vasokonstriktor) — bestimmte Medikamente (nicht kardioselektive Betablocker, vasokonstriktive Abschwellungsmittel, Ergotamin)
- Medikamentöse Behandlungen der schweren sekundären Form (auf ärztliche Verschreibung): Kalziumkanalblocker (Nifedipin, Amlodipin – Standard-Arteriolen-Vasodilatatoren) — ACE-Hemmer (Losartan) — Phosphodiesterase-5-Hemmer (Sildenafil) — intravenöse Prostanoide bei Formen mit Ulzerationen — eine vasodilatierende Behandlung darf niemals ohne ärztlichen Rat geändert oder abgesetzt werden
- Wirksame nichtmedikamentöse Maßnahmen: Wärmeschutz (beheizte Handschuhe, Wollsocken, Thermokleidung in mehreren Schichten) — vor allem Kälte vermeiden (Kühlschrank, Tiefkühlabteilung) — Techniken zur allmählichen Erwärmung (Armbewegungen, Eintauchen in lauwarmes Wasser) — Raucherentwöhnung (Tabac Info Service: 3989) — thermisches Biofeedback (Kontrolle der Hauttemperatur durch Training)
Welche natürlichen Ansätze gibt es zur Unterstützung der Durchblutung beim Raynaud-Syndrom?
Diese Nahrungsergänzungsmittel unterstützen den venösen Kreislauf – sie behandeln das Raynaud-Syndrom nicht und ersetzen keine medikamentösen Vasodilatatoren. Bei sekundärer Form oder laufender Behandlung ist vor jeder Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln eine ärztliche Beratung erforderlich.
- Ginkgo biloba: Flavonoide und Terpenoide – verbessert die periphere Mikrozirkulation und hemmt die Thrombozytenaggregation – mehrere positive klinische Studien beim primären Raynaud-Syndrom — 120 bis 160 mg standardisierter EGb-761-Extrakt pro Tag — Kontraindikation bei Einnahme von Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern
- Omega-3-Fettsäuren EPA-DHA: Verbesserung der Verformbarkeit der roten Blutkörperchen und der Blutflüssigkeit — Verringerung der vasospastischen Hyperreaktivität — 2 bis 3 g/Tag — EFSA-Angabe zur normalen Herzfunktion
- Magnesium: natürlicher Kalziumantagonist — reduziert die Übererregbarkeit der glatten Gefäßmuskelzellen — unterstützt die Thermoregulation und den Stressabbau (Mitschuldiger bei Anfällen) — 300 bis 400 mg/Tag als Bisglycinat
- Alltäglicher körperlicher Schutz: Handschuhe beim Umgang mit Tiefkühlkost und kalten Getränken — vorrangiges Wärmen der Extremitäten — Vermeidung starker Klimaanlagen — Entspannungstechniken (Herz-Kohärenz, Meditation) zur Verringerung der Stresskomponente bei Anfällen